Blaudruck - ein Reiseerlebnis.

 

Mit zwei Freundinnen habe ich eine Reise nach Ungarn gemacht. Eine Woche waren wir unterwegs und haben uns Blaudruck in  Werkstätten und im Blaudruck-Museum in Papa angesehen. 9 Färber waren damals noch aktiv, alle haben wir besucht. Wir konnten Modeln und Stoffe einkaufen und erhielten viele Informationen. Ziel war, eine Textilreise mit interessierten Reiselustigen zu organisieren. Natürlich mußte ich dazu auch die Technik kennen und praktiziert haben. Dazu half mir Edi Zinsberger, Modelstecher und Blaudrucker in Niederbayern. Unvergeßlich  ist mir der Besuch in seiner Werkstatt, nicht zuletzt der schönen selbst bedruckten und gefärbten Stoffe wegen.

Bedrucken - das ist natürlich nicht ganz richtig ausgedrückt. Denn das Muster wird nicht gedruckt, sondern entsteht durch ein Reserveverfahren. Dazu wird weißer Stoff mit einer Paste, dem "Papp"  mit Modeln bedruckt. Der Stoff wird dann in der Indigo-oder Waidküpe gefärbt. An der Stelle wo der Papp das Muster bildet dringt nun  keine Farbe ein. Nach dem Entfernen des Papps zeigt sich das Muster weiß auf dem blauen Grund.

"Früher", war es ein  sehr beliebter Stoff für Bekleidung und Wohnbereich. Der Blaudruck nährte mehrere Berufsgruppen . Sowohl der Waidbauer, als auch Modelstecher, Schwarz/Buntfärber und auch der Blaudrucker waren an diesem Arbeitsgang beteiligt.

 

Hängevorrichtung mit Stoff

und  die Färbeküpe

 

 

 

 

 

 

 

 

Waidsamen

 

Waidfarbstoff

 

 

 

Es ist mir nicht leicht gefallen, den selbst gemachten Stoff zu zerschneiden. Wohlweislich hatte ich ihn so bedruckt, daß jeweils ein Kissen markiert war. So viele unterschiedliche  Arbeitsgänge sind nötig bevor man sich in so ein Kissen kuscheln kann. Aber es macht Freude, es jeden Tag ansehen und benutzen zu können..