FilzgeSchichten-ZeitgeSchichten
Wie der Filz zu mir kam
Die Geschichte des Filzens reicht weit zurück. Die bei Ausgrabungen in Zentralasien gefundenen textilen Schätze belegen eine hoch entwickelte Filzkunst um 400 – 300 v. Chr. Vermutlich entstand der Filz jedoch schon viel früher, vor dem Spinnen
und Weben. Hierzu gibt es Belege, die bis in die Steinzeit zurückgehen.
Aufgrund des Aufbaus von Wollfasern, ihrer Vergänglichkeit, sind nur selten bei Ausgrabungen noch intakte Textilien zu finden. Umso faszinierender ist es, diese Prunkstücke betrachten zu können. Fast nicht zu glauben, dass die so modern anmutenden Objekte so unglaublich alt sind. Älter als unsere Zeitrechnung.
An den Filzgegenständen aus der Zeit des 4.–2. Jahrhunderts vor Chr., die in einem Hügelgrab in Pazyryk, im Altaigebirge gefunden wurden, kann man eine Vielzahl von Möglichkeiten ablesen, mit Filz zu gestalten: Applikation, Stickerei, Einlegearbeiten,
Mosaikarbeiten. Und dann diese Farben!
Die Textilien konnten sich deshalb so gut erhalten, weil sie im Permafrost konserviert waren. Der Zustand, die Harmonie von Farbe, Form und technischem Können ist überwältigend. Die Funde sind in der Eremitage in Sankt Petersburg ausgestellt.
Die erste Begegnung mit Filz hatte ich beim Besuch der Ausstellung „Gold der Skythen“, die 1984 in München stattfand. Als ich zu dieser Zeit auch noch von Istvan Vidak, der sich damals schon intensiv mit Filz beschäftigte, zu einer Tagung nach Ungarn
eingeladen wurde, die Filz zum Thema hatte, war ich neugierig geworden. Es war damals für mich nicht realistisch daran teilzunehmen – also probierte ich selbst dem Filz auf die Spur zu kommen.
Mit dem Katalog der oben genannten Ausstellung und dem ersten Heft des „Textilforum“ von 1982, das sich mit dem Thema „Filz“ befasste, machte ich mich damals ans Werk.
Mit Erfolg.

Inzwischen habe ich viele Teppiche gefilzt. Anläßlich einer Ausstellungen im Museum  entstand eine Broschure, ein Ausstellungskatalog mit dem Titel Filzgeschichten, ein Teppich entsteht,


Die kleinen "Steintäschchen" habe ich in der Ausstellung zu einem "Steinreich" zusammengestellt.

 

Die Hüte, Schalen symbolisieren die Hüte/Kappen der Jakobiner ( rote Mütze). Diese stehen für Freiheit und Unabhängigkeit.

Hier ein Teil der Geschichte aus Wikipedia:

 

Eine phrygische Mütze [ˈfryːgɪʃə], seltener auch skythische Mütze [ˈskyːtɪʃə] genannt, wurde ursprünglich von den antiken Phrygern getragen. Sie bestand aus Wolle oder Leder und besaß einen längeren runden Zipfel, der meist nach vorn geschlagen wurde beziehungsweise in Richtung Stirn fiel. Sie konnte auch mit seitlich herabfallenden Bändern unter dem Kinn festgebunden werden. Der Nackenteil bedeckte zuweilen die Schläfen und reichte manchmal bis auf die Schultern.

Die phrygische Mütze war ursprünglich ein gegerbter Stier-Hodensack samt der umliegenden Fellpartie. Nach der Vorstellung der Griechen sollte ein solches Kleidungsstück die besonderen Fähigkeiten des Tieres auf seinen Träger übertragen.

Ähnliche Zipfelmützen sind heute durch Gartenzwerge, den Weihnachtsmann – beide in roter Farbe – und Trickfiguren wie die Schlümpfe oder die Mainzelmännchen bekannt.

Mein Part der Ausstellung bestand darin, alles zusammen zutragen, was mit Filz und Wolle zu tun hatte um ein möglichst umfangreiches Wissen über Material und Arbeitsgang zu vermitteln.  Das Filzen und die vielen Möglichkeiten stellte ich an einem "Teppich" dar, dessen Werdegang noch extra auf einer unfertigen "Kopie" gezeigt  und von mir demonstriert wurde. Musterentwurf und unterschiedliche Materialien waren ein Teil der Ausstellung. Den  Arbeitsvorgang des Teppichs beschrieb  ich in der bebilderten Broschure.