14. Januar

 

Es gibt Orte, die besucht man nicht nur ein mal. So zum Beispiel die Töpferei, Schreinerei und Kaffee Kunzmann in Neusles. Herr Kunzmann hat mir neue Haarnadeln aus Ebenholz gezaubert, Frau Kunzmann backt den leckersten Kuchen.

Das "Walberle", auch so ein Ort  von dem man nicht genug bekommt. Heute zeigt der Berg  sich zuerst in voller Sonne, der Weg ist gut gehbar und genau die richtige Länge, je nachdem welche Wege man wählt,  der Flair der den Berg umgibt,  und - ach ja... der Skulpturenweg - kleine, feine Ziele.

Die untergehende Sonne, zusammen mit aufsteigendem Nebel hat die Landschaft gegen Abend zusätzlich verzaubert ... Langsam hat sich das Tal versteckt  und letztlich  war auch der  Berg weg. Vernebelt.


13. Januar

Die ersten mit Erdfarben gefärbten Stoffe und die mit Wolle, Flachs, Baumwolle verfilzten Probestücke sind zerschnitten. Es tut immer weh, in die mühsam erstellten Stoffe zu schneiden. Doch das Ergebnis überzeugt dann aber meist.  Die geschnittenen Streifen sind nun fixiert und werden jetzt mit Sticktechniken verbunden. Die Fäden dazu sind auch im Erd - Färbesud entstanden. Die Spannung bleibt... das Ergebnis ist in meinem Kopf aber schon  geplant. Mal sehen wie es weiter geht ... morgen.


11. Januar

Rings um Königstein grasen die Schafe von Ursula. Sagt man nicht das "einzige" schwarze Schaf in der Herde?  Hier ist es ein weisses,   das einzige aus der Reihe tanzende. Der Wollvorrat vom  vergangenen Januar, im Juni geschoren ist heute zum Filzen auf dem Tisch. Was ich da mache, verrate ich wieder noch nicht. Kein Geheimnis, dass ich es manchmal selbst nicht weiss. Die Wolle jedenfalls ist wunderschön, lässt sich aber nicht so leicht dahin verarbeiten, wo man sie gerne hätte. Aber es wird schon werden...irgendwann. Die weisse Wolle filzt jedenfalls super und wird bald  fertig sein. Mit dem braunen Vlies muss ich noch experimentieren.  Ja doch, die Proben  haben letztendlich auch einen Zweck und ein Ziel.


7. Januar

"Lost place" oder Touristenmagnet?  Wir waren fast allein, kleiner Anstieg, etwas glatt aber wunderbare Aussicht gen Osten ... Burg Flossenbürg, um 1100 erbaut, ist eine restaurierte Gipfelburgruine in 732m Höhe. Der Schloßberg ist ein Granitfelsen , ein Geotop in der Oberpfalz. Unterhalb der Burg Steinbrüche mit dem "Flossenbürger Granit" die  durch den Abbau sehr seltene Granitschichtung zeigen. Diesen  Ort an sich umfuhr ich bisher auf meinen Routen. Vor vielen Jahren war ich einmal hier und mich schreckten die Hinweise auf das Leid der vielen Menschen im KZ.  An dem kleinen jüdischen Friedhof konnte ich nun dennoch nicht vorbei. Er wurde 1692 angelegt und die letzte Beerdigung fand 1946 statt. 451 Grabstellen bieten hier die letzte Ruhe ... Schneeflocken vertrieben uns und heute,

8. Januar sind wir wieder eingeschneit. Kachelofenbankzeit.


5. Januar

Holzweg - Kreuzweg -Eigentlich wollten wir von Kloster Speinshart den Kreuzweg auf den  Barbaraberg gehen. 3 km x 2 ... locker machbar. - eigentlich. Die  vergangenen regnerischen aber  warmen Tage führten uns in die Irre. Wind und Schneeluft verdarben uns das Wandern - so bewegten wir uns doch lieber  auf Sightseeingtour per 4Radmobil. Ganz am Horizont schien wohl die Sonne, markiert durch   einen   Lichtstreifen ... das war aber südwestlich, also weit weg von uns....falsche Richtung gewählt! Auf dem Heimweg begleitete uns leichter Schneefall...nix mit Frühling. Wär ja auch zu schön gewesen.

 


1. Januar 2022

 

Seit August steht der Sockel für die "Kopflose" parat.  Heute hat sie ihren Platz darauf eingenommen.  www.facebook.com/SebastianPaulBildhauer/ hat sie geschaffen. Auf dem Fenstersims im alten Pfarrhaus während unserer Ausstellung  hatte sie eine Woche lang ihren Platz. So optimal präsentieren kann ich sie leider nicht, denn sie soll ja in meinem Blickfeld sein. Irgendwie repräsentiert sie mich, denn seit einiger Zeit fühle ich mich ziemlich kopflos., handle unrationell und zu spontan ...  es wird Zeit, wieder an die "Arbeit" zu gehen. Wieder in  ein spannendes Jahr???


31. Dezember

Der letzte Ausflug in diesem Jahr führte auf die Burgruine Weissenfels im Steinwald. http://www.burgruine-weissenstein.de/

Und morgen?

Beginnen mit einer Wanderung? oder den Tag  mit Abwarten geniessen. Der erste Tag im Jahr... alles ist offen, alle Wünsche sind frei, alle Möglichkeiten, jeden Tag mit einem Abenteuer zu füllen  - 365 mal. Aber was ist ein Abenteuer? Jedenfalls wird es nicht um die Ecke kommen,, wenn keine Ecke zur Verfügung steht. Also: auf  in ein neues, abenteuerliches, schönes, sonniges Jahr... mit ab und zu Regen...ok, wenn`s  denn sein muss.   PROST NEUJAHR !!!!


29. Dezember

"Lost places"

"Der Ford FK 1250, später Ford Taunus Transit, war ein zwischen 1953 und 1965 im Werk Köln-Niehl der deutschen Ford-Werke hergestellt worden."

Bei einem Spaziergang von Neuhaus nach Königstein  sind wir an diesem "lost vehiekel" vorbei gekommen. Ein kleines Abenteuer noch vor Jahresende. Ach wie schade ... das Auto hätte mir gut gefallen. Wie gerne würde ich damit jetzt in Richtung Süden fahren...


28.Dezember

Nach Weihnachten ist vor Weihnachten? Weihnachtsmarkt - Vielleicht sollte man jetzt schon vordenken.  Ich habe einen Stadt-Schaufensterbummel gemacht, aus zwingendem Anlass, und festgestellt: alles ist noch vorrätig, was nächstes Jahr brauchbar sein könnte. Der  Einkauf,  entspannter als vor dem Fest. Die Weihnachtsmänner stehen Schlange... warten aufs Einschmelzen - und die Menschen stehen Schlange um preisreduziert einzukaufen oder umzutauschen. Wer hat noch nicht, wer will noch mehr?

Zurück in meiner Idylle stelle ich fest: brauch ich alles nicht. Trotz Allem, Weihnachten ist noch bis 2. Februar und diesen besonderen Flair muss man sich ja nicht entziehen.


20. Dezember

4. Adventsonntag. Der Adventskranz hat die 4. Woche nicht überstanden, nun ziert den Tisch ein Stückchen Wald. Wunderschön die  verwitterten Blütenstände der Lampionblume und Clematis. Wie wenig es braucht um "Stimmung" zu zaubern. Eine Kerze, ein kleiner Teller Gebäck, Glühwein, schöne Musik und schon ist Märchenzeit. Geschenke und Weihnachtswünsche habe ich statt dessen  postfertig gemacht und noch ein wenig Weihnachtsduft aus der Küche gelockt. Märchenzeit ist später ...


16. Dezember

An der Schönen aus Stein gehe ich oft vorbei, so auch heute.  Gerade jetzt zur Weihnachtsbäckerei mahnt sie zum Maßhalten. Es ist schon eine große Versuchung nicht den Finger in die Teigschüssel zu tauchen und die ersten fertigen Lebkuchen frisch vom Blech zu naschen. Der Einkauf für die nächsten Wochen ist erledigt und ich kann nun noch in Ruhe und mit Genuß ein paar  Rezepte für noch mehr Kleingebäck ausprobieren und Bewährtes in die Schachteln füllen. Und nein, ich esse  nicht alles selbst. Sie dürfen in den Norden reisen. Aber es bleiben auch noch einige für mich übrig.


11. Dezember

Nachhaltigkeit. In aller Munde ist diese Forderung. "Meiner" Generation wird Schuld zugewiesen. "Wir" hätten falsche Zeichen gesetzt. Aber wie ist das wirklich? In meinem Haus sind ca 10°, nur das Zimmer, in dem ich mich aufhalte hat 20° und das Bad - das jedoch ist mein "Luxus". Ich trage noch, wie meine Oma, das Holz in die erste Etage. Seit 30 Jahren kaufe ich regional und BioProdukte mit Siegel. Benütze keine Fertiggerichte, sondern koche selbst- täglich, backe Brot selbst - im Winter, im Kachelofen.. Klamotten repariere ich oder mache 1 aus 2, wenn möglich.  Neues gibt es  nur wenn absolut nötig und dann mit hohem Qualitatsanspruch, denn Klasse ist besser als Masse. Warum ich das so betone? Ich denke gerade über zwei Dinge nach: Den Vorwurf der "Schuld", seitens der Jugend und der Nachfrage, ob ich nicht im Rahmen der SOLAWI jungen Mitgliedern nachhaltiges Reparieren von Kleidung zeigen könnte. Kann ich. Gelernt habe ich aber alles, was ich kann aus Interesse und durch Probieren und lernen. Kaum jemand hatte jemals soviel Information, wie wir heute. Ein Klikk- und schon ist eine Anleitung parat... für fast alle Fragen eine Antwort. Meine "Bibel", von Kindheit an war  das  "Werkbuch für Mädchen" von Ruth Zechlin. Altmodisch, zugegeben, aber die Techniken unverändert aktuell. Wie z.B. das Stricken von Strümpfen. Dem  Stapel handgestrickter alter Socken, die auf Reparatur warten gehe ich jetzt endlich  zu Leibe. Manche lohnen nicht  gestopft zu werden, wenn sie schon xmal bearbeitet wurden. Aber auftrennen und mit dem noch brauchbaren Garn "anstricken", wenn Ferse und Spitze fast nur noch ein Loch sind. Das funktioniert gut, zumal das Strumpfgarn heute fast Luxus ist. Aber auch das lohnt sich, neues Garn zu neuen Strümpfen verarbeiten. Ich trage, seit ich denken kann diese handgestrickten Strümfe. Meist in schwarz. Schwarzes Garn läßt sich aber schlecht vor dem Fernseher oder in Gesellschaft stricken ... wenn man nicht Adleraugen hat. Zu kaufen bekommt man sie auch kaum, denn wer strickt schon gerne (in schwarz). Selbst ist ... das Zauberwort. Mit einem Hörbuch, bequem im Sessel mit einer warmen Decke um die Knie, Großmut bei einer gefallenen Masche und einer großen Tasse Cappuccino - Yes  - das ist perfekt.

 

Auch die Jacke aus Königsteiner Schafwolle wächst. (Abendprogramm) Vor meinem Fenster tummelt  sich bereits der Wollvorrat für den nächsten Pulli ...Es ist beachtlich, wie die Spinnerin drei hauchdünne Fäden zu einem zusammengesponnen hat. Mit Nadelstärke 3,5  ergibt das ein  feines Strickbild. Ein schönes Geschenk war diese  handgesponnene Wolle. Die, welche da draussen wartet, muß erst geschoren, gewaschen, gekämmt und letztendlich gesponnen werden. Wieviel Zeit und Geduld  in so einem Endergebnis steckt !


7. Dezember

Schön, wenn sich die Kinder noch etwas selbst gemachtes zu Weihnachten wünschen. So habe ich mal meinen Fundus an Papieren durchforstet und wurde auch fündig. Nach mehreren Stunden schneiden und kleben  strahlen die Hütchen für eine Lichterkette um die Wette - ich hatte meinen Spaß dabei. Eine Freundin schrieb mir gerade:     "es gab zur Königsteiner Zeit herrliche Events in Deinem Haus. Ich denke gerne daran zurück."

Ein bisschen vermisse ich diese vorweihnachtliche Stimmung  schon, nicht aber den damit verbundenen Aufwand.  Die Märchenerzählerinnen, die Musikanten, die kleinen Kaffeerunden mit weihnachtlichen Kuchenspezialitäten, Glühwein und Lebkuchen. Fachgesimpel und nette Unterhaltungen, die vielen Kerzen und die Stimmung  und die Spinnstuben und weihnachtlichen Kreativkurse... Es war einmal.

Schön, daß ich damals schon kleine Videos mit stimmungsvoller Musik unterlegt habe... so kann ich ab und zu zurückkehren in diese Vorweihnachtswochen.


4. Dezember

Die Zeit fliegt, nun ist bereits der letzte Monat im Jahr und morgen der zweite Adventsonntag. Gut, daß mein heutiger Rundweg keine Sackgasse ist... noch möchte ich nur drumherum gehen um den Friedhof, in einem großen, weiten Bogen, auch wenn`draussen glatt, matschig und grau ist.  Für den Nachmittagskaffee hab ich es mir gemütlich gemacht. Ich gebe zu, die neue Platte habe ich mehr wegen der schönen Hülle erstanden ... aber Musik und Texte, ja, mag ich auch. "Leonie singt".  Die Pommeranzen, Apfel- und Orangenscheiben verbreiten Winterduft und die Kuchensterne mit dem Gewürzkaffee stimmen mich  adventlich ... So soll`sein.


30. November

Als ich heute morgen aufwachte, war die Welt draussen leicht weiss angehaucht. Also wieder ab ins Bett, zu einer neuen Runde Schlaf,  zum Träumen. Beim erneuten Erwachen lag knapp 15 cm Schnee. Naß und schwer und anstrengend um die Wege freizuschaufeln. Und doch zuberhaft. Ich blieb draussen hängen, auf der Suche nach "Naturkunst" ...


28. November

"Drei Wochen war der Frosch so krank  Jetzt raucht er wieder. Gott sei Dank" W.B.         Ich bin kein Frosch und ich rauche nicht, aber bin wieder kuriert und mein Ofen raucht. Bündner Nußtorte und Stollen sind fertig, auf dem Postweg -  nordwärts. Nun fehlen noch Lebkuchen und ein wenig Kleingebäck ... so versorgt mit Naschereien, Kerzelicht und Glühwein, kanns`s gemütlich werden, die kommenden Wochen.


21. November

etwas " neben der Kappe" ziehe ich mich kurz mal zurück. Husten, Schnupfen und ein dicker Kopf gebieten Ruhe ... den Zeichen folge ich  nun und trotze dem trüben Wetter mit Chopin, Grieg, und anderen ruhigen Klängen. Es kann nur besser werden!

 

 

 

Salbei- und Thymian 

sind meine

augenblicklichen Begleiter.

Es schmeckt grässlich, hilft aber.


12. November

 Ein bisschen Nostalgie, passend zum Nebelwetter? Oder Hoffnung auf ein Neues?

Auf der Suche nach dem verschwundenen Sommer begegnet mir Beides. Knospen, die den Frühling verheißen und unterm Laub spitzen schon neue Triebe, Samen zeigen neues Leben an. Spinnereien im  nassen, nebeligen Garten zeigen Farbe....

 

 

 

 

 

Gestern war St. Martin - für die Kinder immer der

erste Duft von Weihnachtszeit. Äpfel, Nüsse,

Lebkuchen und ein gspannender, gemütlicher

Abend. Nun, ich bin alleine, die Kinder weit weg -

aber warum sollte ich nicht in nostalgischer

Erinnerung ein wenig "Stimmung" manipulieren?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


9. November

Familienwochenende - Spiele, Gespräche - um den großen Tisch ist es lebendig. Für Vegetarier und Fleischesser ist er gefüllt und es geht lustig zu - ein Spaziergang zu den Kammerweihern inclusive. Heute, Dienstag, ist wieder Ruhe eingekehrt. Alles ist an seinem Platz und das Textilprojekt darf sich wieder ausbreiten. Noch bin ich mit den Farbexperimenten ganz am Anfang, aber ein erstes "Bild" kann schon mal wachsen.

Das Problem, das mir im Weg steht ist, daß ich die schönen vorverarbeiteten Stoffe klein, bzw. zerschneiden muß... das tut immer weh.

 


4. November

Felsen, Steine,  Farberden - eine Fülle von Informationen und Möglichkeiten gibt es um damit Ideen zu verwirklichen. Und nein, ich muß und kann nicht alles dazu wissen. Irgendwann im Sommer träumte ich von Fischen ... einer schwamm mit Bauch nach oben, einer nach unten... der Traumdeutung nach bedeutet das nichts Gutes. So habe ich die beiden gezeichnet und zusammengefügt zu einem Ganzen. Nun soll mir die Vorlage zum Druck einer Versteinerung dienen. Der Hintergrund wird von  Hand gemachtes, altes, unregelmäßig gewebt und gesponnenes Leinen sein. Zusammen mit den mit Röthel gefärbten Proben  versuche ich die Erdschichten darzustellen. Das wird jetzt dauern, Winterarbeit am warmen Ofen an grauen Tagen. Was mir noch fehlt ist Goldocker, "Amberger Dreck" . Ein paar schöne Tage wird der November doch noch haben um auf die Suche zu gehen?


2. November

"Einfaltspinsel" ? Das Spiel mit den Erdfarben hat nix ergeben außer die Erkenntnis, daß Stoff damit nicht gut färbt, keine brauchbaren  Ergebnisse bringt. Deshalb findet man auch kaum Information über Färben von Textilien mit Erdfarben. Das heißt aber nicht, daß die Stoffe nicht verwendbar  sind. Für kleine Spielereinen... warum nicht. Meine Versuche sind:

1. einfach nur in das Wasser mit einem Klumpen zerstoßenem Röthel in einen Steintopf  eine Woche eingelegt,

2. mit Tannin vorgebeizt und zusammen mit Tannin und Farbe erhitzt und über Nacht  abkühlen lassen. Meine Proben waren: altes, grobes Leinen und ein Stck. Baumwolle.

So liegt jetzt mal eine kleine Sammlung verschiedener Dinge vor mir und ich muss mir was einfallen lassen. Das Erste waren heute Nacht die "Einfalltspinsel" . Bin sehr gespannt, wie und  was sie für mich unter meiner Handführung  arbeiten werden ... Aber zuerst muß ja Farbe aus dem Farbklumpen  gelockt werden. Mit Mörser und Stößel, Sport zur Muskelstärkung. Fein pulverisiert und gesiebt wird dann ( so hoffe ich) mit unterschiedlichen Bindemitteln Malfarbe entstehen.


30. Oktober

Mein Fuß braucht noch gerade Wege, so folgte ich dem Tip zum neuen Skulpturenweg unterhalb des "Walberla´s". Ein fast zu warmer Herbsttag und jede Menge Mitläufer. Aber das Gelände ist groß genug um die Hauptwege zu umgehen und wählt man Gegenrichtung folgt man auch nicht immer dem Strom.  Sehr schöne Skulpturen und wunderschöne Ausblicke. Es sind dann auch Stunden und alles in allem ein ganzer Tag in der Sonne geworden.


29. Oktober

Lost Places - sie unerwartet selbst zu entdecken ist spannend, überraschend und macht einen Ausflug erst interessant. Nach Vorgaben, Karte, oder gar mit Führung... ? Vorgeplantes Leben ist gar nicht mein  Ding. Die ungefähre Richtung, ein Ziel - ja doch, aber immer ist der Weg mein Ziel. Das alte Kino, der eingewachsene Truck oder der Hinweis auf luxuriöse Übernachtung aus einer alten Zeit... sie bergen Geschichten und wecken Erinnerungen - lassen mich nachdenken. Am Ende des Tages lag dann noch ein Specksteinbruch  - klar, daß es wieder dunkel wurde, bevor es  heimwärts ging.

Eigentliches Ziel war der Parkstein. Ein Vulkankegel, der von Königstein aus am Horizont zu sehen ist... ein Sehnsuchtsort also... ganz weit weg. Zweite Station die Tiefenbohrungsstelle Windischeschenbach, dazu war es dann aber schon ein bisserl spät und Zeit braucht man da schon.  Ganz  da  hinten , da sieht es aus, als wäre dort ein Steinbruch ... schade, nicht zugänglich. Ein Bauer auf dem Traktor weiß aber wo`s was zu entdecken gibt... ein Specksteinbruch.


27. Oktober

 

Erde, Felsen, Steine, Sand ... Erdfarben, Pflanzenfarben, Mineralfarben ... was ist das alles eigentlich, wie unterscheidet sich das und viele weitere Fragen können sich ergeben, wenn man erst einmal in einer Erdfarbgrube gestanden hat. Also ein paar Tage abtauchen in eine andere Welt. Füsse hoch und bequeme Lage und ein Stapel Bücher, Stift und Papier und los gehts -  Homescooling.

Die vor ein paar Tagen eingeweichten Frabpigmente haben sich vom Wasser inzwischen  getrennt und auf dem groben Leinen angelagert. Sieht flauschig aus. Und jetzt? Abwaschen.

Was übrig bleibt ist kläglich, aber haltbar. Das Leinen beizen wäre ein weiterer Versuch. Ein weiterer wäre, einfach den Vorlagen trauen, die von den früheren Generationen stammen. Da kommen Erdfarben in der Stoffärberei nirgends vor. Nur zum Beizen und als Farbverstärker. (Tauchen, bzw einlagern in Mooswasser.(Lettland) Als Malgrund für die entsprechend zubereiteten Farben eignet sich Leinen allemal. Aber das später ...

Nach vielen Jahren unterweise ich einmal wieder das Übertragen eines gezeichneten Musters auf unregelmässig gewebtes, altes Leinen. Die museale Schachtel mit dem Farbpulver zu öffnen und dann die gestochenen Löcher mit dem zugehörigen Stempel  auszufüllen ... das fühlt sich an, als wäre ich  in eine andere Zeit versetzt. Sorgfalt ist angesagt und keine Hektik,  denn die Farbe am falschen Fleck wäre fatal.

Dann kommt die Verarbeitung, Hohlsaum, Vorstich, Rückstich, Kettstich. "Das kann schön werden", hat meine Lehrerin immer gesagt. Dies wird schön.

Was ist eine Bäuerin? Eine Frau, die gerade eben noch Rüben aus dem Acker gegraben hat und nun mit ihren rauhen Händen ein zartes, edles Geschenk ganz von Hand fertigt?  Hat das Fertigen des Gewandes und der Wäsche  nicht schon immer in den bäuerlichen Haushalt gehört, nebst dem Säen und Ernten und Vorbereiten  des Rohstoffes, Spinnen und verweben des Fadens und der Umgang mit der Näh-Strick-und Sticknadel?

Als wir ein Stückchen von dem Stoff abschnitten, hat uns das Herz geblutet, dachten wir doch an die Mühsal der Vorarbeit.

Das kleine Kissen wird als ein  wohlgeschätztes Kleinod ein neues Leben führen dürfen.

 


24. Oktober

Was macht man wohl, wenn ein geschwollener, schmerzender Knöchel am "in die Sonne" gehen hindert? Ans Fenster setzen und Blätter zählen, oder Farben, oder vorbeifliegende Vögel. Lesen, Musik hören und einen Cappuccino geniessen. Nein, das ist durchaus nicht langweilig, nur ärgerlich. Aber urplötzlich streift mich eine Idee, Gedanken schweifen ab, kreisen und kommen zu einem Punkt. Genau ... den werde ich jetzt schnell festhalten. Er hat was mit Farbe zu tun und ist rot. ... 😏🙂

In der obersten Erdschicht der aufgelassenen Farbgrube fand ich dieses Gebilde. Ein Stück Plastik. Erstaunlich, wie es die Farbe der Umgebung angenommen hat. Der grobe Streifen Leinen könnte sich doch auch färben lassen. Hat man nicht "früher" Kleidung in Erde eingegraben, damit sie Farbe annehmen? Las ich irgendwann irgendwo. Da bleibt noch  einiges  zu experimentieren.


20. Oktober

Am 6. hatte ich "Jack" in der Badewanne. Jack ist ein Waldschafbock aus der Nähe vom Rauhen Kulm, umgezogen auf die Wiesen um Königstein. Nachdem ich gerade ein wenig gehindert an Aktionen bin, ist es fein, daß meine Freundin mir Gesellschaft leistet mit der Wolleweiterverarbeitung.  Sie möchte ein Oberbett mit kardierterm Vlies  machen. Dazu muss  sie die Wolle durch die Kardiermaschine drehen. Die so entstandenen Platten knotet sie dann in einen Bettbezug. Das hat sich bewährt und ist eine schöne Möglichkeit die Wolle zu verwerten und nicht zu vernichten. 40 Schafvliese aber lassen sich nicht in Betten stopfen, also sind sie in der Spinnerei gelandet. Dort ist die Wartezeit  bis Frühjahr 23.  Waschen, kardieren, Spinnen... die Wolle ist dann sehr kostbar geworden, denn die Preise  für die einzelne Leistung summieren sich.

Die Situation hat sich in den vielen Jahren, seit ich mich mit Wolle beschäftige, kaum geändert. Mit der Wolle von 40 Schafen könnte man  eine Menge schöner Dinge machen. Naturbelassen, ökologisch, nachhaltig ... Seelenfutter.  Zum Beispiel Spinnen.

Am Ende steht dann ein kuscheliger Pulli o.A., der Jahrzehnte warm hält.

Jetzt ist gerade wollweiß en vouge ... Wer hat Lust an einer privaten Spinnrunde im "Hirschen" ??? Vielleicht mit Musik?  Vielleicht liest auch jemand Geschichten vor ? oder vielleicht erzählt jemand von "Früher" ? 

Die Wolle. mit der ich gerade stricke ist sehr, sehr  fein gesponnen und dreifädig. Von Hand gesponnen mit Königsteiner Wolle. Aus  einer anderen Generation -  als man noch Spinnen konnte. Und wie ... trotz viel mehr Arbeit und Mühe, ohne technische Hilfsmittel, oft noch mit alten, kranken, pflegebedürftigen Familienmitgliedern im Haus. Auch damals war das sicher eine Atempause vom Alltag - Seelenfutter sozusagen, mit dem Hintergrund eine wichtige, nützliche "Arbeit" getan zu haben. Heute ist es Müßiggang! Hab ich doch heute gelesen: " Müßiggang ist eine Ode an die Öde". Für die heutige Zeit mag das wohl zutreffen. 

 



19. Oktober

Ich muss mal DANKE sagen!!!!

Wie schön, zu hören, dass meine Bilder und Texte gerne gelesen und gesehen werden. Doch, doch, auch die Zahlen sprechen für sich. Dass mein bescheidener Beitrag Resonanz findet, anregen und inspirieren kann , finde ich sehr schön, und ist auch mein Ziel. Und es entsteht gleichzeitig für mich ein Tagebuch, das ich tatsächlich zu einem Buch gestalte und immer wieder ansehe. Zu meiner eigen Freude. Es sind jetzt 9 Alben  mit unterschiedlichen Themen. 2020 ist jetzt in Arbeit, das heisst, dass der Beitrag von 2019 verschwinden wird.  Alle anderen sie sind bereits  übertragen,  gestaltet und gedruckt. Aktuelles hat eben Vorrang.

Ich möchte mich bei meinen Lesern bedanken und hoffe, Nachahmer zu finden und weiter zu Ideen und Möglichkeiten,  an sich slbst eine kreative Seite zu entdecken, zu inspirieren.

Viel Spass dabei.

 



17. Oktober

Die Suche nach "Roter Erde" hat sich gelohnt. Der Röthel- und Ockeranbau hat Geschichte in Königstein und Umgebung. Eine anschließende Bergwanderung am späten Nachmittag hat mir dann Schranken gewiesen. Trödeln im Herbst kann ins Dunkel führen. So haben wir dann auch keine Wegzeichen im dunklen Wald mehr gefunden und haben uns verirrt. Wenn man immer nach unten geht, kommt man ja sicher an einer Strasse an. Und glaubs oder nicht, da kam doch ein Fussgänger, auf dem Heimweg von der Kneipe. Ein rettender Engel mit ner dicken Zigarre ... Kaum wenige hundert Meter hatten wir unseren Standplatz am Waldrand verfehlt. Aber zwei Stunden hat sich der Weg verlängert. Die letzten zwei km brachten dann noch einen verstauchten Fuss. Das ist Schicksal...nun muss ich also gleich mit meinen Farberden experimentieren, besser: ich darf.


15. Oktober

Ist man unterwegs, begegnet einem manch Skurriles, manches Neues. So zum Beispiel gibt es für mich neu zu entdecken die Region der Farberden. Nicht weit weg, sondern um mich herum hat man dieses kostbare Material zum Malen abgebaut. Ich folge nun der Spur.


10. Oktober

Gestern "Grosser Kulm", heute also der kleine. Das sieht schlimmer aus als es ist, deshalb noch eine Tour zum Ersten von 111 " Lost Places" in der Oberpfalz. Die Wallfahrtskirche St.Barbara auf dem Barbaraberg mit schönem Blick übers Land. Dann noch Kloster Speinsharts Küche probiert und für gut befunden. Und was mach ich morgen?


9. OktoberDer "Rauhe Kulm" , immer reicht die Zeit nur noch um herum um ihn zu fahren. Heute habe ich ihn einmal bestiegen. Genau das richtige Wetter dafür, grandiose Ausblicke und irgendwie auch ein kleines Abenteuer, ist es doch ein echter Vulkan. Allerdings in Tiefschlaf, zum Glück. Abschließend wollte ich heute auch die Küche des Kloster Speinshart kosten, aber ich hatte vor dem Ausflug vom rohen, frischen Sauerkraut genascht. So richtig hungrig bin ich immer noch nicht....also verschieben auf morgen?


6. Oktober

Zu Gast in meiner Badewanne ist "Jack", Träger einer wunderschönen weißen Wolle. Wolle waschen und zum Spinnen vorbereiten ist zwar anstrengend, aber auch Seelenfutter. Zwischen dem körperlich anstrengenden Rollen und Walken des Filzteppichs ist es eine Gegenbewegung, ein haptisches Vergnügen, für die Hände ein Jungbrunnen.


5. Oktober

There is a crack... Meine Freundin hat ein Wirtshaus, ca 40 Schafe, 5 Kinder, und vor allem ist sie mit allen Arbeiten, die sie verrichtet ökologisch ausgerichtet. C hat vieles zerrissen. Nun heißt es umdenken. Fleisch und Wolle soll ein Standbein sein. Starten wir neu... Diesem Umdenken ist mein Teppich gewidmet. Zum Thema "schöne, bunte Welt!?" stelle ich gerade eine Ausstellung zusammen. Sie wird im November gezeigt. Wo, was, wie? Kommt noch. The crack zieht sich durch vieles, viele Sparten und viele Gebiete. Ich habe dazu viele Gedanken "verstofflicht"  .


4. Oktober

Sonntagsausflug in den Süden ... Textur Tour zu Naturkunst ... Alte Gärtnerei Seeshaupt. Schlosspark Gauting, StarnbergerSee.


2. Oktober

So, dann werde ich mal langsam einpacken und Richtung zu Hause starten. Ich trenne mich schwer von der Badewiese am See. Hier haben den Nachmittag auch  zwei Mädels mit ihren Gitarren verbracht. So schöne Stimmung, fast wie Bardentreffen. Vorher bin ich Stunden durch die Gärtnerei gebummelt. Ein schöner Sonnensamstag.


30. September : Blog 14