Den 26. November findet ihr in "Blog 5"

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25. November 2018

 

Eine Entscheidung mußte ich heute treffen.Wähle ich als Ausflugsziel das Freilandmuseum Neusath  oder den 3km entfernten Edelmannshof in Perschen mit stimmungsvollem Weihnachtsmarkt. Letzteres war meine Wahl. Habe  schon immer von einem Dreiseithof geträumt. Ich könnte sofort einziehen - aber er hat ja schon einem eigenen Verwendungszweck. So schlendere ich durch das kleine Museum- bleibe in der "guten Stube" hängen.  5 Frauen mit Feenharfen spielen und  singen  in  Mundart: "a Schnaila hot`s gschniebn."  soll  heißen: es hat geschneit. Der Kachelofen strahlt wohlige Wärme aus und  mit Glühwein und Stollen in der Hand stehen und sitzen die Zuhörer in der spärlich möbelierten Stube. Wieviel Mühe man aber auf das Wenige, das man hatte  aufgewendet hat. Alles in Handarbeit.

An vielen Stellen des Museums erkenne ich meinen eigenen Wohnbereich wieder. Auch textile "Schätzchen" finde ich.

Nach einem Spaziergang an der Naab entlang mit Blick auf Nabburg ( das Städtchen hebe  ich mir für einen Sonnensonntag auf) mache ich noch einen Rundgang über den kleinen Weihnachtsmarkt im Vierseithof. Eine Rostbratwurst  muß dann  aber schon sein, der Duft verführt. Und ein Stück Stollen hinterher muß auch sein -  den Glühwein gibt`s dann aber  zu Hause.


22. November 2018

 

Heute hat mir die Post eine Erinnerung an meine Schottlandreise im August/September gebracht. Lange dauerte die Vorfreude - nun hoffe ich, daß die Scheibe auch die "reviews" aushält.  Zufall oder Fügung?  Die Bilder vom Cover  und  die Musik, die unsere Reise begleiteten - dieses "feeling" hab ich nun zu Hause. Muß nur die Augenschließen, dann finde ich mich im Sommer wieder. Sogar Wetter und Temperatur passen ;-)

und dann hab ich in Erinnerung an "Fish and chips" noch ein Fischgericht an das Ende des Tages gesetzt. Meine Variante: Fisch in Sahnekräutersoße gegart auf knackigem Ofengemüse und mit einem knusprigen Rösti. War lecker!

Und so habe ich das gemacht: Eine Handvoll  alles Mögliche aus dem Gemüsefach auf gleichgroße, mundgerechte Stücke schneiden. In Oel und Gewürzen wenden und in den Ofen schieben (20 Minuten)

Inzwischen eine Sahnesoße : 1 Löffel Butter , einen Löffel Mehl, Milch und Sahne zu einer leichten Einbrenne basteln und den in Orangensaft und Salz/Pfeffer gewendeten Fisch  in der Sahnesoße ziehen lassen.

Eine Kartoffel waschen und grob reiben und in genügend Oel knusprig braten-etwas salzen. Fertig.


20.November 2018

 oh je, oh je, der erste Schnee ...ein Blick aus dem Fenster ... habe geschippt.


19. November 2018

 

Die ersten Schneeflocken sind gefallen, die zweite Hälfte des Novembers hat angefangen. Zeit ein wenig für die gemütlichen Tage, die da kommen sollen, vorzubereiten. So habe ich denn in dem alten Buch mit den gesammelten Rezepten geblättert. Das Stollenrezept stammt von einer Kollegin deren Familie aus Dresden kommt. Also ein altes Familienrezept. In meinem Besitz ist es nun auch schon gut 50 Jahre, also auch schon alter  "Familienbesitz"?

An meinen alten Kochbüchern erfreue ich mich auch immer wieder. Hier ist gut abzulesen, daß es zweierlei Maß gab. Gute, üppiche aber auch karg bemessene Zutaten.

 

 

 

 

Stollenrezept von 1810,

also 218 Jahre alt.

 

 

Beim Stöbern fand ich dann noch einen Wunschzettel. Er wurde wohl so 1973/74 an das "Kristkind" geschrieben. Wie bescheiden doch die Kinderwünsche waren.

 

 

5 Rundstricknadeln sind an meinem Strick- Projekt im Einsatz. Ich stricke die Passe ... habe alle Teile auf die Nadeln verteilt und stricke in Runden.  Das dauert, liegt schwer in der Hand.

Und  - mein neues Spielzeug ist auch  da. Zwei Fotos: eines mit der neuen Kamera, eines die "Neue" mit der alten aufgenommen. Tja, und da sehe ich es genau. Ich muß noch viel lernen. Mit der langjährig benutzten Kamera ist das Foto , die Farben originalgetreu so wie ich den Pullover vor mir sehe. Das neue Bild ist viel farbenfroher, scheinbar schöner. Mein neues Spielzeug will also bespielt werden. Und genau das werde ich jetzt tun. Und ganz nebenbei Stollen und Lebkuchenteig ansetzen. Und natürlich den Pullover weiter wachsen lassen. Ein mit Ereignissen vollgepackter Tag also.😉


14. November 2018

 

Wenn ich aus dem Fenster schaue, sehe ich "nichts".  Hinter den Häusern ist üblicherweise Land und Wald. Aber heute - nichts - Land unter. Was mache ich also an so einem trüben Novembertag?   Ich habe eine "Jacke zur Erinnerung an den Herbst" begonnen. Die Farben von Schlehen, gelben Herbstblättern, Vogelbeeren, Moos und Erde spiegeln sich im Gestrick. Bei einer Tasse/Kanne Früchtetee wächst das Objekt. Auch Strickzeug kann Geschichten erzählen.

Und dann, später - noch einen Schockmoc - Orangen-Kakao mit Espresso, Amarettosirup und Milchschaumhaube.

Und noch später - ein schöner Film. Welcher? Das darf ich nicht verraten , ist ein Geschenk- das ich aber erst testen mus ;-)  Welch ein gemütlicher Nachmittag!


11. November, ein Sonnentag -

Den Mantel teilen mußte St. Martin heute nicht, es war warm . 

Wenn man die Augen aufmacht gibt es da draußen noch eine Menge Leben. Selbst an umgeknickten, vermeintlich abgestorbenen Apfelbäumen hängen noch Früchte, bereit noch einen Sämling überleben zu lassen. Schön war es  zuzusehen wie die Wolken sich vor die Sonne schoben und der Nebel den "Ossinger", unseren Hausberg zudeckte. Es sind die letzten Fotos, die ich mit meiner "alten" Kamera mache - (ab nächste Woche wird alles anders?) - ich bin  gespannt, was sich mit der "Neuen" verändern wird.

langsam wird es dunkel und ich warte auf die Kinder mit ihren Laternen ... Auch wenn es draußen aussieht, als wäre die winterliche Zeit mit Lichtern und Lebkuchenduft noch weit, weit weg - der Kalender lügt nicht, es ist der 11. November.


8. November 2018

 

Der "Königstein" stand nun zwei Tage im Nebel, während andererorts die Sonne schien. Das ist ein bischen unfair?! Ich hole mir also den Herbst ins Haus und denk schon mal an die kommende Zeit. In drei Tagen ist "St. Martin". Da ziehen die Kinder mit ihren Laternen durch den Ort und singen "ich geh mit meiner Laterne, und meine Laterne mit mir .....  rabimmelrabammelrabum - und es gibt die ersten Lebkuchen (bei uns). Vorausgesetzt, daß sie bereits gebacken sind ...

"Schön verpackt"? Manchmal stehe ich vor schönem Papier und würde gerne alles mitnehmen, was mir gefällt. Dann denke ich daran, daß die meisten Geschenkverpackungen im Müll landen. Das ist besonders schade, wenn sich jemand mit viel Kreativität und Mühe selbst ans "Papier machen" herangewagt  und kunstvolle Verpackungen gezaubert hat. Manchmal möchte ich das  aber auch gerne - Papier machen, und daraus schöne Bucheinbände und Schachteln bauen. Und dann? In meinen Regalen stehen überall  schöne Schachteln, die meisten selbst gemacht. (siehe die "Weihnachtsschachteln" unten)

So werde ich denn auch  immer wieder "ausgebremst" und freue mich an dem Vorhandenen, das ich ab  und zu ins rechte Licht rücke und auch fleißig benutze - und manchmal auch verschenke.

mehr Schachteln sind unter unter "Papier" zu sehen.


6.November 2018

 

Immer wieder bin ich in Weimar. Immer wieder führt mich mein Weg durch den Park an der Ilm. Drei Enkelkinder habe ich hier schon spazieren gefahren und geführt. Immer wieder ist er schön, zu jeder Jahreszeit. Heute war ein besonderer Tag. Tshirttag. Im November. Ein goldener Herbsttag.

Text aus dem Internet:Park an der Ilm

Der 58 Hektar große Landschaftspark am Rande der Weimarer Altstadt ist Teil eines kilometerlangen Grünzugs entlang der Ilm. Er entstand in der Zeit von 1778 bis 1828 und weist sowohl empfindsame als auch klassische und nachklassisch-romantische Züge auf.

Die Entstehung des Parks an der Ilm ist eng mit Goethes Leben und Wirken in Weimar verbunden. 1776 schenkte Herzog Carl August dem Dichter ein Häuschen mit Garten, heute bekannt als Goethes Gartenhaus. Die ersten Bauten und Plätze entstanden 1778 am westlichen Felsenhang. In der Folgezeit wurden Wege und kleine Sitzplätze angelegt, Denkmäler, sowie weitere Parkarchitekturen und Brücken errichtet. Zudem wurden zahlreiche Bäume und Sträucher angepflanzt. Die alten Schlossgärten wie der »Stern« und der »Welsche Garten« wurden umgestaltet und ebenso wie der östliche Talhang und die Flussaue bis Oberweimar in den Park integriert.

Zwischen 1791 und 1797 ließ sich der Herzog das Römische Haus im klassizistischen Stil errichten. Es bildet den gestalterischen Höhepunkt im Südteil des Parks. Ein wichtiges Merkmal der Anlage sind die zahlreichen Sichtachsen, die markante Punkte wie Goethes Gartenhaus, das Römische Haus und das Borkenhäuschen innerhalb des Parks miteinander verknüpfen, aber auch Beziehungen zur Umgebung herstellen.

Mit dem Tod Carl Augusts, der die Entwicklung der Parkgestaltung entscheidend voran getrieben hatte, fanden die Arbeiten 1828 im Wesentlichen ihren Abschluss. In den folgenden Jahrzehnten wurde der Park zwar gepflegt, büßte jedoch durch Bebauungen in seinem Umfeld, zum Beispiel an der Straße »Am Horn«, einen Teil der unmittelbaren Beziehungen zur umgebenden Landschaft ein. Zudem gefährdeten unzureichende Eingriffe in den Gehölzbestand sein ursprüngliches Erscheinungsbild. Erst mit der Übernahme des Parks durch die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur (NFG) 1970 wurden umfangreiche Wiederherstellungs-, Erhaltungs- und Pflegearbeiten an den Gehölzen, Wegen und Architekturen durchgeführt.

Seit 1998 gehört der Park an der Ilm zum UNESCO-Welterbe.


4. November 2018

Hohenglückssteig ... was für den einen ein Glücksgefühl ist für einen anderen eine Herausforderung. "Da hinauf?"


29.Oktober 2018

 

Schönes Papier ist reine Freude. Es zu finden ist nicht einfach und selbst machen aufwändig. Noch aufwändiger ist es, mit diesem Papier eine Schachtel zu beziehen. Und natürlich muß die Grundform erst gebaut werden. Nach zwei Tagen und einer Nacht steht es vor uns,  meiner Freundin und mir, das erste selbst gefertigte                                   Weihnachtsgeschenk. Die Schachtel ist 30 x 40 cm groß und soll Weihnachtsdekoration beherbergen.  Die Grundschachtel ist fertig, aber es sollen noch zwei Einsätze dazu gebaut werden. Eine echte Schatzkiste wird das, mit edlem Innenleben.  Ein Werkstück, das in Fortsetzung verschenkt wird. Erst mal ist dieses Jahr die kleine Innenschachtel auf dem Gabentisch.

Für so eine Arbeit braucht es Zeit und Muse. Hat man es eilig, gibt es Fehler und alles dauert doppelt so lange. Millimeterarbeit und präzise, saubere Arbeitsweise zahlt sich aus. Meine  Schachteln sind, trotz hohem Alter und ständiger Benutzung noch fast "wie neu". Aber das Wichtigste ist : es macht unwahrscheinlich viel Spaß zusammen so etwas zu kreieren und macht stolz wenn dann das fertige Werk gelungen ist.

Schon lange habe ich keine Schachtel mehr gefertigt, habe also Fehler gemacht. Ein zu kleiner Deckel und ein falsch bemessenes Innenteil stehen nun parat -  warten vervollständigt zu werden, warten auf weitere kreative Musestunden. Erst aber geht es wieder auf Papierjagd ...


23. Oktober 2019
Der Goldene Schnitt -
Bin gerade viel mit dem Zug unterwegs und nutze die halbe Stunde zum Nachdenken. Hier entstand auch der Entwurf zu einem Linoldruckstempel. Das bin ich gestern/heute Nacht angegangen. Habe ich die Finger der rechten Hand vom Nähen zerstochen, hier mal die linke vom Schneiden. Klang mir noch deutlich in den Ohren, wenn ich bei Kursen warnte: "immer weg von der Hand schneiden!" Ging ziemlich schnell... gleich nach dem Denken. So richtig drucken will auch erst geübt sein- das wird mein Tagwerk heute: Nachschneiden, wo nötig, Probedrucken.

Morgen geht`s dann wieder an den Nähtisch in die Scheune. Das neue Werk wächst - und dabei kann man sogar zusehen!!!! Nur noch bis Samstag!!!

 

 

 

 

 

 

 

Ach ja, der Goldene Schnitt, das ist die Gleichheit der Proportionen  - rechte Hand-( zerstochen) linke Hand (zerschnitten)- Punkt, Linie, Strich  im Verhältnis zueinander. Auch so kann man neue Bildtitel finden ;-)

 

 

 

 

"Jeden Tag ein Fleckerl", während der Zeit in der Scheune, das hab ich nicht geschafft. Aber das Angefangene ist gewachsen.  10 Quadrate, jedes unterschiedlich gestaltet sind "teilfertig". Es fehlen noch einige und dann soll es noch zusammenpassend aneinander gefügt werden, ein Ganzes bilden und natürlich eine Aussage  machen.

Mein kleines, "neues" altes Bügeleisen tut gute Dienste. Ein Flohmarktfund.


21.Oktober 2018

 

Wir sitzen immer noch  jeden Tag  vor der Scheune,  genießen die Herbsttage. Unsere Besucherzahlen summieren sich und wir werkeln fleißig, auch außerhalb  der Workshopstunde. Draußen sitzend fiel mein Blick auf diese kleine Zeichnung auf der Mauer des Hauses nebenan. Ein Bienenjäger. Woher wußte der Graffitimaler, daß es hinter der Scheunentüre auch um Bienensterben geht? Beim zweiten Blick sehe ich, es sind Schmetterlinge ... oder doch ...


Das warme Wetter darf gerne noch bis zum 27. Okt. anhalten. Wer bisher kam, war nicht enttäuscht

Noch ein paar Tage, dann ist diese Zeit Vergangenheit. Das neue, angefangene Werk wird mich daran erinnern.

Auch Lisa hat die Ausstellung besucht. Lisa ist gleich drei Jahre alt. Sie schaut sich die Bilder an. Dann sagt sie zu ihrer Mama: "Ich hab eine eingesperrte Frau gesehen" .... und später ..."ich komme wieder, das ist schön hier" .... Hey, ist das ein Lob.

(Das Bild bezieht sich auf eine Arbeit, bei der es um die Burka geht.)


... "auch die kleinste Kritzelei, trägt zu dem Gesamtbild bei."


14. Oktober 2018

wir freuen uns über die Achtung und Beachtung, die unsere Besucher uns zukommen lassen. Mancher bleibt lange und studiert sorgfältig Text und Technik. Das bestätigt uns, daß die vielen Stiche nicht nur im Stoff Halt finden. Themen gibt es viele, wir arbeiten bereits an neuen... vor Ort, während der Öffnungszeiten . Jeden Tag ein Quadrat. Wir haben Halbzeit ... noch weitere zwei Wochen lang zeigen wir Schichtweise-Sichtweise, wir bleiben bei "schwarz auf weiß ..."


8.Oktober 2018

 

Heute und Morgen habe ich "frei". Den schönen Tag werde ich  bei einer  Wanderung in der Sonne verbringen. Lässt sich  doch auf unseren Arbeitsplatz vor der Scheune keine Sonne am Nachmittag mehr sehen. Das Arbeiten in unseren kleinen Workshops macht Spaß. Sowohl den Teilnehmern als auch uns Ausstellern ... man siehts?

leider hatte ich nicht immer den Fotoapparat zur Hand ...  schade. So kann ich nur diese einzelnen Arbeiten  zeigen - Aber es ist ja erst die erste Woche vergangen und noch drei liegen  vor uns.

Draußen wird es herbstlich - und ein umgebrochener Baum liefert Motive für lange Wintertage. Strukturen - wie kann ich diese textil umsetzen? Falten, Formen, Flechten, Schichten?


6.Oktober 2018

 

Die Ausstellung in der Kulturscheune der Altstadtfreund Nürnberg läuft. Alle Plakate gehängt, alle Flyer verteilt ... und die Ausstellung  wurde festlich eröffnet. Der Sekt ist nun getrunken, die Musik verklungen die ersten Lobeshymnen gesungen... Wir aber , Heidi und ich, sind noch bis zum 27.10. offen für Gespräche, halten kleine Workshops und zeigen gerne unsere Arbeiten.

Die Kulturscheune in der Zirkelschmiedgasse ist abgelegen? Niemals. Sie liegt innerhalb der Stadtmauer, westlich - "fast" neben dem Germanischen Museum. Fast ;-). Und wunderschön ist es rundum. Und in der Scheune wird fleißig in Workshops kreiert, geschnippelt und genäht. Ich finde, es lohnt sich vorbei - nein hereinzuschauen .

Jede einzelne unserer ca. 40 Arbeiten ist ins rechte Licht gerückt und einzigartig plaziert

.

 

Schön war sie, die Eröffnung. Schöne Stimmung,  nettes, interessiertes Publikum.

Nun kann ich meine Arbeiten der vergangenen Monate ja auch im Ganzen zeigen - für die, für die es wirklich zu weit entfernt ist.

                                                              TaTaTaTa ...

und  hier noch mein Lieblingsstück, obwohl es nicht gerade ein tolles Thema ist ...

"Scrabble", "verbrannte Erde" oder "Spielbrett der Krieger"   -  ich mag nicht die Titel, nicht die Aussage. Ich mag die Arbeit an sich, die Farben, die vielen. vielen kleinen, sichtbaren, ungleichen  Stiche.

Nie wieder Krieg  -   aber immer wieder kleine Quadrate aneinanderreihen. Hier sind es 806 ...

Und hier noch die ersten Seiten aus dem Gästebuch:


 

27. September 2018

Gedanken zu einem Zeitungsartikel anläßlich der Ausstellung "Grenzgängerinnen"

Na ja, ein Hobby , wie es der Journalist schreibt, ist unser Ganztagsjob fast nicht mehr .... aber was ist es eigentlich wirklich?? Job? Beruf, Hobby, Leidenschaft?  Oder was?

Ich nenne es mal :  Beruf ung.

Beruf und Job und Arbeit ist, meiner Meinung nach ,  wo am Ende des Tages etwas auf`s Konto fließt. Hobby etwas, das man nebenher tut um sich die Zeit zu vertreiben. Wir - ich zumindest bin den ganzen Tag mit Leidenschaft berufen mit Textilien zu arbeiten. Ja "arbeiten", auch wenn das für mich  unter die Bezeichnung "Beruf"gehört. Und unsere Arbeit ist ganz schön anstrengend. Körperlich und geistig verbringen wir oft viele Stunden- Tage- Wochen ... an einem Projekt bevor es fertiggestellt ist. Nach Fertigstellung eines 1x2m großen Filzteppichs ist auch schon mal eine Massage angesagt; stundenlanges gebücktes Verweilen über einem Quilt, einer Stickerei oder Weberei - das ist körperliche Anstrengung. Und der Werdegang von einer Idee zum fertigen Objekt ist künstlerische Gehirnakrobatik .... von wegen Hobby.  Und doch -  Hobby ist es vielleicht schon  irgendwie, weil wir für unsere Arbeit auch noch selbst bezahlen dürfen. Es sei den .... jemand findet unsere "Kunst" so gut, daß sie  ein neues Zuhause findet ... dann wäre es auch schon Beruf mit einer Buchung auf dem Konto     ;-)

Nun, so ist das mit der Kunst, manchmal wird sie eben verkannt,  ihre Wege sind  unerklärlich.

 

 


25. September 2018

 

Sollte jemand geglaubt haben, dass ich zwischen März und September den Liegestuhl abgenutzt habe, so täuscht das.

Die kommende Ausstellung "Schichtweise - Sichtweisen"  gestaltet sich nicht durch "Fingerschnipsen". Für keinen Handgriff kommt ein Diener.

Aber nun ist "fast" alles     f e r t ig.

Mit den  unfertigen Teilen habe ich auch noch einen Beitrag gefunden der in die Ausstellung passt,  mit dem Titel:

 

"Umlaufbestand – work in progress

Haben wir nicht alle irgendwo in einer Ecke, Kiste, Schublade … angefangene Arbeiten oder Stapel von Unerledigtem?

 

Meist bereiten sie über einen langen Zeitraum ein schlechtes Gewissen, blockieren sogar einen Neuanfang.

Ist man dann auch noch Jäger und Sammler kann das schon mal eine Last sein.

Aber auch ein Segen, kann man doch aus dem Vollen schöpfen.

Alte Ideen  zu neuen Kreationen zusammensetzen.

Berge abbauen, neue schaffen    Neues schaffen … aus Altem."

Das zu einem Gesamtbild zu ordnen ist meine letzte Handlung vor der Eröffnung.

 

Und ja, auch an einer im Frühsommer  angefangenen "Sommerdecke"  habe ich  bereits viele Stiche ausgeführt ... wohin mich der Weg hier führt, weiß ich noch nicht. Jedenfalls ist sie nicht ein Projekt für nur einen Sommer.

 


22.September 2018

 

4. März, letzter Eintrag?       oh je, eine lange Zeit zum Nachtragen von Erlebtem, Erarbeitetem, Erdachtem ... Gemachtem...

was tun?

nachtragen?

neu beginnen?

weitermachen, als ob nichts dazwischen gewesen wäre?

Weitermachen,

ist meine Wahl. Aber es ist natürlich etwas dazwischen gewesen. Vieles. Bevor ich eine lange Reise gemacht habe, war mein Tagwerk klar gegliedert. Der Ausstellungstermin in der Kunstscheune der Altstadtfreunde  in Nürnberg war nicht mehr aufzuschieben. (Vernissage: 2. Oktober 2018)  Nichts mit "mach ich morgen". Morgen ist bei der Fitzelarbeit von Handgenähtem  keine Option. So mußte alles, alles bis Anfang August fertig gerahmt und in Kisten verpackt parat stehen. Und ja. Das befreit. Öffnet für Neues.

So ging ich denn auf die Reise. Ganz konzentriert auf das, was mir begegnen wird. Mir begegnete nichts konkret Textiles, also ich meine - keine Ausstellung, kein Shop, kein Materialdepot  - und doch täglich : Schafe, Wolle an Zäunen,  im Gras, an den Wegrändern. Und Wollgras. Fasern, die zum Verspinnen anregen ... weiß, flauschig weich. Mit einem kleinen Stöckchen zusammen mit Wolle versponnen gab es einen feinen Faden ... Und Torffasern, damit wollte ich schon immer mal experimentieren. In meinem Kopf entstand ein Bild. Im Auto stapelten sich Materialien. Zuhause wurde dann  Wolle und Torffaser mit der  Kardiermaschine vermischt, zu einem Quadrat geschichtet und mit Details belegt. Details wie der gesponnene Faden  und  Wollgras. Verfilzt,  Schichtweise - passend zum Thema der kommenden Ausstellung.  Das zeigt wieder, daß ein Ende ein Anfang sein kann ... und daß neue Anregung   "da draußen" zu finden ist - auch wenn man nicht danach sucht. An den letzten Eintrag anknüpfend : Augen auf, dann sieht man viel mehr als offensichtlich  da ist.

 



Sommerpause ;-)

 


4. März 2018

Ich liebe es Briefe zu schreiben. Dieser Briefwechsel/
Gedankenaustausch beschreibt meine augenblickliche Textilarbeit.
780 kleine ( 3x3 cm ) Quadrate zusammennähen, das klingt nach
ziemlich langweiliger Beschäftigung, nach einem fast gleichförmigen
Gesamtbild. Aber nein, das ist es nicht. Es sind mindestens 780
Gedankengänge darin enthalten, 10 bis 15 kleine Überwendlingstiche
je Seite eines Quadrates. Jeder Stich eine Sekunde meines Lebens ...
wie könnte das langweilig sein?

Genau gesagt:

Liebe Johanna, vonwegen "gleichmäßig, langweilig"................Ich hab mir gestern
auch noch lange die Nahaufnahmen angeschaut: Die Stoffstrukturen
gefallen mir sowieso immer. Und gestern hab ich mir auch wieder
gedacht, wie lebendig doch schon mal ein einzelner von Hand gesetzter
Nähstich ist. Alle Stiche sind sehr gleichmäßig, und trotzdem ist
jeder anders und hat seinen eigenen Ausdruck. Das ist Leben! Hast Du eigentlich alle Stoffe selbst gefärbt?
Die Farben sind wirklich auch alle wunderschön, wohltuend, was für
eine Harmonie in der Zusammenschau, irgendwie tröstlich. Schönen Sonntag! und liebe Grüße,XXX

 

Liebe XXX,

das Problem bei "langweilig, gleichmäßig" ist eher die "Sicht, Ansicht". Die meisten Menschen sehen diese Details, die Du so treffend beschreibst, gar nicht. Sie sehen das Große, Ganze, erhaschen mit einem weiteren Blick vielleicht noch den gedanklichen Inhalt. Und gehen dann zum nächsten "Werk". Diese Kleinigkeiten, die ich so sehr liebe wie: kleine gleichmäßige aber doch individuelle Stiche, die je nach Tageszeit und Dauer des Nähvorgangs variieren, mit unterschiedlichem Faden genäht sind. Sehen nicht  die unterschiedlichen Färbungen, gezielt gesetzt, jede mit einem gedanklichen Hintergrund und ja, selbst gefärbt mit Naturfarben ohne Chemie. Auch ein winzig kleiner roter Fleck auf einem braunen Untergrund - ein Blutstropfen, oder ein dunkles, düsteres Quadrat für unendliche Trauer , eine Falte im Stoff ... - das alles sehen nur wir - wir, die selbst auf diese Details in unseren Arbeiten achten, sie gezielt setzen. Aber genau das ist es ja, weshalb wir tun, was wir tun ? Wir setzen unsere Gefühle und Gedanken, Lob und Kritik an  Gesellschaft  und Leben in unsere "Arbeiten" - und diese stehen für uns, für unser persönliches inneres Leben. Und manchmal, und das ist dann das größte Erfolgserlebnis, findet "Jemand" einen Weg in unser Innerstes. Und auch deshalb bleibe ich bei uralten Symbolen, bei Farbensprache und Techniken und feue mich, wenn "Jemand" sie versteht, deutet und  im "Ganzen"sucht und  findet, ja bestenfalls den Faden weiterspinnt.

Liebe Grüße, Johanna

 


2. März 2018

 

Was tun, wenns draußen kalt ist und der Tag lang? Küche putzen! Das schafft Bewegung und macht ein gutes Gewissen. Alles glänzt. Fast alles. Als ich auf meine kleine Rundreise losfuhr, war es noch - na ja "Winter" mit Plusgraden. Die Heizungen waren größtenteils abgeschaltet - ich habe ja genug Wolljacken. Im Eß-Wohnzimmer habe ich die Heizung auf  kleine Temp. eingestellt.  Als ich wieder nach Hause kam, hatte es hier 10° plus - in allen anderen Räumen  minus 3 bis 5°. Mein Grundofen hält die Wärme 24 Stunden. Er braucht ebensoviele um Wärme wieder zu speichern und, wenn er erkaltet ist , neu beheizt wird braucht er zwei Tage ...  Also ist Bewegung angesagt. 


1. März 2018

 

 

Frühlingsanfang - bitterkalte Tage. War mal wieder verreist. Ab und zu mach ich eine "Familienbesuchsrundreise" Das sind dann so etwa 1300 km. Da gibt`s natürlich einiges zu sehen. Diesmal aber war es zu kalt, den Fotoapparat aus der Tasche zu ziehen. Hier im Wendland an der Wanderdüne an der Elbe  haben wir einen noch sonnigen, fast warmen Nachmittag genossen.  Überall lagen kleine weiße Wollbüschel herum. Klar, daß ich der Natur den Vorrang ließ, aber zum Glück hatte ich auch einen Stift in der Tasche und hab beim Spazieren gehen einen Faden gesponnen. So mag  vielleicht früher ein Schäfer  das Spinnen erfunden haben. Die vom Wind verwehten Wolflocken haben aber auch ganz von selbst eine Bindung gefunden. 


18. Februar 2018

 

Nun ist der Färbeprozeß für dieses Projekt abgeschlossen, Töpfe und Farben aufgeräumt. Erdige, braune Töne sind zuletzt entstanden. Immer ohne Chemikalien, aber mit Geduld und kleinen Tricks. Am schönsten wird immer Seide - klar, ist ja eine Eiweißfaser. Aber auch die Pflanzenfasern lassen sich ohne  Einsatz von schweren Geschützen zu brauchbarem Ergebnis führen. Die Oberfläche des letzten Farbtopfes gab den Titel des Bildes wieder, so wie auch die Rückseite der fertigen Blocks. Ein kleines Rätsel - wie manches. Wäre ja aber nicht mehr spannend, wenn alle  Objekte bereits im www Kreise ziehen würden. Hier in meiner Werkstatt ist Fleiß angesagt. Ein Block besteht aus 64 Teilchen. 12 Blocks müssen zusammengefügt werden. Man muß nicht Adam Riese sein um zu erkennen, daß dies Objekt etwas dauern wird. Ganz nebenbei, während ich nähe, schieben sich andere Arbeiten im Gehirn hin und her. Neue Themen, neue Titel, neue Farben, neue Techniken.  Die nächsten zwei Monate sind allerdings ausschließlich  den angefangenen Projekten vorbehalten. Es gibt Gelassenheit, zu wissen, daß Fertiges parat liegt.

Der April ist ja bekannt für Launisches, Wechselhaftes, Unstetes. Bin ich doch in diesem Monat geboren, scheinen mir diese Eigenschaften in die Wiege gelegt zu sein, so kann ich doch auch geduldig und langmütig sein. So habe ich für den kommenden April "running stitches" auf dem Plan.  Simple kleine Vorstiche, ziemlich langweilig, so klein wie möglich, so gleichmäßig wie möglich.  Aber auch so klar wie möglich erkenntlich, welches Motiv sie darstellen sollten ... Und das bleibt dann der spannende Teil, der mich dranbleiben läßt bis zum letzten  Momment, bis zum Schluß der die Fragen klärt:  Ist das "Werk" so gelungen, wie es in meinem Kopf existiert? Trifft es den Kern? Sagt es etwas aus? und wenn ja, was? Oder fällt es durch das Raster?


10. Februar 2018

 

Die ersten Farbkombinationen sind geglückt, alles paßt so, wie es in meiner Vorstellung schon feststeht. Ich bin zufrieden mit der Vorarbeit und kann jetzt Block für Block fertig stellen -  Scrabblen. Die Spielregeln sind hierbei ganz speziell. Das fertige Teil ist wie alle meine letzten Arbeiten  im Oktober zum Entziffern, Betrachten und  Nachdenken ausgestellt.


7. Februar 2018

 

Seit knapp einer Woche habe ich mir  neue Arbeiten vorgenommen. Einmal ein  Spiel - wer kennt es nicht - "Scrabble". Natürlich wieder mit Stoff gestaltet. Und die Färbetöpfe blubbern bereits. Auch das "layout" steht schon.  Schnippeln, anordnen, kleben - das alleine genügt nicht. Die Recherche ist aufwändig, will ich nicht nur Phrasen dreschen. Das was ich sagen will, darf nicht auf wackeligen Beinen stehen. Also arbeite ich jetzt mal eine Weile auf Papier -

und zudem noch etwas  mit Papier. Wäre ja auch langweilig, nur eine Arbeit auf dem Tisch liegen zu haben. Papier spinnen, das praktiziere ich immer wieder mal dazwischen. Die gesponnenen Papierfäden brauchen aber auch noch einen Auftritt. In diesem Fall  erst mal auf dem Hochwebstuhl - frei gestaltet. Zum Spinnen der Fäden mit den Fingern brauche ich eine Zeitlang, da sie dünn sein sollen, zart, elastisch.  Geduld ist hier angesagt, denn der Faden reißt leicht und manches muß aussortiert werden, weil es ungleichmäßig geworden ist. Tja, wenn man so einen Ehrgeiz entwickelt, es  perfekt aussehen zu lassen, muß man ein bischen leiden. Ob das Teil also groß oder klein wird ist abhängig von meiner Geduld und der Zeit die ich dafür einsetze. Mal sehen ...


2. Februar 2018

 

Nun habe ich mich doch entschieden zuerst mal zu quilten, es vielleicht auch dabei zu belassen.  Weniger ist ja bekanntlich oft mehr. Das Ganze aber liegt jetzt vorbereitet, angefangen und parat für meine Kurzreisen in einem Körbchen. Unterwegs mal schnell die Arbeit in die Hand nehmen und ein Motiv steppen ... so kann auch diese Geschichte weiter wachsen. Fertig zu sehen ist sie dann im Oktober.

Inzwischen kann ich mich um Neues bemühen. Oder Angefangenes fertig machen. Seit einer Woche liegen auch die Teile eines Flachwebstuhles  im Gästezimmer. Noch weiß ich nicht, wo er stehen soll. Was ich weiß ist, daß ich Jackenstoff oder und Tischläufer darauf weben möchte, denn ich habe noch eine Kiste voll "Cottolin". Ein wunderschönes Material mit dem ich schon einiges gewebt habe. ("weben") Manches davon ist sehr verbraucht und kann erneuert werden. Dazu werde ich die Regentage im Sommer nutzen, hoffe aber, daß es nicht wieder so viele werden, wie im vergangenen.


28. Januar 2017

 

Es fehlen noch ein paar Stiche ... dann ist das Top fertig. Die Füllung und die Rückseite sind abgemessen, zugeschnitten. Aber nein, gequiltet kann noch nicht werden, denn erst werde ich noch einiges an Zierrat einfügen. Es soll ja spannend bleiben und etwas zum Ansehen geben ;-) .

"Zierrat" nenne ich die kleinen Ergänzungen zum Patchwork. Sie unterstreichen die Aussage des Bildes mit Symbolen, sind quasi ein kleines Rätselraten für den Betrachter. So ist der kleine Spiegel eine Abschreckung für das "Böse". Wenn es in den Spiegel schaut, sieht es sich selbst und erschrickt, flüchtet ...oder aber auch die "Selbsterkenntnis".  Die kleinen Spiegel stammen aus Indien und werden mit einem speziellen "shishastich" an den Stoff befestigt. Auch die Quasten bedeuten etwas. Sie sind ein Erinnerungssymbol. So baue ich eine Geschichte auf, die sich nur dem aufmerksamen Betrachter erschließt. Das aber ist auch der eigentliche Spaß für mich, mit viel Abwechslung und Technik. Besonders spannend wird es sein, das selbst gesponnene Leinengarn zu benützen.


21. Januar 2018

 

dachte ich doch, der Frühling sei nah ... hätte es besser wissen müssen, daß die lauen Tage Trug sind. Zaubernuß, Winterjasmin und Duftschneeball, Lenzrosen - alls unter einer warmen Decke verpackt. (siehe Garten) Es sieht  zauberhaft aus und ich schaue von meinem Fensterplatz immer wieder von der Näharbeit auf die weiße Pracht.

10 Stunden Nadelarbeit steckt bisher in dem Stück. Nicht berücksichtigt ist das Färben und sonstige Vorarbeit.

10 Stunden nähen,

4  putzen, kochen und Bewegung,

2 Stunden trödeln ... und

8 Stunden schlafen.

24 mal 60 Minuten hat so ein Tag - eigentlich viel und doch  möchte ich ihn oftmmals aufhalten, verlängern, anhalten,  festhalten,  zurückspulen.

 

Wenn ich heute, nach dem Spaziergang zum Wald,  noch den Nachmittag und die Nacht mit dem Puzzeln verbringe, habe ich die Grundlage fertig, dann kann ich mit dem Quilten und Verzieren, mit dem "Nadelmalen" beginnen.


17. Januar 2018

 

Schluß mit Rumprobieren, Puzzeln, Teilchenschieben und Konstruieren. Ich beginne mal die Grundlage zusammenzusetzen, Ist ja noch ein langer Weg zum Ende dieses Stückes.

In der Methode "English paper piecing", (aber ohne Papier ;-) ,  nähe ich die Quadrate jetzt aneinander - mit kleinen Überwenlingsstichen. Je kleiner die Nadel, desto leichter ist es, kleine gleichmäßige Stiche zu nähen. Für die Farbwahl des Fadens ist für mich die Wirkung entscheidend. Diesmal nehme ich für die dunklen Flächen, dunklen Faden, und für die hellen weisses Garn. Manchmal ist es schön, die kleinen Nähpunkte vorne zu sehen. Manchmal. Das Zusammengefügte "bügel" ich dann mit dem Daumen platt. Wenn ich eine Portion  Teilchen zusammengenäht habe, bügel ich sie dann noch mit dem Bügeleisen  glatt.

Ein zehnter Teil des Ganzen  ist bereits genäht. Soll ich mal die Stunden zählen die in so einem  1/10 Stück stecken ?  Wär ja mal ganz interessant. Auf die Plätze ... los.

 

 

Zum "paper piecing" will ich noch etwas bemerken. Natürlich habe ich eine Schablone.

Nicht zu dünn, denn ich benütze sie zum Umbücken -  mit den Fingern mache ich eine scharfe Kante und nehme die Schablone gleich für das nächste Teilchen. Dann versuche ich so präzise und gerade  wie möglich zu nähen.

Erst alles auf Papier heften um es später alles wieder zu entfernen ... dazu reicht mein Gedultsfaden nicht. Und  - es ist "Handarbeit", ich bin keine Maschine.


16. Januar 2018

 

Der Weg ist das Ziel ... das Ende der Reise ist der 3. Oktober. Viel Zeit für Spielchen. Unscharf ist mein Foto, aber darin sehe ich neue Strukturen die zu meinem Thema passen. Möglich - Unmöglich? Unmöglich ist nur das, was man nicht tut - probiert. Zwischendrin mache ich Begonnenes fertig, überlege, wie es präsentiert werden könnte, und und und. Eine Ausstellung besteht eben nicht nur aus einem Teilchen ...

Die Indigoküpe ist trotz drei mal probieren mißlungen. Warum? Keine Ahnung. Wäre es mir nicht schon viele Male geglückt mit dieser Zauberei "blau" zu machen, ich würde sagen: funktioniert nicht. Habe mal neuen Farbstoff bestellt ... für einen neuen Versuch.

 

 

Puzzelspiele ... Teilchenschieben,  Formatieren ...

ein Motiv ist entweder vorgegeben,  kann gefunden werden, kann sich ergeben, oder es entwickelt sich. Ich habe eines im Kopf, aber die Umsetzung funktioniert noch nicht richtig.


8. Januar

färben, nähen, färben, nähen, färben ... hört sich nach Gleichmaß an. Aber nein, dazwischen entstehen immer neue Ideen und Gedanken. Formen und Farben lassen sich immer wieder neu zusammensetzen ... was für ein schönes Spielzeug ...

und da ich ja (fast) alles  - 99% -  mit der Hand nähe, dauert es eben seine Zeit. Meine Zeit.

8 Tage und Nächte bin ich nun schon fast ausschließlich mit dieser, eher kleinen, Patchworkarbeit beschäftigt.  Noch steht das grundlegende Muster nicht fest, nur die Farbe und die Formen der einzelnen Teilchen. Am kommenden Wochenende werde ich eine Indigoküpe ansetzen, um noch einen Teil der gelben Stoffe in Grüntöne zu verwandeln.


6. Januar 2018

 

Immer noch stehe ich an den Farbtöpfen. Es ist schon wirklich Zauberei. Trotz gleichem Farbbad entstehen die unterschiedlichsten Farbtöne. Je nach Stoff- und Garnmaterial.

In manchem Licht sieht das gleiche Stück Stoff scheinbar in einer anderen Farbe gefärbt aus. Wüßte ich es nicht besser, ich würde zweifeln.

Seit gestern zieht Faulbaumrindenduft durch die Hexenküche. Und es ist spannend zu sehen, wie sich aus dem Farbbad bis nach dem Bügeln die Farbe in sich auch noch wandelt. Das Ergebnis ist inspirierend.

Heute setze ich noch ein Hennabad an. Nein, nicht für meine Haare. ;-)


3. Januar 2018

Des Spieles zweiter Teil. 

Für Quadrate in drei Größen habe ich mich für`s Erste entschieden.

10 x 10 cm, 5x5 cm und 2,5 x 2,5 cm. 

Es liegt weder Muster noch Farbe fest.

Ich habe einfach mal losgelegt. Das ist sowieso für mich das Schwerste, die Entscheidung zu treffen, was ich wie und womit was  mache. Fest steht nur, daß Gelb in Schattierungen vorrangig sein soll. (Aber das kann sich ändern ;-)   )

Ein kleiner Hintergedanke, eine Idee, eine Geschichte steht natürlich auf meiner Stirn geschrieben. Aber nun muß sie weiter geschrieben, weiter gesponnen, genäht werden.

Mir fehlen weitere Farben, also muß ich nebenbei auch noch ein bischen mit Farbstoffen mixen und experimentieren.

Die Farben auf den Fotos entsprechen nicht den realen Farben. Als ob diese natürlich gefärbten unterschiedlichen Stoffe, Baumwolle, Seide, Leinen ...  ihre Inhaltsstoffe widerspiegeln. So erscheint das eigentlich vorliegende Grün auf den Fotos manchmal richtig Blau. Das Grün wurde  vorgefärbt  mit Indigo, manchmal noch in Krapp getaucht und dieses erscheint auf dem Foto an manchen Stücken ganz klar, - auf dem Foto. Das Altrosa ist auf dem Tisch  ein Orange , das Gelb so, wie oben auf dem Foto erscheint ... Mystisch - wie der Vorgang des Färbens selbst.


1. Januar 2018

 

Neujahrstag, Feiertag.

Was tut ein leidenschaftlicher Textiler an einem Feiertag?  Feiern. Was ist schöner als einen Start in ein "Happy new year" als "happy" zu sein. Farbig beende ich das alte Jahr und bunt beginne ich das neue Jahr und freue mich an den Ergebnissen. Ich bin happy.

 

 

Gelb, zwischen den Jahren gefärbt mit Curcuma. Das ist indische Gelbwurz, ein Ingwergewächs. Es soll nicht lichtecht sein, wird, wurde aber in Indien traditionell zum Färben verwendet. Das werde ich nun ausprobieren, ist aber für meine Arbeit nicht so wichtig. Die Farbe ist wesentlich intensiver als auf dem Bild, ein richtiges, knalliges, strahlendes Gelb.

Habe eine Lichtechtheitsprobe gemacht, das Ergebnis zeige ich in ca 4 Wochen.

Auch im neuen Jahr zeigt sich wieder der Zwiespalt, in dem ich mich ständig befinde. Links, der zusammengeknüllte Haufen, die Farben die Licht und Schatten, Höhen und Tiefen zeigen und rechts der fein gebügelte und gefaltete Farbverlauf. Chaos oder Ordnung? Nun, es wird sowieso geschnitten, genäht, verändert, verziert ... mal sehen, wohin das Materialpaket führt.

Die braun wirkenden Töne sind mit Catechou, dem Holz der Färberakazie gefärbt.

Im Kachelofen warten nun noch zwei weitere Farbtöpfe. Mit einer Zusatzfärbung mit Krappwurzel (Färberröte, Labkraut) soll nun noch etwas Lila und Orange entstehen. In einem Topf ist Krapp pur, im anderen gemischt mit Curcuma. Indigo gefärbter Stoff ist die Grundlage  für die Mischung. "Mischen und Manschen sind dem Menschen angeboren" ... wie recht Goethe doch hat.... Welch ein Spaß das ist.


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