11. Dezember 2018

 

Geschichten erzählen und Märchenbücher sind passende Zugaben an einem gemütlichen  Dezemberabend. Vor Allem, wenn`s draußen schneeregnet und wirsch der Wind um die Ecke bläst.

 

 

 

 

 

 

wie das duftet!

 


 

 

 

 

 

 

 

 

Der Bratapfel

Kinder, kommt und ratet,
was im Ofen bratet!
Hört, wie’s knallt und zischt.
Bald wird er aufgetischt,
der Zipfel, der Zapfel,
der Kipfel, der Kapfel,
der gelbrote Apfel.

Kinder, lauft schneller,
holt einen Teller,
holt eine Gabel!
Sperrt auf den Schnabel
für den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den goldbraunen Apfel!

Sie pusten und prusten,
sie gucken und schlucken,
sie schnalzen und schmecken,
sie lecken und schlecken
den Zipfel, den Zapfel,
den Kipfel, den Kapfel,
den knusprigen Apfel.

(Bayrisches Volksgut)

 

 

 

 

Backen bei Oma, das war einmal. Schade, diese schöne Zeit ist unwiederbringlich vorbei.  Inzwischen ist sie ausgeflogen, die Bäckerin - weit weg. Aber die Plätzchen von Oma reisen ihr nach ... sind schon unterwegs.

 

In der Adventszeit bekamen wir einst zwei ganz besondere Weihnachtspräsente.  Seit einem halben Jahrhundert begleiten sie uns nun durch das Leben. Ein ganz besonderes Geschenk.

"Damals" war das mit der Familienplanung noch nicht so üblich. So spielte eben der Zufall 2 Dezemberkinder in unsere Zweisamkeit. Darüber nachgedacht, daß das vielleicht unpraktisch sein könnte, hatten wir nicht. In der Vorweihnachtszeit war es deshalb immer recht aufregend und ereignisreich bei uns. Pältzmärtel zum einen Geburtstagsfest, Nikolaus zum Zweiten und dann noch  Adventsonntage und Weihnachten. Märchen lesen, Musik machen und Plätzchen backen wurden ebenso gepflegt, wie Geschenke basteln, Briefe und Weihnachtskarten schreiben.

Was mich sehr freut, daß diese Gepflogenheiten sich weiter vererbt haben. Und auch die Enkelkinder die  "alten"  Gewohnheiten weiterleben lassen.

 

 

 

 

Die Weihnachtsbriefe an das "Kristkind" waren auch sehr  wichtig.  Aber nicht alle Wünsche wurden immer  erfüllt, obwohl sie bescheiden waren.


9. Dezember 2018

Der zweite Advent bei Regen und Wind - ungemütlich. Da macht das Päckchen und Pakete packen richtig Spaß. Mit Schnee hab ich die Geschenke dekoriert und mit Sternenstaub gefüllt oder verziert. Das ist genau so spannend, wie das Schmöckern in den alten handgeschriebenen Rezeptbüchern. Geheimnisvoll, sowohl die Schrift als auch manche  Begriffe und das was zwischen den Zeilen steht. Nachfragen geht nicht mehr.

Huschen da nicht hinter der Cellophanverpackung kleine Engel vorbei? Sicher hat sie der Sternenstaub, der das Päckchen ziert, angezogen.

In einem der Päckchen sind Sterne aus Blattgoldpapier verborgen. Der Sternenstaub, das sind die Abfallschnipsel, zu schade zum Wegwerfen. Dann doch lieber ein bischen fabulieren, oder?

Das mit Blattgold belegte Papier hat einen unvergleichlichen Glanz und der geschnittene Stern ein wunderschönes Lichtspiel. Es wird leider nicht mehr hergestellt. Ich habe noch ein klitzekleines bisschen davon. Ein Schatz - und nur ein Schatz bekommt davon einen Stern.

Dazu gibt`s noch eine kleine Geschichte:

Mein kleiner Enkel kam an meinen Weihnachtsmarktstand. Die Faust fest zugedrückt, fragt er:  "Was kostet so ein Stern?" Oh, der ist kostbar. "Meinst Du Mama gefällt der?"

Klar doch, Gold mag jeder und ein Stern ist ja was Besonderes, antworte ich ihm und suche einen kleinen aus. "Dann möcht ich den da" er deutet auf den Größten. Na klar, sage ich und packe ihn für ihn ein. Er reicht mir die kleine Münze in seiner Hand über den Tisch und strahlt. "Aber nicht der Mama sagen, das ist eine  Überraschung für Weihnachten".  Ein Schatz für einen Schatz.


7.Dezember 2018

 

Nein, es hat nicht geregnet, heute in München. Die Sonne schien und es war warm. Lange war ich nicht mehr hier. Vieles hat sich geändert. Vieles, das es wert war die Vorweihnachtszeit hier zu verbringen ist verschwunden. Anderes Vertrautes hat uns  fündig werden lassen. Schönes Papier und Buchbinderleinen zum Schachteln machen und schöne  Weihnachtssterne im "Papierladen" in der Metzstraße und der Espresso im "Llivingroom" am Wiener Platz.

Die bunten Schirme gehören zum alternativen Weihnachtsmarkt in Schwabing. Hübsche kleine Buden mit Kunst und Kunsthandwerk. Anders, als üblich, ganz anders.


6. Dezember 2018

 

Noch schmecken mir die Plätzchen, obwohl ich mich seit einer Woche damit beschäftige. Jeden Tag muß ich natürlich  probieren ob sie auch gut sind. Und sie sind ja auch sehr gesund ;-) Dinkelmehl, Nüsse, Butter, Eier, Gewürze ...  und das bischen Zucker.  Die Dose, die für mich gedacht ist, leert sich schnell - war ja auch nicht viel übrig, nachdem ich die "Versandtkisten" gefüllt habe. Heute Nacht wollte ich  noch Zimtsterne backen ... na ja, was soll ich sagen. Der Teig läßt sich nicht ausstechen. Das geschieht, wenn man sich nicht an Rezepte hält. Er stand jetzt mal zum Quellen und kalt. Mal sehen ob`s heute klappt. Wenn nicht, dann gibt es eben "Taler", Zimttaler.

 

 

 

später, nach Ruhezeit und mit mehr Nüssen und mit mehr Geduld und Fingerspitzengefühl und (ganz wichtig) schöner Musik haben  die Zimtsterne  auch  aufs Blech gefunden.

Letztendlich sind sie dann also doch noch  sehr gut gelungen.

 

 

 

Statt Zimttaler hab ich dann den angesetzten  Brotteig  abgebacken.

Das   Roggenbrot ist wieder sehr schön geworden, das ist nicht immer so. Das Selbstgebackene ist einfach besser, als gekauftes. Und ich weiß, was drin ist. "Fast nichts". Roggen, Dinkel, Sauerteig, Salz, Wasser und jede Menge Ruhezeit. Und "Handkraft".

Mein absolutes           "Lieblingsweihnachtgebäck"        ist von diesem Rezept meiner Schwiegermutter. Seit 40 Jahren ist sie tod, aber ihr Rezept lebt weiter.

Nach vielen Jahren hab ich denn auch die Geheimnisse herausgefunden, die zwischen den Zeilen versteckt sind.

1. Der Teig muß lauwarm verarbeitet werden, deshalb werden  Mehl, Zucker, Honig, Butter  zerlassen. Dahinein kommt dann Eigelb, Gewürze (Hayma Lebkuchengewürz gibt es leider seit ein paar Jahren nicht mehr- statt Triebkraft geht auch Hirschhornsalz und Pottasche) - ich nehme 2 P. Nürnberger Lebkuchengewürz, Nüsse/Walnüsse, Mandeln und Haselnüsse sowie Zitronat (zerkleinere ich zusammen im Mixer)und verknete alles zusammen. Lauwarm halten!

Dann teile ich den Teig in zwei Teile (besser drei) und rolle eine Hälfte dünn auf ein gut bebuttertes Blech (oder auf Backpapier, rutscht aber ziemlich). Den Teig mit einem Pergamentpapier oder Küchentuch wieder abrollen  vom Blech. Dann das selbe mit der  2. Teighälfte und  die Teigplatte mit Marmelade bestreichen. Dann  lasse ich  die 1. Platte vorsichtig über die 2. gleiten.  Abbacken ca. 150 ° - darf nicht  zu lange backen, sonst wird es trocken und hart. Ist ein bischen Gefühlssache zu sehen, wann der Lebkuchen fertig ist.

Noch warm mit Schokoglasur gestreichen und sofort in kleine Quadrate schneiden.

Ist echt lecker - der Lohn für die Mühe.

Mit den 3.Teigteil steche ich mit den alten Formen meiner Schwiegermutter   unterschiedliche Symbole aus backe sie (vorsicht, der dünne Teig ist schnell fertig). Dann glasiere ich sie mit Zuckerguß und bestreue sie mit bunten Perlchen.  Das macht den "bunten Teller"  , der am hl.Abend zum Naschen parat steht erst richtig "bunt". Und dazu gab`s  früher immer  "Feuerzangenbowle" .


1. Dezember 2017

 

vier Adventskränze ... vier Adventsonntage?
Nein - einen für die Vordertüre, einen für die Hintertüre, einen für die Terasse, einen für die gute Stube ... Aufgehängt habe ich sie bereits, aber draußen schüttet`s oder wie es im Englischen heißt " es regnet Katzen und Hunde" .... was immer das heißen mag, es ist kein schönes Wetter für stimmungsvolle Fotos.

Gedanken zum Thema Zeit:

Milchmädchenrechnung. (warum heißt das wohl so?):

Im Gartenreich kosteten die wunderschönen, naturbelassenen Kränze  je € 30.--.

Das Material für meine Kränze kostete: 2x zum Gartencontainer,

suchen und finden, Zweige u. A. schneiden. Glühwein bereiten,

Kerzen anzünden, Musik anmachen                                                                    €  keine

Von 20.oo bis 2.oo  Kränze binden, Reste vom Grün wieder wegpacken      € keine

 

Habe ich nun  4x € 30.-  =   € 120.- gespart oder verdient ????

Was hätte ich mit meiner "Zeit" sonst getan und  wie kann man so verbrachte Zeit bezahlen?      Es war eine schöne Zeit.            Und Geld habe ich dazu nicht gebraucht.


1. Dezember 2018

 

Die zweite Schachtel Plätzchen ist gefüllt. Muß aber schon noch einige backen - eine Schachtel für Dänemark. eine reist nach MVP, eine nach Thüringen und eine nach Spanien. Und eine bleibt natürlich vor Ort. Das sind 5 Schachteln = 5 Rezepte. Der Anfang ist gemacht.

Heute habe ich ein "Stilles Örtchen" besucht. Lichterzauber im Gartenreich - na ja, nicht ganz so still, aber sehr harmonisch und stresslos - Lichterzauber eben.

Und den Abend , den verbringe ich mit Kränze binden. Für  Vordertüre -Hintertüre, einen für den Spinnwocken und einen  für draußen, vor dem Fenster. Das dauert erst mal eine Weile.

 

 

 

 

und wenn`s den Pflanzen im Gartenreich zu kalt wird, steht da ja noch der Herd parat.


26. November 2018

 

Montag = Arbeitstag. Oder soll ich lieber Vorweihnachtsvergnügen sagen? Habe mich mal an die "Wunscherfüller" gemacht. Glühwein ohne Wein abgefüllt, Lebkuchen verpackt, Geschenkeliste abgestrichen. Am Wochenende ist erster Advent. Blöd bloß, wenn die Familienplanung schiefgelaufen ist und bei zwei Kindern der Geburtstermin im Dezember liegt. Das ist das eigentliche Problem - Geschenke finden, die nicht weihnachtlich  sind - den Geburtstag sauber trennen vom Lichterglanz. 10 Päckchen für unterm Weihnachtsbaum sollen zusätzlich  gefunden werden. Na dann ist es doch naheliegend erst mal den frisch gekochten Glühwein mit einem Lebkuchen zu genießen, sich quasi erst mal selbst beschenken.

Morgen geht es dann in die Backstube, Plätzchen backen- denn vor alledem kommt ja auch noch der Nikolaus mit Apfel, Nuß und Mandelkern und dem ersten Weihnachtsgebäck.

 

Rezept: Glühwein ohne Wein ....

statt dessen : Chai-Klassik nach Vorschrift kochen und absieben.  Dazu  Apfelsaft und Holundersaft, Orangenschalen und zusätzliche Gewürze nach Geschmack. Alles zusammen nochmal erhitzen und in Flaschen abfüllen. Zum Servieren mit einer Orangenscheibe, einer Zimtstange und- sehr lecker- Granatapfelkerne ins Glas/Karaffe geben.

 

Der Tischläufer in den weihnachtlichen Farben  wird bald vervielfältigt werden. Der Webstuhl wartet bereits. Aber die Realisierung wird wohl aufs neue Jahr warten.

Cottolin aus Schweden hat sich als Material bewährt und auch die Köperbindung paßt gut.

Ich freu mich schon auf die neuen Ergebnisse. Davor stehen aber noch ein paar Stunden Kette ablängen  und einziehen.


frühere Einträge siehe Tagebuch 2018 /Blog 4