3. Juli

alles muß raus! Nur manches darf bleiben. Alles wird neu, anders - das muß manchmal sein. In meinem Kopf spukt schon lange eine Veränderung rum. Weniger von dem, was man nie braucht  mehr puristisch und Holz Leder, Wolle ...kuschelig eben und ja, anders. Aber vor dem Endergebnis steht die Realität. Hatte es mir aber viel schlimmer vorgestellt so eine Aktion durchzuführen.   Heute ist ein schöner unstrapaziöser Tag. Warten auf die Kreidefarbe und hier und da ein bischen Ritze und Löcher spachteln.


2,Juli

 

Was war das doch "früher" für ein Theater mit Renovieren. Alte Tapeten anfeuchten, ablösen, Zeitungspapier als Makulatur an die Wand kleben - darauf die neue  Tapete. Zu gewissen Zeiten ließ man die alte Tapete auch einfach unter der neuen verschwinden. So ein abgefallener Streifen geschichteter Tapeten mußte ich heute zu einem Bild verarbeiten. Es juckte zu sehr in den Fingern ... nicht fertig, aber die Idee festgehalten.


30. Juli

Und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Der Grund meiner Nordlandreise (Urnenbeisetzung)  ist verschoben auf Ende August. So kann ich meine Sommerpläne weiter verwirklichen und   ... renovieren. An allen Ecken und Enden  fehlt es um mit ruhigem Gewissen  zum Nichtstun zurückzufinden. Also durchforste ich seit einigen Tagen Schmuddelecken. Eine unendliche Geschichte zwar, aber man muß eben dranbleiben um zum Ziel zu kommen. Das Ziel ist : ein Lese-, Näh-, Musikhör und  Kinofeelingoase ... von langer Hand geplant .....Jetzt oder Nie steht die Ausführung an.  ..

Farbe ist bestellt, Krimskrams sortiert und Kisten  mit  Überflüssigem gefüllt, Gar nicht schlecht, so ein leerer Raum ...hat was. Aber nein, so solls nicht bleiben. Also ab in den Garten und Einkaufs- und to do Liste  sowie Details  notieren.  Soo schön in der Sonne .... der Tag hat 24 Stunden,  so what ?


29. Juli

Die Zeit - manchmal dauert eine Woche ewig, manchmal verfliegt sie wie vom  Wind verpustet. Zwischen Vorher und Nachher wird jetzt einmal eine ganze Weile Zeit vergehen. Ich gehe in Tagebuch-Sommerpause. Renovieren, wenn nicht jetzt - wann dann? Und ein bisschen Meerluft atmen. Irgendwann bin ich dann mit einem Nachtrag wieder hier.


22.  Juli

 

Der Zahn der Zeit ...


20. Juli

 Abendspaziergang : ein mal um das Schwimmbad ... nein, nicht schwimmen. Laufen. Und dabei wieder ein neues Projekt gefunden. Das ist aber noch ein Wunsch/Auftrag  für - ja, den 24.12. ... soll eine Weihnachtskarte werden - für Gärtner oder Gartenbesitzer. Mal sehen ob das glückt, so mitten im Sommer. Muß noch üben.


19. Juli

Normalerweise sind Sonntage nicht meine favorisierten Tage. Heute war es aber mal anders ... und einen Anlauf um eine neue, kleine, handliche Idee zu verwirklichen habe ich auch genommen und sogar die Grundlage zustande gebracht. Na denn - Prost! An die Nadel.


18. Juli

 

 – ein Gartentag. Verblühtes abgeschnitten, Wege von Unkraut frei gemacht, Rasen geschnitten. Die Rosen sind fast alle verblüht. Ein paar wenige, späte Blüten erinnern noch an den vergangenen Rosenmonat. Zeit des Schneidens und Ausputzens, entfernen der Sommertriebe - begonnen. Andere, Sommerblüten treten in den Vordergrund. Schnell sind viele Stunden vergangen – sieht man den Einsatz? Oder sieht man immer nur, wenn es nötig ist etwas zu unternehmen gegen den Wildwuchs?

 


17. Juli

yes .... now I know. Weiß was ich tun muß, möchte. Manches muß man länger überdenken, manches klärt sich von alleine -  immer noch verpeilt, aber immerhin schon wieder klar denkend. Immer diese Entsheidungen :-(  !  Mein Abendprogramm: dreht sich heute  schon das 3. mal ...


16, Juli

 War ich doch heute mal wieder in Nürnberg. Was sein muß, muß sein ... An der Tankstelle auf dem Nachhauseweg lachte mich "Hershey`s Chocolate " an. Ich bin ein Nachkriegskind und  hier in der Nähe waren die US Soldaten stationiert. Durch  unser Dorf fuhren zu meinem Schrecken damals immer wieder Panzer. Zur Entschädigung für die Angst vor allem Fremden  flogen aus den Ungetümen für uns Kinder immer Schokolade und Kaugummi ... Sie schmeckt nicht wirklich gut und die Erinnerung trügt. Aber war "damals" nicht alles besser, schöner und süßer?


15. Juli

Verpeilt .... "es gibt Tage, da wünscht ich, ich wär mein Hund"... das kennen wir ja alle. Total neben der Kappe passieren seit Tagen lauter schräge Sachen. Wiederholtes Schlüssel suchen, Zettel mit Infos suchen und in der Kochwäsche gefunden (in Fasern), Die in Tagen  gefärbte Wolle zum Spülen in die Waschmaschine gepackt und- falsch eingestellt... und lauter  Kleinigkeiten mehr ... "aus gehabtem Schaden nichts gelernt..." auch letzteres gleich 2 x - wieder falsches Programm und Garnfilz als Ergebnis ... Es gibt eben Tage, das sollte man gar nicht erst die Augen öffnen ... Aber das wird, so hoffe ich, schon wieder. So verbringe ich eben Stunden um die verfilzten Garnstränge zu  entwirren und zu Knäuel zu wickeln .Gute Übung zum Nachdenken, wenn man denn denken kann ... Dieses Gewebe, das hier auf dem Webstuhl zu wachsen beginnt, wird wohl ein besonderes Stück aus der Serie "Blau machen" werden.


13. Juli

Während ich von Donnerstag bis Sonntag in netter Gesellschaft verbracht, dazwischen ein paar Kleinigkeiten vorbereitet  für die heutige Indigoküpe, Garnstränge gewickelt und Stoffe und "Rostiges" eingepackt habe, sind meine Wollstränge  von ganz alleine  fleißig gewesen. Am Samstag hatte ich nochmal die Zweige der roten Haselnuß eingekürzt und in den Farbtopf dazu gegeben, 2% Alaun darunter und der Rest hat sich von alleine gemacht.  Viel zu schade zum Überfärben, aber meine Wunschliste ist immer noch Grün und Blau. Tagesplan : BlauZauber.


19.00. Tagesplan erfüllt. Projekt noch nicht fertig, aber morgen ist auch noch ein Tag.


8. Juli

Blau machen! Wie ich sie liebe, diese blubbernde, stinkende Brühe. Hätte es ja gerne auf der Terasse in der Sonne zelebriert. Aber das ist mir zu unsicher, bei so einem grauen Himmel. Es sieht schon viel versprechend aus, was  da schwimmt? Wollte ja eigentlich aus gelb grün zaubern.  Ob es tatsächlich grünt, wird sich zeigen.

Weit entfernt bin ich von der Ausstellung, die eigentlich irgendwann nächste Woche sein sollte. Statt  mehr "Meer" zu bearbeiten, spiele ich mit Materialien und Geräten. Gestern habe ich mich an den Webstuhl gesetzt und endlich mal wieder etwas Neues angefangen. Blau natürlich. Als hätte ich nicht genug rumliegen. Aber ich  kann ja nun drucklos rumspielen. Hoffentlich holt mich das Versprechen nicht ein, das Versprechen, eine Ausstellung zu bestreiten, die sich um das Jurameer dreht. Aber wer weiß schon, was ich zeigen möchte? Nur fertig sollte alles doch sein in einem Jahr. Was ist schon ein Jahr?

 

20.30 - Schluß für heute. Oben rechts der erste Zug, unten nach weiteren drei Zügen. Was auf dem Bild blau erscheint ist in Wirklichkeit tiefes blaugrün. Genau richtig. Das Blau setzt sich auf dem Foto voll durch. Ich bin zufrieden mit meinem Tagwerk und das allein ist wichtig. Nun liegt noch eine Portion Schafwolle vor dem Topf. Doch heute noch? Oder lieber morgen?

Was fertig ist nimmt morgen keine Zeit. 23.00 - wunderschöne dunkelblaue Wolle ist fertig. Morgen kann sie kardiert und dann versponnen werden.  Für mein neues Projekt am Webstuhl.



4. Juli

Viele Jahre ist es her, seit ich regelmäßig zum Blaubeeren pflücken halbe Tage im Wald verbrachte. Heute war so ein Tag. Leider sind die Beeren sehr klein, was das Sammeln noch mühsamer macht. Kein Vergleich aber der Geschmack mit den Riesenbeeren aus dem Handel. Und die Beeren aus dem Wald sind purer Luxus. Zum 0 Tarif nur gegen Bücken und mit viel Geduld.

Ein Blauzauber anderer Art. Blaubeerkuchen mit Karamellstreusel. Mit den alten Kannen durch den Wald streifen weckt wieder mal Erinnerungen. Vor 50 Jahren noch, war das nicht nur ein Sommervergnügen. Mit meinen Schwiegereltern sind wir viele Male, die Kinder im Schlepptau, in den Reichswald geradelt. Wir waren nicht seltene Exemplare, die gebückt im Wald herumkrochen. Und die vollen Kannen wurden auch nicht alle selbst verarbeitet. Ein Teil wanderte gegen Entgeld zum Bäcker. Heute undenkbar. Und die Kinder? Sie waren von oben bis unten blau ... spielten, naschten und legten aus Vorhandenem kleine Gärten an - für Trolle und Zwerge. Langeweile? Kannten sie nicht, obwohl es kaum Medien gab, die Vollbeschäftigung und Dauerbespielung boten. Vorlesen, Erzählen, Erleben waren die Freizeitbeschäftigungen. Wald, Wiese, Park und Spielplätze  waren unser Sommer-Zuhause - und abends waren sie hundemüde, weil sie sich selbst bewegen mußten, nicht bewegt wurden. Zum Lohn für uns ist die Erkenntnis, daß  Kindern und Kindeskindern die Liebe zur Natur und zur Bewegung geblieben ist. Unser Fundament ist stabil gesetzt, wurde weiter getragen.  Und ein Blaubeerkuchen war auch damals etwas Kostbares, Besonderes und ein Sonntagsessen. Blaubeerkompott mit Pfannkuchen ... frische Blaubeeren mit Milch und Zucker - Hefeklöße mit Blaubeersoße -  rote Grütze mit Blaubeeren, Dampfnudeln mit Blaubeeren ...Alleine schon der Geruch, der aus der Schüssel mit den frischen Beeren strömt -  ich hatte ihn den ganzen Tag in der Nase.


3. Juli 2020

Die Farbergebnisse der vergangenen Woche sind sehr schön geworden. Das Färben im Garten war immer wieder unterbrochen, denn es regnete ab und zu. Gut daß Zeit keine Rolle spielt. Jetzt wartet noch ein Zug im Topf mit der restlichen Haselnußflotte, ergänzt durch Goldfelberich. Mal sehen, ob das noch ein anderes Gelb gibt. Eine Hälfte Stoff werde ich durchschneiden und nächste Woche überfärben. Grün war der eigentliche Grund der Aktion. Dazu darf ich noch ein wenig Blauzauber machen, denn Gelb und Blau ergibt ja Grün.


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