"Ein guter Ort" oder "Was bleibt"

... ... ...  So verbrachte ich die restliche Zeit wandernd durch Friedhöfe. Jüdische Friedhöfe.  Und ich dachte viel nach. Über die Vergänglichkeit, über das was übrig bleibt, über die Zeit, über den Wandel der Zeit. Über Ansichten, Meinungen, Taten... Und ich stieß auf  1001 Inspirationen.  Und  -  ich hatte das Glück durch den Eingang auch jeweils wieder hinaus gehen zu dürfen. Hinaus ins Leben.

So inspiriert, habe ich mich ans Werk gemacht. Habe Möglichkeiten überlegt, skizziert und Materiealien sowie Techniken zusammengestellt, mit denen ich meine neue Arbeit gestalten möchte, wie ich meine Eindrücke  und Gedanken "verstoffliche".

"Was bleibt" ?

Was bleibt von dem was ist, was gewesen und was sein wird. Was bleibt von all dem, das uns wichtig erscheint? Was bleibt von uns selbst?

Eine neue Arbeit wächst. Am liebsten ist es mir, mal hier mal da und mit unterschiedlichem Material. Hier mein erster Versuch Filz mit Stoff zu kombinieren. Irgendwie passte das immer nicht in meine Vorstellung. Entweder ich filze, webe, oder ich nähe, sticke. Aber, wenn ich nicht jahrelang an dieser Arbeit sitzen möchte, so muß ich die Vorstellung von Moos, und Überwachsen  mit Gefilztem gestalten. Dann bleibt noch genug für die Nadel zu tun übrig. Noch ist das nur ein Versuch, gestaltet wird während des Arbeitsprozesses. Passt was nicht - fühlt es sich nicht richtig an, so wird alles verschoben, aufgehoben oder neu angeordnet. So ist das Spiel. So bleibt es Spiel.

 

 


Es ist fertig. Ich mußte auch aufhören daran weiter zu arbeiten. Zu sehr hat es mich bedrückt, gelähmt. In der Ausstellung hatte ich damit jedoch viel Erfolg. Erfolg dahingehend, daß  es  berührte. Es hat bei vielen etwas ausgelöst- und wenn es nur Gespräche oder auch Tränen waren.  So bleibt es noch ... obwohl ich es verwerfen wollte.