4. März 2018

Ich liebe es Briefe zu schreiben. Dieser Briefwechsel/Gedankenaustausch  beschreibt meine augenblickliche Textilarbeit. 780 kleine ( 3x3 cm ) Quadrate zusammennähen, das klingt nach ziemlich langweiliger Beschäftigung, nach einem fast gleichförmigen Gesamtbild. Aber nein, das ist es nicht. Es sind mindestens 780 Gedankengänge darin enthalten, 10 bis 15 kleine Überwendlingstiche je Seite eines Quadrates.  Jeder Stich eine Sekunde meines Lebens ... wie könnte das langweilig sein?
Genau gesagt:

Liebe Johanna, vonwegen "gleichmäßig, langweilig"................Ich hab mir gestern auch noch lange die Nahaufnahmen angeschaut: Die Stoffstrukturen gefallen mir sowieso immer. Und gestern hab ich mir auch wieder gedacht, wie lebendig doch schon mal ein einzelner von Hand gesetzter Nähstich ist. Alle Stiche sind sehr gleichmäßig, und trotzdem ist jeder anders und hat seinen eigenen Ausdruck. Das ist Leben! Hast Du eigentlich alle Stoffe selbst gefärbt? Die Farben sind wirklich auch alle wunderschön, wohltuend, was für eine Harmonie in der Zusammenschau, irgendwie tröstlich. Schönen Sonntag! und liebe Grüße,XXX

 

Liebe XXX,

das Problem bei "langweilig, gleichmäßig" ist eher die "Sicht, Ansicht". Die meisten Menschen sehen diese Details, die Du so treffend beschreibst, gar nicht. Sie sehen das Große, Ganze, erhaschen mit einem weiteren Blick vielleicht noch den gedanklichen Inhalt. Und gehen dann zum nächsten "Werk". Diese Kleinigkeiten, die ich so sehr liebe wie: kleine gleichmäßige aber doch individuelle Stiche, die je nach Tageszeit und Dauer des Nähvorgangs variieren, mit unterschiedlichem Faden genäht sind. Sehen nicht  die unterschiedlichen Färbungen, gezielt gesetzt, jede mit einem gedanklichen Hintergrund und ja, selbst gefärbt mit Naturfarben ohne Chemie. Auch ein winzig kleiner roter Fleck auf einem braunen Untergrund - ein Blutstropfen, oder ein dunkles, düsteres Quadrat für unendliche Trauer , eine Falte im Stoff ... - das alles sehen nur wir - wir, die selbst auf diese Details in unseren Arbeiten achten, sie gezielt setzen. Aber genau das ist es ja, weshalb wir tun, was wir tun ? Wir setzen unsere Gefühle und Gedanken, Lob und Kritik an  Gesellschaft  und Leben in unsere "Arbeiten" - und diese stehen für uns, für unser persönliches inneres Leben. Und manchmal, und das ist dann das größte Erfolgserlebnis, findet "Jemand" einen Weg in unser Innerstes. Und auch deshalb bleibe ich bei uralten Symbolen, bei Farbensprache und Techniken und feue mich, wenn "Jemand" sie versteht, deutet und  im "Ganzen"sucht und  findet, ja bestenfalls den Faden weiterspinnt.

Liebe Grüße, Johanna

 


2. März 2018

 

Was tun, wenns draußen kalt ist und der Tag lang? Küche putzen! Das schafft Bewegung und macht ein gutes Gewissen. Alles glänzt. Fast alles. Als ich auf meine kleine Rundreise losfuhr, war es noch - na ja "Winter" mit Plusgraden. Die Heizungen waren größtenteils abgeschaltet - ich habe ja genug Wolljacken. Im Eß-Wohnzimmer ich die Heizung auf  kleine Temp. eingestellt.  Als ich wieder nach Hause kam, hatte es hier 10° plus - in allen anderen Räumen  minus 3 bis 5°. Mein Grundofen hält die Wärme 24 Stunden. Er braucht ebensoviele um Wärme wieder zu speichern und, wenn er erkaltet ist , neu beheizt wird braucht er zwei Tage ...  Also ist Bewegung angesagt. 


1. März 2018

 

 

Frühlingsanfang - bitterkalte Tage. War mal wieder verreist. Ab und zu mach ich eine "Familienbesuchsrundreise" Das sind dann so etwa 1300 km. Da gibt`s natürlich einiges zu sehen. Diesmal aber war es zu kalt, den Fotoapparat aus der Tasche zu ziehen. Hier im Wendland an der Wanderdüne an der Elbe  haben wir einen noch sonnigen, fast warmen Nachmittag genossen.  Überall lagen kleine weiße Wollbüschel herum. Klar, daß ich der Natur den Vorrang ließ, aber zum Glück hatte ich auch einen Stift in der Tasche und hab beim Spazieren gehen einen Faden gesponnen. So mag  vielleicht früher ein Schäfer  das Spinnen erfunden haben. Die vom Wind verwehten Wolflocken haben aber auch ganz von selbst eine Bindung gefunden. 


18. Februar 2018

 

Nun ist der Färbeprozeß für dieses Projekt abgeschlossen, Töpfe und Farben aufgeräumt. Erdige, braune Töne sind zuletzt entstanden. Immer ohne Chemikalien, aber mit Geduld und kleinen Tricks. Am schönsten wird immer Seide - klar, ist ja eine Eiweißfaser. Aber auch die Pflanzenfasern lassen sich ohne  Einsatz von schweren Geschützen zu brauchbarem Ergebnis führen. Die Oberfläche des letzten Farbtopfes gab den Titel des Bildes wieder, so wie auch die Rückseite der fertigen Blocks. Ein kleines Rätsel - wie manches. Wäre ja aber nicht mehr spannend, wenn alle  Objekte bereits im www Kreise ziehen würden. Hier in meiner Werkstatt ist Fleiß angesagt. Ein Block besteht aus 64 Teilchen. 12 Blocks müssen zusammengefügt werden. Man muß nicht Adam Riese sein um zu erkennen, daß dies Objekt etwas dauern wird. Ganz nebenbei, während ich nähe, schieben sich andere Arbeiten im Gehirn hin und her. Neue Themen, neue Titel, neue Farben, neue Techniken.  Die nächsten zwei Monate sind allerdings ausschließlich  den angefangenen Projekten vorbehalten. Es gibt Gelassenheit, zu wissen, daß Fertiges parat liegt.

Der April ist ja bekannt für Launisches, Wechselhaftes, Unstetes. Bin ich doch in diesem Monat geboren, scheinen mir diese Eigenschaften in die Wiege gelegt zu sein, so kann ich doch auch geduldig und langmütig sein. So habe ich für den kommenden April "running stitches" auf dem Plan.  Simple kleine Vorstiche, ziemlich langweilig, so klein wie möglich, so gleichmäßig wie möglich.  Aber auch so klar wie möglich erkenntlich, welches Motiv sie darstellen sollten ... Und das bleibt dann der spannende Teil, der mich dranbleiben läßt bis zum letzten  Momment, bis zum Schluß der die Fragen klärt:  Ist das "Werk" so gelungen, wie es in meinem Kopf existiert? Trifft es den Kern? Sagt es etwas aus? und wenn ja, was? Oder fällt es durch das Raster?


10. Februar 2018

 

Die ersten Farbkombinationen sind geglückt, alles paßt so, wie es in meiner Vorstellung schon feststeht. Ich bin zufrieden mit der Vorarbeit und kann jetzt Block für Block fertig stellen -  Scrabblen. Die Spielregeln sind hierbei ganz speziell. Das fertige Teil ist wie alle meine letzten Arbeiten  im Oktober zum Entziffern, Betrachten und  Nachdenken ausgestellt.


7. Februar 2018

 

Seit knapp einer Woche habe ich mir  neue Arbeiten vorgenommen. Einmal ein  Spiel - wer kennt es nicht - "Scrabble". Natürlich wieder mit Stoff gestaltet. Und die Färbetöpfe blubbern bereits. Auch das "layout" steht schon.  Schnippeln, anordnen, kleben - das alleine genügt nicht. Die Recherche ist aufwändig, will ich nicht nur Phrasen dreschen. Das was ich sagen will, darf nicht auf wackeligen Beinen stehen. Also arbeite ich jetzt mal eine Weile auf Papier -

und zudem noch etwas  mit Papier. Wäre ja auch langweilig, nur eine Arbeit auf dem Tisch liegen zu haben. Papier spinnen, das praktiziere ich immer wieder mal dazwischen. Die gesponnenen Papierfäden brauchen aber auch noch einen Auftritt. In diesem Fall  erst mal auf dem Hochwebstuhl - frei gestaltet. Zum Spinnen der Fäden mit den Fingern brauche ich eine Zeitlang, da sie dünn sein sollen, zart, elastisch.  Geduld ist hier angesagt, denn der Faden reißt leicht und manches muß aussortiert werden, weil es ungleichmäßig geworden ist. Tja, wenn man so einen Ehrgeiz entwickelt, es  perfekt aussehen zu lassen, muß man ein bischen leiden. Ob das Teil also groß oder klein wird ist abhängig von meiner Geduld und der Zeit die ich dafür einsetze. Mal sehen ...


2. Februar 2018

 

Nun habe ich mich doch entschieden zuerst mal zu quilten, es vielleicht auch dabei zu belassen.  Weniger ist ja bekanntlich oft mehr. Das Ganze aber liegt jetzt vorbereitet, angefangen und parat für meine Kurzreisen in einem Körbchen. Unterwegs mal schnell die Arbeit in die Hand nehmen und ein Motiv steppen ... so kann auch diese Geschichte weiter wachsen. Fertig zu sehen ist sie dann im Oktober.

Inzwischen kann ich mich um Neues bemühen. Oder Angefangenes fertig machen. Seit einer Woche liegen auch die Teile eines Flachwebstuhles  im Gästezimmer. Noch weiß ich nicht, wo er stehen soll. Was ich weiß ist, daß ich Jackenstoff oder und Tischläufer darauf weben möchte, denn ich habe noch eine Kiste voll "Cottolin". Ein wunderschönes Material mit dem ich schon einiges gewebt habe. ("weben") Manches davon ist sehr verbraucht und kann erneuert werden. Dazu werde ich die Regentage im Sommer nutzen, hoffe aber, daß es nicht wieder so viele werden, wie im vergangenen.


28. Januar 2017

 

Es fehlen noch ein paar Stiche ... dann ist das Top fertig. Die Füllung und die Rückseite sind abgemessen, zugeschnitten. Aber nein, gequiltet kann noch nicht werden, denn erst werde ich noch einiges an Zierrat einfügen. Es soll ja spannend bleiben und etwas zum Ansehen geben ;-) .

"Zierrat" nenne ich die kleinen Ergänzungen zum Patchwork. Sie unterstreichen die Aussage des Bildes mit Symbolen, sind quasi ein kleines Rätselraten für den Betrachter. So ist der kleine Spiegel eine Abschreckung für das "Böse". Wenn es in den Spiegel schaut, sieht es sich selbst und erschrickt, flüchtet ...oder aber auch die "Selbsterkenntnis".  Die kleinen Spiegel stammen aus Indien und werden mit einem speziellen "shishastich" an den Stoff befestigt. Auch die Quasten bedeuten etwas. Sie sind ein Erinnerungssymbol. So baue ich eine Geschichte auf, die sich nur dem aufmerksamen Betrachter erschließt. Das aber ist auch der eigentliche Spaß für mich, mit viel Abwechslung und Technik. Besonders spannend wird es sein, das selbst gesponnene Leinengarn zu benützen.


21. Januar 2018

 

dachte ich doch, der Frühling sei nah ... hätte es besser wissen müssen, daß die lauen Tage Trug sind. Zaubernuß, Winterjasmin und Duftschneeball, Lenzrosen - alls unter einer warmen Decke verpackt. (siehe Garten) Es sieht  zauberhaft aus und ich schaue von meinem Fensterplatz immer wieder von der Näharbeit auf die weiße Pracht.

10 Stunden Nadelarbeit steckt bisher in dem Stück. Nicht berücksichtigt ist das Färben und sonstige Vorarbeit.

10 Stunden nähen,

4  putzen, kochen und Bewegung,

2 Stunden trödeln ... und

8 Stunden schlafen.

24 mal 60 Minuten hat so ein Tag - eigentlich viel und doch  möchte ich ihn oftmmals aufhalten, verlängern, anhalten,  festhalten,  zurückspulen.

 

Wenn ich heute, nach dem Spaziergang zum Wald,  noch den Nachmittag und die Nacht mit dem Puzzeln verbringe, habe ich die Grundlage fertig, dann kann ich mit dem Quilten und Verzieren, mit dem "Nadelmalen" beginnen.


17. Januar 2018

 

Schluß mit Rumprobieren, Puzzeln, Teilchenschieben und Konstruieren. Ich beginne mal die Grundlage zusammenzusetzen, Ist ja noch ein langer Weg zum Ende dieses Stückes.

In der Methode "English paper piecing", (aber ohne Papier ;-) ,  nähe ich die Quadrate jetzt aneinander - mit kleinen Überwenlingsstichen. Je kleiner die Nadel, desto leichter ist es, kleine gleichmäßige Stiche zu nähen. Für die Farbwahl des Fadens ist für mich die Wirkung entscheidend. Diesmal nehme ich für die dunklen Flächen, dunklen Faden, und für die hellen weisses Garn. Manchmal ist es schön, die kleinen Nähpunkte vorne zu sehen. Manchmal. Das Zusammengefügte "bügel" ich dann mit dem Daumen platt. Wenn ich eine Portion  Teilchen zusammengenäht habe, bügel ich sie dann noch mit dem Bügeleisen  glatt.

Ein zehnter Teil des Ganzen  ist bereits genäht. Soll ich mal die Stunden zählen die in so einem  1/10 Stück stecken ?  Wär ja mal ganz interessant. Auf die Plätze ... los.

 

 

Zum "paper piecing" will ich noch etwas bemerken. Natürlich habe ich eine Schablone.

Nicht zu dünn, denn ich benütze sie zum Umbücken -  mit den Fingern mache ich eine scharfe Kante und nehme die Schablone gleich für das nächste Teilchen. Dann versuche ich so präzise und gerade  wie möglich zu nähen.

Erst alles auf Papier heften um es später alles wieder zu entfernen ... dazu reicht mein Gedultsfaden nicht. Und  - es ist "Handarbeit", ich bin keine Maschine.


16. Januar 2018

 

Der Weg ist das Ziel ... das Ende der Reise ist der 3. Oktober. Viel Zeit für Spielchen. Unscharf ist mein Foto, aber darin sehe ich neue Strukturen die zu meinem Thema passen. Möglich - Unmöglich? Unmöglich ist nur das, was man nicht tut - probiert. Zwischendrin mache ich Begonnenes fertig, überlege, wie es präsentiert werden könnte, und und und. Eine Ausstellung besteht eben nicht nur aus einem Teilchen ...

Die Indigoküpe ist trotz drei mal probieren mißlungen. Warum? Keine Ahnung. Wäre es mir nicht schon viele Male geglückt mit dieser Zauberei "blau" zu machen, ich würde sagen: funktioniert nicht. Habe mal neuen Farbstoff bestellt ... für einen neuen Versuch.

 

 

Puzzelspiele ... Teilchenschieben,  Formatieren ...

ein Motiv ist entweder vorgegeben,  kann gefunden werden, kann sich ergeben, oder es entwickelt sich. Ich habe eines im Kopf, aber die Umsetzung funktioniert noch nicht richtig.


8. Januar

färben, nähen, färben, nähen, färben ... hört sich nach Gleichmaß an. Aber nein, dazwischen entstehen immer neue Ideen und Gedanken. Formen und Farben lassen sich immer wieder neu zusammensetzen ... was für ein schönes Spielzeug ...

und da ich ja (fast) alles  - 99% -  mit der Hand nähe, dauert es eben seine Zeit. Meine Zeit.

8 Tage und Nächte bin ich nun schon fast ausschließlich mit dieser, eher kleinen, Patchworkarbeit beschäftigt.  Noch steht das grundlegende Muster nicht fest, nur die Farbe und die Formen der einzelnen Teilchen. Am kommenden Wochenende werde ich eine Indigoküpe ansetzen, um noch einen Teil der gelben Stoffe in Grüntöne zu verwandeln.


6. Januar 2018

 

Immer noch stehe ich an den Farbtöpfen. Es ist schon wirklich Zauberei. Trotz gleichem Farbbad entstehen die unterschiedlichsten Farbtöne. Je nach Stoff- und Garnmaterial.

In manchem Licht sieht das gleiche Stück Stoff scheinbar in einer anderen Farbe gefärbt aus. Wüßte ich es nicht besser, ich würde zweifeln.

Seit gestern zieht Faulbaumrindenduft durch die Hexenküche. Und es ist spannend zu sehen, wie sich aus dem Farbbad bis nach dem Bügeln die Farbe in sich auch noch wandelt. Das Ergebnis ist inspirierend.

Heute setze ich noch ein Hennabad an. Nein, nicht für meine Haare. ;-)


3. Januar 2018

Des Spieles zweiter Teil. 

Für Quadrate in drei Größen habe ich mich für`s Erste entschieden.

10 x 10 cm, 5x5 cm und 2,5 x 2,5 cm. 

Es liegt weder Muster noch Farbe fest.

Ich habe einfach mal losgelegt. Das ist sowieso für mich das Schwerste, die Entscheidung zu treffen, was ich wie und womit was  mache. Fest steht nur, daß Gelb in Schattierungen vorrangig sein soll. (Aber das kann sich ändern ;-)   )

Ein kleiner Hintergedanke, eine Idee, eine Geschichte steht natürlich auf meiner Stirn geschrieben. Aber nun muß sie weiter geschrieben, weiter gesponnen, genäht werden.

Mir fehlen weitere Farben, also muß ich nebenbei auch noch ein bischen mit Farbstoffen mixen und experimentieren.

Die Farben auf den Fotos entsprechen nicht den realen Farben. Als ob diese natürlich gefärbten unterschiedlichen Stoffe, Baumwolle, Seide, Leinen ...  ihre Inhaltsstoffe widerspiegeln. So erscheint das eigentlich vorliegende Grün auf den Fotos manchmal richtig Blau. Das Grün wurde  vorgefärbt  mit Indigo, manchmal noch in Krapp getaucht und dieses erscheint auf dem Foto an manchen Stücken ganz klar, - auf dem Foto. Das Altrosa ist auf dem Tisch  ein Orange , das Gelb so, wie oben auf dem Foto erscheint ... Mystisch - wie der Vorgang des Färbens selbst.


1. Januar 2018

 

Neujahrstag, Feiertag.

Was tut ein leidenschaftlicher Textiler an einem Feiertag?  Feiern. Was ist schöner als einen Start in ein "Happy new year" als "happy" zu sein. Farbig beende ich das alte Jahr und bunt beginne ich das neue Jahr und freue mich an den Ergebnissen. Ich bin happy.

 

 

Gelb, zwischen den Jahren gefärbt mit Curcuma. Das ist indische Gelbwurz, ein Ingwergewächs. Es soll nicht lichtecht sein, wird, wurde aber in Indien traditionell zum Färben verwendet. Das werde ich nun ausprobieren, ist aber für meine Arbeit nicht so wichtig. Die Farbe ist wesentlich intensiver als auf dem Bild, ein richtiges, knalliges, strahlendes Gelb.

Habe eine Lichtechtheitsprobe gemacht, das Ergebnis zeige ich in ca 4 Wochen.

Auch im neuen Jahr zeigt sich wieder der Zwiespalt, in dem ich mich ständig befinde. Links, der zusammengeknüllte Haufen, die Farben die Licht und Schatten, Höhen und Tiefen zeigen und rechts der fein gebügelte und gefaltete Farbverlauf. Chaos oder Ordnung? Nun, es wird sowieso geschnitten, genäht, verändert, verziert ... mal sehen, wohin das Materialpaket führt.

Die braun wirkenden Töne sind mit Catechou, dem Holz der Färberakazie gefärbt.

Im Kachelofen warten nun noch zwei weitere Farbtöpfe. Mit einer Zusatzfärbung mit Krappwurzel (Färberröte, Labkraut) soll nun noch etwas Lila und Orange entstehen. In einem Topf ist Krapp pur, im anderen gemischt mit Curcuma. Indigo gefärbter Stoff ist die Grundlage  für die Mischung. "Mischen und Manschen sind dem Menschen angeboren" ... wie recht Goethe doch hat.... Welch ein Spaß das ist.


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