21. Januar 2018

 

dachte ich doch, der Frühling sei nah ... hätte es besser wissen müssen, daß die lauen Tage Trug sind. Zaubernuß, Winterjasmin und Duftschneeball, Lenzrosen - alls unter einer warmen Decke verpackt. (siehe Garten) Es sieht  zauberhaft aus und ich schaue von meinem Fensterplatz immer wieder von der Näharbeit auf die weiße Pracht.

10 Stunden Nadelarbeit steckt bisher in dem Stück. Nicht berücksichtigt ist das Färben und sonstige Vorarbeit.

10 Stunden nähen,

4  putzen, kochen und Bewegung,

2 Stunden trödeln ... und

8 Stunden schlafen.

24 mal 60 Minuten hat so ein Tag - eigentlich viel und doch  möchte ich ihn oftmmals aufhalten, verlängern, anhalten,  festhalten,  zurückspulen.

 

Wenn ich heute, nach dem Spaziergang zum Wald,  noch den Nachmittag und die Nacht mit dem Puzzeln verbringe, habe ich die Grundlage fertig, dann kann ich mit dem Quilten und Verzieren, mit dem "Nadelmalen" beginnen.


17. Januar 2018

 

Schluß mit Rumprobieren, Puzzeln, Teilchenschieben und Konstruieren. Ich beginne mal die Grundlage zusammenzusetzen, Ist ja noch ein langer Weg zum Ende dieses Stückes.

In der Methode "English paper piecing", (aber ohne Papier ;-) ,  nähe ich die Quadrate jetzt aneinander - mit kleinen Überwenlingsstichen. Je kleiner die Nadel, desto leichter ist es, kleine gleichmäßige Stiche zu nähen. Für die Farbwahl des Fadens ist für mich die Wirkung entscheidend. Diesmal nehme ich für die dunklen Flächen, dunklen Faden, und für die hellen weisses Garn. Manchmal ist es schön, die kleinen Nähpunkte vorne zu sehen. Manchmal. Das Zusammengefügte "bügel" ich dann mit dem Daumen platt. Wenn ich eine Portion  Teilchen zusammengenäht habe, bügel ich sie dann noch mit dem Bügeleisen  glatt.

Ein zehnter Teil des Ganzen  ist bereits genäht. Soll ich mal die Stunden zählen die in so einem  1/10 Stück stecken ?  Wär ja mal ganz interessant. Auf die Plätze ... los.

 

 

Zum "paper piecing" will ich noch etwas bemerken. Natürlich habe ich eine Schablone.

Nicht zu dünn, denn ich benütze sie zum Umbücken -  mit den Fingern mache ich eine scharfe Kante und nehme die Schablone gleich für das nächste Teilchen. Dann versuche ich so präzise und gerade  wie möglich zu nähen.

Erst alles auf Papier heften um es später alles wieder zu entfernen ... dazu reicht mein Gedultsfaden nicht. Und  - es ist "Handarbeit", ich bin keine Maschine.


16. Januar 2018

 

Der Weg ist das Ziel ... das Ende der Reise ist der 3. Oktober. Viel Zeit für Spielchen. Unscharf ist mein Foto, aber darin sehe ich neue Strukturen die zu meinem Thema passen. Möglich - Unmöglich? Unmöglich ist nur das, was man nicht tut - probiert. Zwischendrin mache ich Begonnenes fertig, überlege, wie es präsentiert werden könnte, und und und. Eine Ausstellung besteht eben nicht nur aus einem Teilchen ...

Die Indigoküpe ist trotz drei mal probieren mißlungen. Warum? Keine Ahnung. Wäre es mir nicht schon viele Male geglückt mit dieser Zauberei "blau" zu machen, ich würde sagen: funktioniert nicht. Habe mal neuen Farbstoff bestellt ... für einen neuen Versuch.

 

 

Puzzelspiele ... Teilchenschieben,  Formatieren ...

ein Motiv ist entweder vorgegeben,  kann gefunden werden, kann sich ergeben, oder es entwickelt sich. Ich habe eines im Kopf, aber die Umsetzung funktioniert noch nicht richtig.


8. Januar

färben, nähen, färben, nähen, färben ... hört sich nach Gleichmaß an. Aber nein, dazwischen entstehen immer neue Ideen und Gedanken. Formen und Farben lassen sich immer wieder neu zusammensetzen ... was für ein schönes Spielzeug ...

und da ich ja (fast) alles  - 99% -  mit der Hand nähe, dauert es eben seine Zeit. Meine Zeit.

8 Tage und Nächte bin ich nun schon fast ausschließlich mit dieser, eher kleinen, Patchworkarbeit beschäftigt.  Noch steht das grundlegende Muster nicht fest, nur die Farbe und die Formen der einzelnen Teilchen. Am kommenden Wochenende werde ich eine Indigoküpe ansetzen, um noch einen Teil der gelben Stoffe in Grüntöne zu verwandeln.


6. Januar 2018

 

Immer noch stehe ich an den Farbtöpfen. Es ist schon wirklich Zauberei. Trotz gleichem Farbbad entstehen die unterschiedlichsten Farbtöne. Je nach Stoff- und Garnmaterial.

In manchem Licht sieht das gleiche Stück Stoff scheinbar in einer anderen Farbe gefärbt aus. Wüßte ich es nicht besser, ich würde zweifeln.

Seit gestern zieht Faulbaumrindenduft durch die Hexenküche. Und es ist spannend zu sehen, wie sich aus dem Farbbad bis nach dem Bügeln die Farbe in sich auch noch wandelt. Das Ergebnis ist inspirierend.

Heute setze ich noch ein Hennabad an. Nein, nicht für meine Haare. ;-)


3. Januar 2018

Des Spieles zweiter Teil. 

Für Quadrate in drei Größen habe ich mich für`s Erste entschieden.

10 x 10 cm, 5x5 cm und 2,5 x 2,5 cm. 

Es liegt weder Muster noch Farbe fest.

Ich habe einfach mal losgelegt. Das ist sowieso für mich das Schwerste, die Entscheidung zu treffen, was ich wie und womit was  mache. Fest steht nur, daß Gelb in Schattierungen vorrangig sein soll. (Aber das kann sich ändern ;-)   )

Ein kleiner Hintergedanke, eine Idee, eine Geschichte steht natürlich auf meiner Stirn geschrieben. Aber nun muß sie weiter geschrieben, weiter gesponnen, genäht werden.

Mir fehlen weitere Farben, also muß ich nebenbei auch noch ein bischen mit Farbstoffen mixen und experimentieren.

Die Farben auf den Fotos entsprechen nicht den realen Farben. Als ob diese natürlich gefärbten unterschiedlichen Stoffe, Baumwolle, Seide, Leinen ...  ihre Inhaltsstoffe widerspiegeln. So erscheint das eigentlich vorliegende Grün auf den Fotos manchmal richtig Blau. Das Grün wurde  vorgefärbt  mit Indigo, manchmal noch in Krapp getaucht und dieses erscheint auf dem Foto an manchen Stücken ganz klar, - auf dem Foto. Das Altrosa ist auf dem Tisch  ein Orange , das Gelb so, wie oben auf dem Foto erscheint ... Mystisch - wie der Vorgang des Färbens selbst.


1. Januar 2018

 

Neujahrstag, Feiertag.

Was tut ein leidenschaftlicher Textiler an einem Feiertag?  Feiern. Was ist schöner als einen Start in ein "Happy new year" als "happy" zu sein. Farbig beende ich das alte Jahr und bunt beginne ich das neue Jahr und freue mich an den Ergebnissen. Ich bin happy.

 

 

Gelb, zwischen den Jahren gefärbt mit Curcuma. Das ist indische Gelbwurz, ein Ingwergewächs. Es soll nicht lichtecht sein, wird, wurde aber in Indien traditionell zum Färben verwendet. Das werde ich nun ausprobieren, ist aber für meine Arbeit nicht so wichtig. Die Farbe ist wesentlich intensiver als auf dem Bild, ein richtiges, knalliges, strahlendes Gelb.

Habe eine Lichtechtheitsprobe gemacht, das Ergebnis zeige ich in ca 4 Wochen.

Auch im neuen Jahr zeigt sich wieder der Zwiespalt, in dem ich mich ständig befinde. Links, der zusammengeknüllte Haufen, die Farben die Licht und Schatten, Höhen und Tiefen zeigen und rechts der fein gebügelte und gefaltete Farbverlauf. Chaos oder Ordnung? Nun, es wird sowieso geschnitten, genäht, verändert, verziert ... mal sehen, wohin das Materialpaket führt.

Die braun wirkenden Töne sind mit Catechou, dem Holz der Färberakazie gefärbt.

Im Kachelofen warten nun noch zwei weitere Farbtöpfe. Mit einer Zusatzfärbung mit Krappwurzel (Färberröte, Labkraut) soll nun noch etwas Lila und Orange entstehen. In einem Topf ist Krapp pur, im anderen gemischt mit Curcuma. Indigo gefärbter Stoff ist die Grundlage  für die Mischung. "Mischen und Manschen sind dem Menschen angeboren" ... wie recht Goethe doch hat.... Welch ein Spaß das ist.