Färben

Vom Mischen und Manschen ...


Nach dem Entfernen von Fett, Spelzen und Schmutz aus dem Wollvlies kann die Wolle gefärbt werden. Wunderschöne Farben, haltbar und in vielen Nuancen, hält die Natur bereit.
Sträucher, Blüten, Blätter, Rinden, Schalen, Früchte, Pilze, Flechten sowie Tiere wie Purpurschnecke, Cochenille- und Karmesinlaus liefern den Farbstoff.
Unterschiedliche Färbeverfahren wie Kaltfärbung, Erhitzen auf 60°-80°, Kochen (Sieden), wiederholtes Tauchen, sowie unterschiedliche Kochzeiten bewirken unterschiedliche Farbabstufungen.
Beizen und Entwicklungen mit z. B. Alaun und Weinstein, sowie durch Zugaben von Eisen, Kupfer oder Zinn erweitern das Farbspektrum.
Bei der Gewinnung von Farbstoffen aus der Natur ist der Standort der Pflanze ebenso wichtig wie Bodenbeschaffenheit,
Klima, Wetter, und Erntezeit. Frische Pflanzen färben anders als getrocknete und  auch die Wasserqualität spielen eine Rolle .....mischen und manschen  aber ergibt oft überraschende Ergebnisse.

Die Natur bietet unzählige Möglichkeiten Farbstoffe zu gewinnen. Mit Spaß am Experimentieren können unendlich viele Varianten von Farbtönen in Abstufungen entstehen....natürlich auch einiges an Mißerfolgen.  Überfärbt oder mit anderen Fasern vermischt. lassen sich nicht so ganz gelungene Farben verändern. Und manchmal ist es genau dieser falsche Farbton, der irgendwo genau eingesetzt werden kann, seinen Platz findet. Wiederholungen sind aber bei der Methothe des rezeptlosen Experiments nicht möglich. Und  wie ist es, einer Vorgabe zu folgen? Für die Farbe ist so vieles entscheidend. Auch ein Rezept kann nur "ungefähr" angeben, wie und was  gemacht werden muß. Ich bleibe beim Mischen und Manschen.....

Mein Lieblingsbuch zum Färben mit Pflanzen ist aus dem

Haupt Verlag von Erna Bächi  Nussbaumer, "So färbt man mit Pflanzen"
ISBN:3-258-05249-2. Bei ihr  habe ich 1983 in Zürich die Grundlagen erlernt. Mit ihr zu arbeiten war eine sehr intensive, lehrreiche Zeit, nicht nur zum Färben. Mein Buch steht in vorderster Reihe, ist schon ganz zerflättert und von Gebrauchsspuren durchzogen. Ehrwürdig gealtert.



Granatapfel

Ein Färbeexperiment mit Granatapfel

 

Freitag, der 13.,  ich habe es trotzdem gewagt, Granatapfelsuppe zum Färben von unterschiedlichen Stoffen angesetzt. Ein  Topf mit mal nur den  Kernen, nur warm gemacht, etwas zerdrückt und … jetzt lasse ich das erst mal stehen.

Zweiter Topf  mit Granatapfelkernen inklusive Schalen ein Stündchen gekocht, abgesiebt und das Färbegut darin versenkt. Das Ganze soll jetzt mal stehen, ziehen …

Färbegut in diesem Fall: Seide, Leinen, Baumwolle, Wolle.

Eine Portion wurde über Nacht  mit Alaun gebeizt. Die zweite Portion  habe ich naturbelassen.

Menge des Färbegutes : ohne Beize  30 g auf 1 l Wasser , Kerne von 2 Granatäpfeln, leicht warm gemacht.

Gebeizter Stoff : 60 g auf 2 l Wasser, Schale und Kerne von 2 Granatäpfeln.Ca 1 Stunde gekocht, abgesiebt. Darin 2-3-Std. warm gehalten, dann über Nacht abkühlen und ziehen lassen.

Beize: 1 l Wasser 2 Eßl. Alaun, aufkochen,   Stoff darin über Nacht ziehen lassen.

Schale und Kerne                       Nur Kerne                                    Baumwolle, Seide, Leinen,

Sud gekocht, abgesiebt             lauwarm                                      Wolle,

                                                                                                                in der Beize

Ergebnis am 14.1.17


Färbermuseum

Meine erste Begegnung mit "Färben" hatte ich als Kind. Der "Färberhof" in Ebeltoft/Dänemark stand damals leer. In seinem Garten streifte ich herum und fand das alles seht mystisch und spannend. Heute ist er wieder lebendig, beherbergt das "Färbermuseum".


Shibori

Durch  Abbinden, Abnähen, Falten und Einlegen von z.B. Blättern u.A.  entstehen beim Färben Aussparungen und ergeben eigenwillige Muster. Und was für ein Spaß mit Kindern damit zu arbeiten. Zauberei pur.