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16. März

Samstag, Sonntag, Montag. Von früh bis spät, sehr spät: Spinnereien. Alles drehte sich um Spinnen, Zwirnen , Stricken, Haspeln, Wickeln, Schafrassen, Wollqualitäten vergleichen, und. und, und. 9 Spinner  haben fleissig am Rad gedreht. Und einen spinnerten Neuzugang haben wir auch. Ein kleines schwarzes Knäuel, ein Babyhund vernügte sich auch mit dem duftenden, kuscheligen Material. Später, wenn er ausgelernt hat, darf er sich darum kümmern, daß alle Schafe schön zusammen bleiben. Er ist ein Hütehund. Dies Wochenende begann er seine Ausbildung:  Wolle im Überfluß zu zerrupfen, werfen und fangen  ...   

400 g schwarze Wolle vom "Zvartbles"  habe ich bei den letzten zwei Treffen verarbeitet.  Nun stellt sich die Frage was daraus entstehen soll. Am liebsten hätte ich gerne einen schwarzen Pullover. Schon wieder? Noch einen? ... mal sehen, dazu bräuchte ich noch mal ein "spinnertes Wochenende".

"Schafschatten" kam mit einem Sack vom  "Gotland Pelzschaf" und hat auch gleich mit einem Projekt begonnen. Sooo schön. Ich hätte ja im Keller auch noch eine Tüte voll, aus Gotland, und von einer anderen Reise von einem Schaf aus Island und Torffaser aus Schweden. Ach ja, das Leben ist einfach zu kurz um alle Möglichkeiten zu nutzen! 

 


10.März

 Schade,  die toll gelegene, gemütliche, stilvoll eingerichtete Ferienwohnung, die mich die letzten zwei Wochen beherbergt hat,  habe ich nur ungern verlassen. Aber irgendwann hat eben alles ein Ende.  Zentral am "alten Hafen" gelegen, 1 Minute zur Bushaltestelle, Fußläufig neben dem Bahnhof und Busbahnhof, um die Ecke das Centrum der hübschen Altstadt , Weltkulturerbe. Und direkt an der Hafenpromenade.  Es gibt so viel zu sehen. Und rundum Meer, Meer, Inseln und Strand.  Das "Schätzchen" kann man mieten:  https://www.traum-ferienwohnungen.de/199815/ !

Nun, und jetzt bin ich wieder zu Hause. Hier hat mich das  Winterbild - Chaos im Garten empfangen. Zwei Tage habe ich ihm nun schon gewidmet und das  triste Winterbild verwandelt sich langsam, sehr langsam zu einem  geordneten  Aufenthaltsplatz für ein neues Draußen -Leben. Allerdings bin ich nach 8 Stunden Rosengestrüpp ordnen, schneiden und zusammenbinden  ziemlich K.O.  Und die Hände sind gerade auch nicht geeignet mit textilem Material zu hantieren . Also : erst die Arbeit, dann das Vergnügen.  

 


1. bis 8.  März.                                   

Meine Laune steigt. Bin ich doch dem tristen Blick auf Schnee und Matsch und den rutschigen Feldwegen  entflohen und am Meer gelandet auf der Suche nach Sonne. Und habe genau das richtige Wetter gefunden. Statt Dachlawinen höre ich Möven kreischen.  Bin umgeben von Schönem: Menschen, Dingen  Kultur ...und Meer.   Ich genieße den Blick aus dem  Fenster, er zeigt Schiffe in der Sonne schaukeln und  - na klar, Wasser.  Täglich lange, gefahrlose Spaziergänge, Stadt-und Landbesichtigungen und hin und wieder Brett- und textile Spielereien gestalten meinen Tagesablauf.  Ab heute wird aber auch wieder "gearbeitet".  Steine im Wasser  haben auf mich besondere Anziehung. Gut, daß ich mit der Bahn unterwegs  bin, so trage ich wenigstens keine mit nach Hause. Gerade setze ich  aber einen Stein zu einem Bild mit Nadel und Faden um.  Dieses Abbild eines einst riesigen Steins, dessen Rillen mit Garn in  mit Pigmenten gefärbten Stoff genäht werden, passt  für die Heimreise dann kleinst zusammengefaltet in die Jackentasche .       Der heutige,  erste Märztag ist so warm, dass ich auf der Terrasse sitzend, dem Hafentreiben  zusehen und   kreativ sein kann.  Wow, was für eine gute Entscheidung diese Reis!   Und was für ein Glück ! 

 

Viel Zeit habe ich nicht mit Nadel und Faden verbracht.  Aber neue Motive gefunden. Soll niemand sagen, es sei langweilig, das Meer. 


 

15. Februar

Wieder liegt ein "spinnertes" Wochenende hinter mir. Seit dem 13.Jh soll es das Spinnrad geben. Einen Faden zu spinnen um daraus Kleidung herzustellen ist urururalt und ein sehr wichtiger Bestand des tägllichen Lebens.  Bis heute.  Irre, wie sich die Menschen früher Mühe gaben einen einfachen und notwendigen Gebrauchsgegenstand wie ein Spinnrad zu verschönern und verzieren und wie phantasiereich, vielfältig die Modelle sind. Es war einst der Brauch so ein Rad als Brautgabe zu verschenken. Dass der Bräutigam das Spinnrad selbst anfertigte oder von einem Schreiner speziell für seine Zukünftige anfertigen ließ war vielerorts Tradition.

 

 

 Mein langjähriger Begleiter hat schon viele km Garn gesponnen. Ich habe meinen "Schatz" Anfang der 80er selbst  gekauft und seither steht es in meiner Wohnstube. Das Rad dreht sich Stunde um Stunde. Es ist leicht, praktisch und stabil und sehr einfach gestaltet. Keine Liebesgabe, aber sehr geliebt.  Und wieder sind  über's Wochenende nach  Stunde um Stunde treten und drehen ca 200 g dünner Faden entstanden. Rohwoll Lieferant ist   "Swarte bless", ein schwarzes Schaf in  meiner Lieblingsfarbe, Schwarz. Und was entsteht daraus ?

Keine Ahnung!           "Der Weg ist das Ziel!"


8. Februar

Oh je, schon wieder eine Woche vorbei.  Das Bild mit den Felszeichnungen ist fertig. Nur aussenherum weiß ich nicht ob ich einen Rand oder "nichts"  als Rahmung machen soll. Also laß ich es mal erst links liegen. Die Sommerbluse ist auch soweit fast fertig, nur noch Seitennaht und Schulternähte fehlen oder vielleicht doch noch eine Zierreihe? Auch dies erst mal ab nach links in die Warteschleife ... kann ja  warten, der Sommer ist noch weit weg.

Statt dessen habe ich - oh Wunder - in der Restekiste gekramt., auf der Suche nach einer bestimmten Farbe.  Ein Foto von  Felsen, bzw  Gesteinsbrocken von Bohuslän, (einer malerischen Küstenregion in Westschweden, tausende Schären, Granitinseln,  nördlich von Göteborg bis zur norwegischen Grenze, und ... Tanum mit den Felsritzungen)  ist mir entgegen geflattert. Wollte ich davon nicht  ein "Bild" machen? Eines aus Stoff und Garn. Ein klitzekleines,  leichtes Gepäck für meine Reise? Nun sieht mein Arbeitsplatz erst mal so aus: Mehrere Ideen, Stoffe und Motive aus meinen Skizzenbüchern.  Die erste Arbeit ist also schon mal getan. Der Rest wird sich zeigen, der Tag ist ja noch lang. 

 

 

 

Carne vale - Fleisch lebe wohl

 

So eine tolle Struktur - Das muß doch verwertet werden? Manchmal lohnt es sich etwas aufzuheben, zu warten, was daraus von Natur aus mit der Zeit entsteht. 


1. Februar 26 

Ein Sonntag ohne Krapfen ? Der Bäcker hatte gestern schon zu. Und das im Carnevale? Fleischlos ja, aber ohne Brot und Kuchen , nein. So stehe ich also am Samstag nachmittag in der Küche und mache drei Teige. Für Krapfen, Pizza und Brot.  Rezept?  Man nehme, ... wozu man Lust hat. Hefeteig war meine Grundlage. In drei Stücke teilen. Zum Grundteig: Für Krapfen (ohne klassischen Rändchen und ohne Füllung) einen Teil mit Eiern und Butter, Vanille, Zitronenabrieb  und ... oh je, kein Zucker im Haus. In meiner Autoküche finde ich noch so kleine abgepackte Zuckerstangen. Eine reicht :-) Den Teig für die Krapfen durchkneten, falten und gehen lassen. Ausrollen und mit einem Glas ausstechen - nach nochmaligem  Gehen in Butterschmalz  (fritieren?).  Für die Pizza: Wasser  Oel und Salz  mit dem Grundteig vermischen, falten,  dünn in einer Eisenpfanne verteilen und im Feuerraum im Kachelofen garen. Fürs Brot : Sonnenblumen-  und Kürbiskerne, Salz Sesam,Leinsaat, Schwarzkümmel und etwas Tiroler Brotgewürz zum  Grundteig mischen, alles zusammenkneten, Falten und zwei mal gehen lassen. (das zweite mal im Gärkorb).  Im Feuerraum des Kachelofens garen. Wie lange? und bei welcher Temperatur? wie groß die einzelnen Teile?  Nach so vielen Jahren Übung geht das bei mir nach Gefühl. Alles ist sehr gut geworden und vom noch warmen Brot habe ich nicht aufhören können zu naschen. Mit gesalzener Faßbutter einfach nur ein Gedicht. Außen knusprig, innen saftig mit Crunch ... ein Gedicht eben. 

Das Rückteil der Sommerbluse ist fertig. Schon schräg, ein Teil auseinander zu schneiden um es wieder zusammenzufügen. Mir geht es ja aber darum etwas zu gestalten - mit meinen Händen  - und meinen Geist anstrengen, beweglich bleiben.

Und morgen werde ich weiter mit den Vorderteilen spielen. Oder die "Herbstjacke" fertig machen. Musste wieder stoppen, der Arm hat "Genug" gesagt. Aber morgen schaffe ich das mit dem Stricken wieder. 


31. Januar

Tagebücher von Reisen 23/24 sind fertig gestaltet.  Gedruckt und gebunden liegen sie nun auf dem Tisch vor mir.  Beim Durchblättern sind die Wege, Übernachtungsplätze, Landschaften und Städte, Dörfer und - ja, hauptsächlich das Meer sowie Textile Inspirationen wieder an mir vorbeigezogen. Gefühle, Gerüche, Gedanken - alles ist auf den Fotos verewigt und beim Betrachten wieder ganz klar in Erinnerung. Würde ich an die Scene mit den Fischernetzen in Bohuslaen, an das Auf  Ab und über und zwischen den Schären jonglieren um die unterschiedlichen Perspektiven auf die bunten Bootshäuser am Hafen zu genießen, an diesen Tag ohne dieses Foto, jemals wieder denken?  Mit den Bildern kann ich die Erlebnisse nachvollziehen, sie noch einmal erleben. So fällt mir das Warten auf den Frühling sehr viel leichter. Und während ich mir nebenbei zur Abwechslung ein neues Outfit, eine leichte Sommerbluse gestalte, handgenäht, mit Stickgarn verziert,  werden die Tage schon merklich länger. 

Die Vorfreude darauf, daß mein Reisebegleiter abtaut und die Schneehaufen drumherum geschmolzen sind darf gerne noch ein wenig dauern , sollen ja einige begonnenen  Werkstücke noch vor der nächsten Reise abgearbeitet werden. Wohin es geht?  Diesmal ist nicht der Weg das Ziel.  Diesmal ist es Wismar - und immer  wieder, das  Meer. Aber das dauert noch ein Weilchen, bis ich diese lange Zugreise antreten werde.  Heute las ich ein Statement, das mir die nötige Gelassenheit gibt: 

" Zugfahren ist wie Lotto spielen, man kauft das Los (Ticket) und erreicht als Preis, hat man Glück, das Ziel :-)

 Übrigens - es schneit schon wieder :-(

 

Dies soll der Rücken werden. Damit es mir nicht langweilig wird, habe ich das Ganze erst mal in der Mitte durchgeschnitten. ;-)  Nicht schnell mal wieder zusammen genäht soll es werden, es war ja kein Fehler. Zusammen genäht, ja . Aber  verziert durch eine Verbindungsnaht. Wie? Muß ich erst noch rumprobieren. Welche Farbe? Auch noch unklar. Für das oder die Vorderteile muß ich mir auch noch etwas ausdenken. Es ist ein wunderschöner, weicher in Fischgrätmuster gewebter Leinenstoff. Farbe: Schokoladenbraun. Zu viel darf da nicht drauf, nur ein kleiner Pepp zur Ergänzung. Der schönste und spannendste Teil ist jetzt die Fadenstärke und Farbe auszusuchen und Stiche auszuwählen. Erst mal nur für die Verbindungsnaht. Soooo viele Möglichkeiten!


29. Januar

Kannst  Du Dich erinnern, liebes Tagebuch? Dachte ich doch noch vor dem Winter in der "Herbst Jacke" spazieren gehen zu können -  Und da kommen die vielen "Abers" in's Spiel und plötzlich ist alles in Frage gestellt. Nun aber geht auch Stricken wieder und die letzten Reihen sind in Arbeit.  Stundenlang Masche für Masche ist allerdings tabu ... ist ja aber auch unwichtig ... im  nächsten Herbstwind wird das Werk mich  schützen und mit den Blättern um die Wette leuchten.


26. Januar

Und es schneit und schneit und schneit. 20 cm sind es bestimmt schon. Sehr schön  ...  und eigentlich mag ich ja die wei0e Pracht. Aber ich hab schon auch extrem viel zum Schippen. Drei mal bin ich die Gasse schon auf und ab mit der Schaufel. Und früh aufstehen? Ist gar nicht mein Ding.   Seit Tagen sortiere ich bis in den frühen Morgen Papiere und  Fotos. Speicherplätze leeren, Fotoalben gestalten, Tagebücher nachtragen. Und Vorrat an Holz stapeln.  Hilfe holen zum Schnee schippen?, Holz stapeln? ... wer mag sich da schon vordrängeln oder anstellen? So hängt mein Blick in den Schneeflocken, auf den Dächern ... Hinterland gibt es gerade nicht mehr  -  es ist versunken. An lange Spaziergänge gar nicht zu denken ... Der Marktplatz leergefegt, verweht. Na, dann werde ich eben den oder die nächsten Tage weiterhin untertauchen und mit dem Laptop spielen. Fotos archivieren. Das schöne daran ist, die letzten drei Jahre noch einmal vorbeiziehen zu lassen. Und die Vorfreude auf neue bunte Bücher mit Erinnerungen. Mit jedem einzelnen Bild erscheint der festgehaltene Augenblick in meinem Gedächtnis. Heute werde ich noch einmal einen Tag in Rom an mir vorbeiziehen lassen. Den Anblick und Duft zurückholen von Jasmin, Akanthus, Orangen,  Holzofenpizza und den leckeren  kleinen Törtchen.  Espresso zwischen den Römern in einer kleinen abgelegenen Eckkneipe trinken, Gemäuer, Gassen, bunte kleine Läden  durchstreifen -    ja und die "sieben Hügel" und den Tiber  ein Stück entlang  -  und ...und ...und...täglich 20 km,  in Maienhitze,  Fußmarsch kreuz und quer durch die Stadt ... ach ja, da packt mich doch gleich wieder das Reisefieber.   Es sollte ja erstmal eine Romreise sein, um die Stadt zu erkunden -  da wäre ja noch der  fehlende zweite Teil, die vielen Kunstschätze  .... aber ich schätze mal: auch in Rom scheint gerade nicht die Sonne, es ist Winter und duftet sicher gerade nicht nach Jasmin und die Bougainvillea  blüht bestimmt auch noch nicht ... also: weiter träumen!


20. Januar

An einem Punkt angelangt, wo es irgendwie nicht weitergeht, mache ich erst mal eine Denkpause. So richtig ist die Geschichte mit der Maus noch nicht auf dem Stoff angekommen. Ich weiß, daß, wenn die Grundlage stimmt, mit der weiteren Bearbeitung, (Quilten und Strukturieren) die Aussage noch an Bedeutung gewinnen wird. 

Inzwischen habe ich  kleine Stoff- und Fadenreste aufgeräumt und aussortiert. Sieht nicht so aus?  Nicht wirklch, aber mit den kleineren Resten will ich mal sehen, ob nicht noch etwas Größeres entstehen kann. Nicht heute und morgen, aber irgendwann. Oder vielleicht paralell. Vielleicht auf meiner nächsten Reise.  Mit dem Hintergrund "kleines Gepäck". Dazu wäre natürlich auch ein bißchen Vorbereitung nötig.    Mal sehen ... 

Dafür sollte ich aber erst mal Schnipsel und Ministückchen glatt bügeln und auf eine Unterlage fixieren.  Könnte ich das Ergebnis vielleicht auch für den Mittelstreifen der Mäusegeschichte verwenden? Den finde ich noch so langweilig.  Eine Möglichkeit der Gestaltung hatte ich irgendwann jetzt im Winter schon mal gezeichnet. Bietet sich ja hier in Folge der Aufräumaktion an verwendet zu werden, als grobe Vorlage.  

 

 

Was manchmal doch aus Langeweile entstehen kann!                                        Erst nur Kritzeleien, und plötzlich entsteht aus Spielerei eine Komposition. Wäre auch in Schwarz-Weiß eine Option. Aber erst mal ein Versuch in minibunt, ein kleiner  "Crazy Quilt" !?


18. Januar

Fertig? Weit gefehlt. Den Sonntag habe ich weitgehends mit der Maus verbracht. Zeichnen, reduzieren auf wenige Linien, Linoleum schneiden, rumprobieren. Nun, so glaube ich, paßt sie auch ins Bild. Wie solls nun weiter gehen?  Braun auf gelbem Grund? Versteckt? Zwischen einem bedruckten gelben Streifen in der Mitte? Oder doch die Mitte rund, strukturiert,  mit mehreren Mäuschen? Oder aber gar nicht gedruckt, sondern den Mittelstreifen  bestickt. Na gut, für heute ist Feierabend. Dank der Zwinge sind meine Finger heil. Der Stoffdruck sieht auch ganz ansehnlich aus ... mal sehen, was ich morgen vom davon halte.


15. Januar

Reflexion.

Liebes Tagebuch,  nein, ich glaube nicht wirklich, daß es Dich sonderlich interessiert womit ich mich die letzte Zeit beschäftige.  Es sind die kleinen Dinge, die immer größer werden, ignoriert man sie. Und irgendwann schreien sie danach erledigt zu werden. So ist das gerade also bei mir. Ich sortiere, packe Unnützes, Überflüssiges und Ungebrauchtes  in Kästen und Tüten. Und manches direkt in die Tonne. Ja doch, man sollte viel mehr "in die Tonne" treten. Es befreit tatsächlich. Schaue ich jemals wieder in das Gourmetheft aus der Jahrtausendwende um daraus Nutzen zu ziehen? Nutzen insofern, daß bei Einladungen, die "damals" noch ein Teil meines Lebens waren -  etwas "Besonderes" für meine Gäste auf den Tisch kommen sollte. Ich liebe alte Kochbücher,  alte Handschriften, Familienrezepte und kenne meine 1001 Kochbücher, Rezeptsammlungen und handgeschriebenen Aufzeichnungen, entstanden beim Kochen selbst, inzwischen auswendig. Also wozu aufheben? Freunde und Bekannte haben sich verabschiedet - nicht im Zorn oder Unlust, sondern weil sie mittlerweile, wie ich auch im letzten Quartal ihres Lebens manches nicht mehr können und nicht mehr so flexibel sind. Ein Teil hat sich ganz aus dem Leben oder Umfeld geschlichen. 

"Times they are a changing" zitiere ich immer wieder, ja und deshalb sollte man sich auch rechtzeitig trennen von Dingen, die man nicht mehr braucht. Rechtzeitig, bevor es "Andere" tun müssen.  So habe ich im Januar, wie so viele :-) einen Entschluß gefasst. Ja, ja, ja - ich weiß.  Das wird nicht lange halten mit diesen Neujahrsentscheidungen .... immer wieder verlieren die Vorsätze, je weiter das Jahr fortschreitet. Aber was getan ist, ist getan. Und ich bin fleißig dabei... Jeden Tag ein Häufchen, ein Regalfach, ein Stapel. Das ist wie Gymnastik. Ganz hinten, oben im Schrank, ganz weit unten, hin und her, treppauf, treppab ... das ist kostenlose "Bewegung". Gut, ich bin gerade etwas ausgebremst mit der linken Hand, aber die Rechte ist ja fit. Und ich mache durch den Tatortswechsel ja auch Pausen. Kaffeepausen mit Belohnungseffekt, In alten Fotobüchern blättern und Erinnerungen nachhängen, alte Briefe lesen und Akten durchforsten .... ja, doch - auch wegwerfen. Endgültig.  Da liegt  ja noch eine Zeit "vor" uns, haben wir erst mal das Alter des Erinnerns erreicht. Vor uns, um etwas Neues zu gestalten, entdecken und suchen. Und für meine Textilarbeit ist nach einem kreativen Räumungskomado auch noch Zeit, hat mein Tag doch immer noch 24 Stunden. 

Der Besuch der kleinen Maus zur Jahreswende hat doch in meinem Leben eine nicht kleine Wirkung gezeigt., hat mehr an Kettenreaktion bewirkt, als man diesem kleinen Wesen zutraut.  Zumindest hat sie Chaos verursacht ;-)  

Die Streifen für den Untergrund meiner Textilarbeit  sind inzwischen alle zusammengefügt mit winzig kleinen Handstichen.  Die Mitte ist bestimmt,  habe aber noch nicht entschieden ob ich appliziere oder einen Linoldruck schneide. Davor hab ich aber ein bisschen Angst - wegen der Selbstverletzung, aber eine starke Zwinge könnte ja die fehlende Kraft in der "Linken" ersetzen ... ich werds mal versuchen. 

 

Und noch etwas, liebes Tagebuch, die Arbeit mit Stift, Papier, Schere, Stoff, Farben und klitzekleinen Näh- und Sticktichen ist sehr, sehr entspannend aber auch spannend,  läßt die Welt "da draußen" verschwinden und mit passender Musik- in alle Richtungen" je nach Lust , auch Raum für Träumereien. 

 

Ok, das sieht nach Chaos pur aus, und doch ist eine gewisse  Ordnung darin  und letztendlich wird es ein Ganzes ergeben.

Inhaltlich habe ich recherchiert:

Weisheit und Kontrolle:  Bei Ganesha (Hinduismus) zähmt die Maus (Mushika) niedere Wünsche und Impulse; sie symbolisiert die Kontrolle des Intellekts über die Basisbedürfnisse.

Zugänglichkeit: Ihre Fähigkeit, sich durch kleine Räume zu bewegen,

                                                          steht für die Überwindung von Hindernissen                   

  • Fruchtbarkeit: Ihre schnelle Vermehrung symbolisiert Überfluss und Segen, aber auch eine bedrohliche phallische Kraft. 
  • Symbol für Reinigung: Ihre Anwesenheit kann auf Bereiche im Leben hinweisen, die aufgeräumt werden müssen (spirituelle Bedeutung).
  • Paßt doch alles, wie bestellt.
  • Fügung? Zufall? 

11. Januar

"Spinnereien" am Wochenende. Schade, daß es immer so schnell vergeht. Drei Spinnräder , drei Strickerinnen, drei Schnurspinnerinnen und drei Kugelschreiberspinnerinnen haben um die Wette Fäden bewegt. Spinnereien eben.

Die Addition wird nicht aufgehen, denn diresmal waren wir nur  sieben und nur "-innen". Es war aber auch ein ziemliches Schietwetter, Matsch, Regen, Schnee, Eis ... was halt der Januar hergibt. Trotzallem war es ein schönes, geselliges Wochenende. Wie immer -  fleissige Tage, gute Gespräche, leckeres Essen und Trinken und lange Nächte. Fleißig ? Nun ja, mein  Ergebnis ist augenscheinlich mager. Nur ein paar Schnüre. Passend zu meinem Thema :"da beißt die Maus keinen Faden ab". Aber das Spinnen mit 4 Fingern - ohne Spindel, Rad oder sonstigen Hilfsmitteln, ergibt eben nur wenig Sichtbares, auch wenn man stundenlang mal rechtsrum, mal linksrum den Faden dreht.  Mein Bild bereichert dieses Ergebnis jedoch um eine weitere Struktur. und da ich erstmal wegen Schlechtwettervorhersage brav zuhause bleiben muß.... mal sehen, wie das Werk weiter wächst. Die Hauptsache fehlt ja noch. Was bisher entstanden ist zeigt ja "nur" den Hintergrund.


8. Januar

 Draußen ist es immer noch frostig, vor der Türe bewege ich mich gerade wie eine Schnecke. Gehe aber auch nur wenn absolut notwendig vor's und aus dem Haus. Deshalb kann auch meine Mäusegeschichte bildlich wachsen. Langsam nimmt das Bild Gestalt an. Die Mäuse spielen dabei noch keine große Rolle. Weiß noch nicht, wie ich sie einbinden soll. Aber der Hinter/Untergrund hat etwas Farbe  bekommen.

Auf der Basis dieser folgenden Geschichte, baue ich mein Werk auf:

Gertrud von Neville ist die Schutzheilige der Mäuse und Ratten.

 Die Winterarbeit bestand "früher" hauptsächlich aus Spinnen und weben. Die Maus, die mit der  heiligen Gertrud abgebildet wurde, biss sozusagen am 17. März den Faden ab: Man hörte auf mit dem Spinnen, man ging hinaus aufs Feld.

 Als man das nicht mehr so richtig verstanden hat, wandelte sich die Redewendung etwas. Man hat es nun so gesehen, dass nicht einmal mehr eine Maus an einem Faden etwas abbeißt. Das heißt, die Sache ist so wie sie ist; es wird nichts mehr daran geändert.

Es gibt noch mehr "Geschichten und Mythen", die sich mt der Maus beschäftigen. 

Mal sehen, wie meine endet. Die Maus beschäftigt mich also noch eine Weile.

Spätestens im März gehe ich dann aber auch  wieder   "aus's Feld"


                                                        6. Januar -  frostig und eiskalt.

Doch, doch, einen Faden in eine Nadel einfädeln. sie halten und führen, das geht schon ganz gut ...  Die Mäuse tanzen mir nicht mehr auf der Nase herum und beißen auch keinen Faden mehr ab.  Mit der Verzierung der geraden Teile bin ich erst mal mit "Arbeit" versorgt. Ein klares Bild des Ganzen habe ich allerdings noch nicht. Das wäre ja auch unspannend, langweilig. Es darf sich gerne entwickeln, langsam wachsen. Platz für Umgestaltung und Ergänzung muß schon sein. "Fertig" sein  heißt ja auch nur, daß ein neues Projekt entstehen muß. Das ist aber gar nicht mein Ziel.  Hinter dem warmen Kachelofen und unter einer wohlig warmen Wolldecke mit den Fäden spielen und Muster auf die Stoffstücke sticken, ihnen Struktur und Farbe geben -  das beruhigt mich, lenkt mich ab von allem was ich statt dessen tun möchte, müsste, könnte .... Was kümmert mich da, daß es draußen, eisig, glatt und matschig ist und ziemlich tiefer Schnee mich doch am spazieren gehen hindern würde. In meine Wohnstube scheint gerade ein  Sonnenstrahl und in der Ferne lockt der Waldrand. Da könnte ich ja doch vielleicht  ...  Der Tanz der leichten Schneeflocken auf  dick verschneite Dächer versprechen eine traumhafte Landschaft, wenn ich  mich denn mit  Mantel und  Stiefel rüsten würde  - Aber ich habe doch Respekt, Angst meinen Arm zu gefährden. Er ist zwar super abgeheilt, aber rumort noch und mahnt ... ich gehorche.


4. Januar

Reste verwerten heißt mein Motto die nächsten Tage. Kleiner wird mein Tohuwabohu deswegen auch nicht. Aber aufgeräumt wird so nebenbei und sortiert. So viele Möglichkeiten entstehen, hat man erst mal begonnen etwas zu kreieren. Immer wieder fügt sich etwas Neues durch das vorhandene Material oder eine kleine Änderung oder eine neue Idee hinzu.  Eine plastische, kleine Maus habe ich probiert zu integrieren, aber wieder verworfen. Passt nicht. Sie bewacht nun mein Tun :-).


2. Januar

Warum nur bringe ich es nicht fertig mich von kleinen und kleinsten Stoffschnipseln zu trennen? Nur die klitzekleinen Abschnitte, das würde ja schon einige Kisten leeren. Aber auch eine Fäche von 1x1 cm kann schon etwas Großes bewirken. So bleibe ich, während ich    (ja, immer noch von Hand)  Streifen und Quadrate, Rechtecke und  Kreise für mein neues Projekt  (anstatt angefangene alte fertigzustellen)  zusammennähe, mit meinen Gedanken in der Stoff-Falle. Heute träumte ich wiederholt von dem süßen Mäuschen. Es spitzte vorwurfsvoll aus einem Löchelchen, rannte dann die Treppe herunter, in windeseile, und ich raste hinterher. Mittendrin fiel mir ein:  Habe ja gar keine Falle in der Hand, was also soll ich mit der Maus, wenn ich sie fange? Ich ließ sie laufen. An dieser Stelle bin ich aufgewacht :-) Da hat mich wohl das schlechte Gewissen geplagt. 

Auf meinem Schneidertisch tanzen nun auch im neuen Jahr die Mäuse. Mäuse stehen in der Mythologie unter Anderem  für menschliche Ängste und dem Kampf des  Überlebens.

Mäuse sind auch  in der Kunst allgegenwärtig – als Spiegelbilder der menschlichen Existenz, als politische Metaphern, als niedliche Charaktere oder als Symbole für tiefere menschliche Themen. Auch ich lasse sie jetzt tanzen. Mal sehen, wie das später aussieht. Noch ist alles offen.

So bin ich nun versunken in meinen Stoffresten und im Schnee.  Ja, ich bin sozusagen eingeschneit. 10 cm bisher und es riecht nach mehr.  

 

 


                                         Prost Neues Jahr 2026!


 

24. Dezember

Liebe Alle, die mich hier auf meiner Tagebuchseite besuchen, Liebe Freunde, Liebe Textiler ...

 

Aus gegebenen Anlässen (siehe: "Die Geschichte von dem Ungeheuer" vom 3. Dezember) ausnahmsweise mal wieder echte Weihnachtspost, neben der elektronischen.

 

Das ist etwas das ich gerade gut machen kann. Schreiben. Zwar auch etwas schräg beim Umschalten der Tasten mit den Fingerspitzen der linken Hand, aber es geht. 

 

Es ist schade, daß uns das Leben so schnell davon läuft. Jeder hat so sein Päckchen, Lebensraum und Aufgabe und wir neigen dazu „später, morgen, nächste Woche“ vorzuschieben, anstatt den Augenblick zu nutzen.

 

Ich bedauere sehr, daß liebe Gewohnheiten verloren gegangen sind, Freunde  verstorben, verzogen oder sich zurückgezogen haben. Das gehört leider ab einem gewissen Alter zum Leben.  Mir fehlen die guten Gespräche, Ideen und der Austausch über Familien und kreatives Tun sehr, Begegnungen, die doch viele Jahre unseren Alltag begleitet haben. 

 

Ich fühle, daß für mich im nächsten Lebensjahr eine neue Epoche ansteht.. Manches Gewohnte muß sich ändern, erneuern und Änderungen akzeptiert werden: Neues muß gedacht und ausgeführt werden.

 

Weihnachten steht ja für Freude, Erneuerung, Hoffnung, Frieden und Liebe.

 

Die letzten Jahre sind mir davon gelaufen, Ich habe viel erlebt, gesehen und kreiert und ja, auch gelernt. Möchte nichts davon missen. Habe aber auch viel verloren. Auch gewonnen. So hält sich Glück und Unglück meist die Waage.

 

Ich wünsche uns nun zu Weihnachten, es möge die Zeit nicht so fliegen, sollte lieber öfters stehen bleiben, anhalten um das Schöne noch mehr zu beachten und schätzen zu können.

 

Ich wünsche uns Ruhe, Gelassenheit und Bedacht.

 

Ich wünsche uns vor Allem Gesundheit. Und die Kraft, gegen den inneren Schweinehund zu kämpfen und manches Unbequeme und Notwendige durchzusetzen, auch wenn's unbequem ist. (Manchmal ist es eben schwer die Gesundheit zu erhalten oder zurück zu gewinnen. Und Manchem gelingt es nun mal  letztendlich nicht.)

 

Und ich wünsche uns ein schönes, den eigenen Vorstellungen entsprechendes, frohes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes, neues Jahr..

 

Möge es noch viele Überraschungen und Abenteuer bringen und ... viele gemeinsame gute Gespräche, Wanderungen, Ausstellungen, Reisen, gemütliche Kaffeestunden, Spaziergänge und  Austausch über Textiles ... und vieles mehr.

 

                                      Frohe Weihnachten !

 

 


19. Dezember

Was ist Weihnachten ohne Weihnachtsplätzchen?

Im Vorbeigehen bei Bäcker- und Lebensmittelladen fällt mir auf, daß ein kleines Schälchen bunter Kekse eine "Kostbarkeit" ist. Ob sie dann auch "wie bei Muttern" schmecken? Ich versuche es gar nicht erst. Mach ich doch mit "links", denke ich,  nein, diesmal nicht ...  aber auch mit nur rechts müsste es klappen. Also ran an den Spaß. Nach drei Stunden blicke ich auf eine kleine Dose, gefüllt mit hübschen Plätzchen. Mit einem "Schockmoc" (KaffeeKakao mit Sahnehaube, Schokolikör und arabischem Kaffeegewürz) habe ich den restlichen Nachmittag damit verbracht Weihnachtspost fertig zu machen. Das weihnachtliche Gebäck hat meine Stimmung unterstrichen, der Versuch wird als gelungen abgehakt. In Erinnerung an unsere armselige und doch glückliche und freie Kinderzeit ("Nichts" gab es damals, jeder war froh "etwas" zum Essen auf dem Tisch zu haben) werde ich zum Weihnachtsabend einen "bunten Teller" wie anno dazumal gestalten.  Selbst gebackene Plätzchen gab es damals für mich aber auch noch nicht. Ein einfacher Lebkuchenstern, eine Mandarine, Apfel und Walnüsse zierten den Pappteller mit bunten Bildern. Später kam dann noch ein Nikolaus dazu. Und ein kleiner Tannenzweig.  Nachkriegszeit eben. Später ... viel später wurde es allgemein immer üppiger. Mir wurde im Kindesalter  immer erzählt, daß man sich etwas wünschen könne, zu Weihnachten. Ich wurde meistens enttäuscht. Warum, begriff ich erst sehr spät. Ab einem bestimmten Alter, schon erwachsen, habe ich mir dann immer nur noch  "Nichts" gewünscht. Und wurde immer wieder überrascht. Nicht " Weihrauch, Gold und Mhyrre" sondern  Kerzenlicht und Tannenduft, schöne Musik, ein Stapel Bücher und das traditionelle, spezielle Weihnachtsessen erfüllen heute meine Weihnachtswünsche. Und die selbst gebackenen Plätzchen :-)


18. Dezember

Mäuschen  zeichnen geht perfekt.  Habe nochmal ein paar Veruche gemacht, ausgeschnitten und  hin und her geschoben. Jetzt werde ich noch Stoff aussuchen und  dann eine Collage gestalten. Ein Wochenendvergnügen. 

Die Wunde ist gut zugeheilt. Nicht schön, aber zu.  Hin  und wieder nehme ich die Gipsschale ab zum "Lüften", bewege meine Finger und Gelenke. Tut noch weh, aber wird vergehen. Irgendwann.  Es ist Halbzeit. Noch drei Wochen, dann wird man sehen, ob auch der Knochen zugeheilt ist. Und  ich hoffe, dann auch wieder unabhängig zu sein. 


14. Dezember

"Nichts" tun ist keine Option. Aber was geht alles nicht mit nur einer Hand? Die Frage umgedreht macht mehr Sinn. Manches geht gut. Manches leidlich und manches eben gar nicht. Tagsüber verrichte ich den täglichen Kleinkram. Dinge die eben notwendig sind, egal wie lange man daran rumbastelt. Mühselig vieles, aber es geht, auch wenn man kleine Tricks anwenden muß. Glühweinflasche öffnen, zum Beispiel. Geht gar nicht. Ist auch eigentlich gar nicht notwendig. Aber, ist man zwei mal durch den, immer noch sehr schönen,  Nürnberger Christkindlmarkt geschlendert, dann wünscht man sich, den Duft in der Nase, einen Glühwein zum Buch am Abend. Also: hinsetzen, Flasche zwischen die Knie pressen und mit aller Kraft ... es dauert, aber es kann gelingen. Was auch gut mit einer Hand geht ist zeichnen. Links den Gipsarm zum Beschweren des Papiers legen, und mit der anderen Hand den Bleistift halten. Ein bißchen rumkritzeln,  mit Schere und Lineal Rechtecke und Quadrate schneiden und schon ist eine Grundlage für weitere Ideen geschaffen. Die Reinkarnation der kleinen, frechen Maus ist schon mehr Aufwand, ist es doch nicht meine Stärke, das Zeichnen. Aber - ich habe ja Zeit - ich werde weiter sie verfeinern und Details ausarbeiten. Gerne hätte ich eine Linoldruckplatte  mit diesen Motiven geschnitten, mit einer ganzen Reihe Mäusemonster. Aber das geht garantiert nicht und wenn, dann ganz sicher ins Fleisch :-) . In ein paar Wochen werde ich wieder fit sein und den Berg abarbeiten, der sich als großes Wunschbild vor mir aufbaut. Vorerst genieße ich eben, gebunden an "Öffentliche", meine nahe Umgebung, die ja auch viel zu bieten hat. Das Auto, - fahren können wann und wohin man im Augenblick möchte-  das fehlt mir wirklich primär.

 

"Ein edler Ritter, hoch zu Roß,  von fern, brachte mir den Stern, 'nen Ritterstern."

An dem freue ich mich jetzt schon eine Weile und er entwickelt immer noch neue Blüten. Und immer wieder auch ein schönes Konzert, um die Ecke in gemütlicher Runde bei leckerem Essen, lenken mich ab von den Wehwehchen. Besuch ab und zu und ein Plausch bei Kaffee und Kuchen im "Honigapfel" ... ja, doch, ich fühle mich trotz Allem in einem großen Honigtopf. Allerdings liegt es auch schon ein wenig daran, was wir aus der jeweiligen  Situation machen und welche Möglichkeiten wir ausschöpfen. Und bequem ist das keinesfalls immer. Also, ab an den Zeichentisch ...


 

3. Dezember

 

Die Sache mit dem Ungeheuer. Eine Weihnachtsgeschichte.

 

Wer  mich kennt weiß, daß ich gerne und viel unterwegs bin. Sowohl in Wald und Feld, Stadt, Land und am Wasser. Kino, Konzerte, Märkte ... kurz, ich treibe mich gerne tagsüber rum. Nachts werde ich dann fleißig und finde schlecht ins Bett. Irgendwann müssen Haus und Hof sowie "Textiles" ja versorgt werden. 

 

Seit etwa Oktober  begleitete mein abendliches Tun ein eigenartiges, ungewohntes Geräusch. An sich kann man, bis auf wenige Ausnahmen in meiner Umgebung "Fliegen husten" hören.  Was nun war das? Ich kombinierte: Herbst, nahender Winter .... da sucht jemand eine warme Bleibe. Ich hatte den Zwischenboden in Verdacht. Strohdecke, alt, irgendwo sicher auch vielleicht reparaturbedürftig ... Ich war in den vieler Jahren, die ich hier wohne, schon hin und wieder Zwischenwirt für durchziehende  "Besucher".  Trickreiche Fallenlösungen, laute Geräusche und Musik - meist verließen sie mich schnell wieder. Diesmal war es anders. Es dauerte bis ich realisierte: da war etwas in meinen Wohnraum eingezogen.  Nicht Krach wie Klopfen, Stampfen oder Drohungen, nicht Rock and Roll oder Katzenmusik,  nichts vertrieb das "Etwas", nichts brachte mir die Stille" wieder. 

 

Vor vielen Jahren habe ich u. A. auch Tischläufer gewebt. In verschiedenen, zur Jahreszeit passenden Farben. Edel, mit schwedischem Cottolin in unterschiedlichen Mustern. Nun wollte ich von Herbst- zu Winterdeko wechseln. Meine Lieblingsstücke lagern in einem Fach im  "Frühstücksschrank". Hier deponiere ich Marmeladen, Honig, braunen und weißen Zucker, Likörchen zum Kaffee, auch mal eine Schokolade ... Der lebkuchenfarbene Läufer sollte nun ab Dezember den Tisch zieren. 

 

Ich fasse ins untere Fach, greife nach dem Stapel Decken und Servietten und ... da springt mir doch etwas helles, minikleines über die Hand und verschwindet blitzschnell ins Irgendwohin. Alles klar, das Ungeheuer ist entlarvt. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich, daß die Schranktüre von innen angeknabbert, die Decken lagenweise durchlöchert, Zucker versteut ... ich hatte das arme Ding wohl eingesperrt und es war gerade dabei ein kuscheliges rotgrünes neues Nest zu bauen - aus meinen handgewebten Schätzen.

 

Kurzer Prozess war angesagt , das Urteil gefällt,  eine Mausefalle vom Nachbarn geliehen und mit Speck und Schokolade bestückt.  Ich gehe schlafen, will nicht dem grausamen Mord beiwohnen. Aber. Am nächsten Morgen zeigt sich: die Schokolade war verschwunden, der Speck noch da. Mit Speck fängt man Mäuse? Glaubte ich – aber Mitnichten, "Times they are a changing"..

 

Ich gehe "Nußcreme" kaufen. Dieses letzte Mahl wird das Henkrsmahl sein, damit wird  der Tod besiegelt  werden.  Eigentlich war sie ganz süß, die hellgraue, fast weiße, kleine Minimaus. Aber als Gesellschafterin wollte ich sie nun mal gar nicht haben . Dies mal klappte mein Plan. Das Mäuslein saß in der Falle. Vor meinem Fenster ist der alte Kirchhof, hier sind die Prinzen und Prinzessinnen, der Königsteiner Adel begraben. Vielleicht war es ja ein Prinz aus vergangenen Zeiten, der neugierig war, wie die Welt von heute wohl aussieht? Hätte ich das Mäuslein mal vor der Hinrichtung erst geküsst! ... Nun ruht es da, auf eben diesem friedlichen Ort  das "Ungeheuer" das mich ein paar Wochen in Angst und Schrecken versetzt und  geärgert hat.

 

Die Mäusegestalt hat eine ungewollte Putzaktion verursacht, hat sie doch im  ganze Zimmer residiert, aufgeteilt in einzelne Bereiche des täglichen Bedarfs, gut genährt mit den zum Trocknen gestellten frischen Walnüssen, war sie wohl unbemerkt schon  länger zu Besuch. Inzwischen ist nun wieder alles an Ort und Stelle, alles bereinigt und Stille und Ruhe eingekehrt.

 

Und die Moral von der Geschicht? Töte kleine Mäuse nicht!

 

Denn:

 

 P.S. Als ich die geliehene Falle zurück bringen wollte, bin ich auf dem frischen Schnee ausgerutscht und habe mir das Handgelenk gebrochen. Was eine kleine Maus doch so Großes verursachen kann.        Wäre sie nicht gewesen … dann, aber das wäre eine andere Geschichte.

 

Mit meiner heilen, rechten Hand sollte ich vielleicht eine textile Mäusegeschichte kreieren ? !  Wenn der Gips weg ist, oder nach sechs Wochen - vielleicht.

 

Es gibt nun zu Weihnachten erstmalig keine Plätzchen und sonstige kulinarischen Leckereien mit viel Aufwand . Nur Gemütlichkeit, Besinnung, Töne, Buchseiten, Kerzenlicht und Glögg.

 

"Staade Zeit" eben.

 

 

Weihnachtslektüre :-)


28. november

tja  - und auf einmal ist alles anders als gedacht. alle vorhaben müssen hinten an gestellt werden, neues gelernt und geübt, geplant werden.  vor zwei tagen bin ich beim ...  schnell mal .... um die ecke huschen, im schnee ausgerutscht und mußte mich einer handgelenk op unterziehen.     zum glück ist die rechte hand funktionstüchtig  geblieben. nun gehe ich denn erst mal für 6 wochen in die winterisolation.

nix tragen, nix bewegen, nix ... , gar nix wozu man eine linke hand braucht.

wobei,  man braucht eine linke hand fast ständig. leider merkt man das erst, wenn sie fehlt.

lesen und musik hören kann ich  aber auch gut mit nur einer hand. es ist eine frage der kreativität, flexiblität und geduld, wie meine nächsten wochen aussehen werden. ich laß mich mal überraschen.                                                   

wie man mit einer hand schnürsenkel innerhalb eines akzeptablen zeitraums bindet, hab ich heute schon mal gelernt. 

 

 

 

nun konnte ich auch den hübschen blick vom  krankenzimmer aus auf  sulzbach rosenberg  mal geniessen.  schwestern, pfleger und ärzte ... alle sehr zuvorkommend freundlich, fröhlich und irgendwie entspannt, gar nichts  hektisches. den notausgang mußte ich aber  gestern wenigstens nicht nehmen, um das krankenhaus auch schnell  wieder zu verlassen. ich habe glück gehabt im unglück.  und mit  ... schnell mal... geht erst mal gar nichts mehr.


23. November

Die Zeit vor Weihnachten. Es gibt viel zu tun. Nein, ich meine nicht Arbeit, Stress und Hektik. Ich bin ein aus der Zeit gefallenes Exemplar, nostalgisch, kreativ und hänge an alten Traditionen.  Ein bißchen Deko, ein bißchen wenigstens, Weihnachtsbäckerei, und kleine, feine Märkte. Und ntürlich das ""Draußen", das wechselnde Licht,  Farben, Nebel und die "Scherenschnitte" ( schwarze Baumskelette gegen weißen, vernebelten oder grauen Himmel). Holz holen und dann die Finger am offenen Feuer wärmen, in der "Backstube" werkeln, stundenlang Nüsse knacken für die obligatorische Nußtorte und dazu Glühfruchtsaft trinken. Gibt es Schöneres? Mag sein.  Meine Tage sind mit Erinnerungen und vorweihnachtlichen Vorhaben gefüllt und ich freue mich an der "staaden Zeit" und wenn auch nur manchmal als Zuschauer.

So war ich am Freitag in der Lieblingsgärtnerei und habe edle Tannenzweige geholt und bin durch den Markt der schönen Dinge geschlendert. Ganz ohne Publikum. Am Samstag war ich dann in der nächsten Lieblingsgärtnerei. Dort war das alte, wunderschöne Bauernhaus geöffnet und lud zum Verweilen ein.  Gefüllt mit lauter alten weihnachtlichen Raritäten. Ein liebevoll arrangierter kleiner Markt füllte die Scheune und verwandelte sie in ein Lichtermeer.  Und heute, Sonntag,  ein Spaziergang durch die Bauernhöfe des Freilandmuseums Oberpfalz/ Neusath Perschen. Harfenspiel, Bäuerliche Winterarbeiten und Handgemachtes  wurde präsentiert sowie schlichte, schöne Kränze gebunden. An einem Tisch wurden "Federn geschlissen".

Meine Schwiegermutter hat immer viel davon erzählt. Frauen aus der Nachbarschaft kamen auf ihrem Hof zusammen und trennten die weichen Teile der Federn von den Kielen. Dazu schwatzten und sangen sie und fanden das wunderbar.  Sie bedauerte immer, daß das Vergangenheit war. Das alles ist immer sehr stimmungsvoll und läßt mich den Winter, mit seinem Frost, Eis und Schnee und Kälte leichter ertragen.  Genau besehen, habe ich es heute in meinem Honigtopf schon sehr, sehr schön, gegen die Generation  vor noch 100 Jahren. Auch wenn ich Holzschleppen und Schnee schippen muß fühle ich mich doch privilegiert.

Freitag

Samstag

 

Sonntag

 

Zwischendrin habe ich Vorbereitungen getroffen, Zutaten für Lebkuchen und Nußtorte bereitgestellt.  Stollenteig angesetzt, gehen lassen und abgebacken. Er ist gut gelungen,  muß jetzt "ziehen", die Aromen entwickeln. Lebkuchenteig ist angerührt und darf über Nacht ruhen.  Die Woche ist verplant, gefüllt mit lauter schönen Erinnerungen, Düften und Aromen. Und morgen früh darf ich um 6.oo aufstehen und Schnee schippen. Es ist gar nicht wenig . Winterfreuden.


20. November

Hurra, Hurra, der erste Schnee ist da. Hatte ich mir das nicht am Anfang der Woche gewünscht?

Was fehlte ist die parat stehende Schneeschippe, das Streugut und ... natürlich habe ich nicht bemerkt, daß es schneit und somit das Ereignis erst mal "verschlafen". So mußten die ersten Fußgänger eben vorsichtig den Berg runter rutschen. Nein ... es ist nicht viel, was da vom Himmel kommt, nur so zum Angewöhnen und um Vorbereitungen zu treffen, falls der Himmel noch Vorrat hat.

Aber hübsch sieht es schon aus da draußen ... vor allem, weil der winterblühende  "Duftschneeball" seine ersten Blüten zeigt.


 

17. November

"Spinnereien" am Wochenende. Unter diesem Thema haben wir, eine Gruppe die sich um diese Zeit im vergangenen Jahr zusammenfügte, uns wieder mal getroffen. Samstag und Sonntag surrten die Spinnräder, klapperten die Nadeln und natürlich plapperten auch die Münder. Obwohl ich laut auf mein  "Nein", keine neue Wolle, kein neues Spinnprojekt -  verwiesen habe, konnte ich dennoch dem superschönen, schwarzen, weichen und sehr sauberen Vlies das ungeplant vor mir lag nicht widerstehen. Vielleicht, wenn ich ein paar km gesponnen und gezwirnt habe, wird es diesmal eine Webarbeit. Vielleicht, denn vor dem Endergebnis kommt erst fleißiges spinnen, und danach genau so fleißiges weben.  1, 2, 3  oder besser 4 m sollten dann schon auf dem Tisch liegen. Soll ich mir nun wünschen, daß ein strenger, schneereicher, langweiliger Winter ins Land zieht ? 

 "Land unter " hatten wir das Wochenende über schon mal. Es war soo gemütlich in der warmen Gaststube bei heißem Birnen/Ingwersaft u.A. !


9. November

Eine spannende, abwechslungsreiche Woche liegt hinter mir. Meine Gestricke nähern sich dem Ende zu. Das langwierige runde Bild mit den Felszeichnungen, die mich in Norwegen und Schweden inspiriert hatten, ist fast fertig. Es war etwas kompliziert, eine Rahmung zu erdenken und einen groben Fehler muß ich hier auch noch beseitigen. Endlich habe ich auch einen Weg gefunden um die "Beulen" auszugleichen. Leider geht momentan aber gar nichts. Mein rechter Arm mag irgendwie nicht, wie er soll.  Das macht auch den Alltag etwas beschwerlich, ist ärgerlich und zwingt mich  langsam zu  bewegen und zu einer Ruhepause von Textilem.

Zwei Konzerte von Klaus Brandl, mit unterschiedlicher Besetzung und eine Reihe CDs haben mir die Zeit vertrieben. Ein Bücherstapel, ein Schreibtisch mit Papierkram , lieber Besuch, und der Anblick von Herbstdeko lassen den November gut beginnen und füllen die Tage. 


         1. / 2. November

  • Berlin, da steht ja immer noch ein Koffer von mir. 100te Male war ich hier und doch ist die Stadt  immer wieder neu und schön. Diesmal war es der 100ste Geburtstag meiner Mutter, der mich wieder mal in diese Stadt führte. Sie lebte in Berlin und ist da auch 2020 im November verstorben. In Begleitung von Tochter und Freundin haben wir in der knapp bemessenen Zeit den riesigen jüdischen Friedhof in Weißensee, die Liebermannvilla und natürlich auch  den Garten (den Max Liebermenn immer wieder malte) durchstreift - beides im Herbstkleid. Den Senkgarten von Karl Foerster, beeindruckend von ihm gestaltet und durchdacht, haben wir besucht - ein Kleinod, das immer wieder durch die wechselnden  Jahreszeiten fasziniert- und in der königlichen Gartenakademie Sahnetorte und Herbststimmung genossen. Vor der Heimfahrt,  noch ein Besuch bei "Mutter Fourage", ein Ort mit Kultur, Gärtnerei und einem Café mit Gartenhausflair. Berlin ist immer wieder schön. 

27. Oktober

Nachtrag zum Eintrag vom Samstag: Nochmal ein Hinweis zum Färberwaid in Erfurt, dem kleinen Laden auf der Krämerbrücke,  sowie der Austellung zu "meinem" Thema, mit dem ich mich seit 20 Jahren beschäftigte."Erdfarbe".  Klar doch muß ich schauen, was die Thüringer Künstler dazu gefertigt haben. Habe ich am Wochenende leider übersehen. Die Ausstellung läuft ja aber noch ein Weilchen.

Für diese Woche habe ich auch  einige  unterschiedliche Arbeiten auf dem Tisch. Manches möchte fertig, anderes begonnen werden. Das Herbstwetter ist wie gemacht für kreative Stunden. Höchstens Blätter vom Gehweg kehren ist angesagt als Tagwerk für "Draußen" ;-)

Sorry, die Bildschärfe wird erst mit der neuen Brille besser. Für mich gilt aber: besser unscharf, als gar nichts.


25. Oktober 

Als die Grassimesse in Leipzig ihre Tradition (seit 1920) 1997 wieder eröffnete war ich dabei ... heute, nach so vielen Jahren ist sie immer noch ein Magnet. Ausgewähltes traditionelles und zeitgenössisches  Kunsthandwerk und Design,  Unikate werden präsentiert und es ist eine Augenweide die perfekt gearbeiteten Textilien zu bewundern. Auch das Gelände der ehemaligen Fabrikstadt "Spinnerei", ein Kulturzentrum  ist sehenswert. Riesig und vielseitig.  Viele Künstler und Galerien findet man hier. Langweilig ist jedenfalls anders.


24. Oktober

Erfurt und die Krämerbrücke -  immer wieder zieht es mich da hin. Nicht zuletzt wegen dem kleinen blauen bzw. bunten Laden, den ich seit vielen Jahren immer wieder besuche.  Nun scheint es dieses Kleinod bald nicht mehr zu geben.  Es ist das Leben, das den Weg vorgibt.   Wer Interesse an "Blau" machen hat, schnell noch  die Atmosphäre dieses Ortes einatmen und ein bisschen in das Erfurter Blau eintauchen.  Mehr: (bitte lesen!) "www.erfurterblau.de".  


23. Oktober

Nichts ist wie es scheint ... Habe ich doch in dieser Woche zwei Komplimente über meine Fitness bekommen . Ja, das hört sich gut an, aber... " nichts ist, wie es scheint". Gestern war ich in meinem  Lieblingscafé in Nürnberg. Psst - ich verrate nicht wo, denn es ist sehr klein. Nicht, daß ich das nächste mal keinen Platz ergattern kann.  Natürlich war ich nicht wegen dem Cafè in der Stadt. Ich brauche eine neue Brille, die Zähne eine Reparatur, die Knochen Bewegung, und, und, und ... Die alten Augen brauchen Unterstützung, damit die feinen Nadelstiche, die kleinen Maschen und die feinen Linien meinen  Ansprüchen entsprechen.  Nicht etwa, daß ich, wie in früheren Zeiten, die  erlernten Ideale kopieren möchte ( Fadengerade, minimalst und gleichmäßig, mit sauber gewaschenen Händen und feinen Nadeln mit kurzem Faden, es gibt ein  Sprichwort: 

Langes Fädchen, faules Mädchen, kurzes Fädchen fleißges Mädchen ;-) -  nein, das Einfädeln der Nadeln dauert oft länger, als das Nähen selbst. Die gefallene Strickmasche zurückholen, länger als das Gestrick und die Bewegungen schmerzen schneller, sitzt und liegt man zu lange ... Irgendwann muß man einsehen,  es dauert nun mal alles länger mit den zunehmenden Lebensjahren.  Nur das Jahr, das rast und hat es eilig. Kaum ist der Herbst eingezogen, verabschiedet er sich schon wieder. Traumhaft ist die rot und gelbe Blätterpracht, aber sie flattert mit Wind und Regen erdwärts und färbt die Wege. Mit früh eintretender Dunkelheit startet die gemütliche Hälfte des Tages etwas eher, der Abend wird länger und das "Gestrick" und "Genäh"  wächst schneller.  Nicht mehr viel ist da zu machen ... ich werde die "Herbstjacke" noch fertig bekommen, bevor es zur nächsten  Jahreszeiten-Runde mit der weißen Pracht geht ... und das erdfarbene Bild, das mit den von den schwedischen Felszeichnungen inspirierten Figuren und Zeichen ... es nähert sich auch dem Ende, mit einer zufälligen, überraschenden Lösung zum letzten Schliff. Ob es gelingt? 


19. Oktober 

Das  Bild, das sich von meinem Fenster aus zeigt, ist so schön herbstlich, daß es mir schwer fällt, mich diesem  Blickfeld zu entfernen. Am liebsten würde ich den ganzen Tag nichts tun, ausser die Blätter im Wind und das Farbspiel mit dem Wechsel des Sonneneinfalls zu beobachten.   Zum Winteranfang bleiben nur noch die kleinen, roten Beeren des  Schneeballs  übrig.  Jedes Jahr kommt dann pünktlich zur Ankündigung des Frühlings ein Star und pickt sich die Früchte ab. Dann weiß ich ... es kann nur noch ein Weilchen dauern um Winterende.

 Nein ... gar nichts mache ich dennoch nicht, diese zwei kleinen "Flicken"  habe ich mal zusammengeführt zu einem längeren Teil. Daran nähe ich, wenn mir gerade nichts Besseres einfällt. Klein, handlich, zusammenrollbar- kann ich überall mitnehmen. Was es mal wird? Es ist ein "Beginn" von... wie immer, "Irgendetwas".  Es liegen so viele, selbst mit Naturfarben gefärbte, Stoffe parat. Sie möchten alle auch einmal  in's Blickfeld  gesetzt werden. "Jeden Tag ein Stündchen"? Das funktioniert bei mir nicht. Abwechslung zwischen "Tun und Lassen" ist mir am gefälligsten. Auf dem Tisch liegen gerade drei aktuelle Beschäftigungen neben Haushalt, Garten und Bewegung : Das kleine, im Sommer begonnene, noch namenlose, das noch nicht weiß, wohin.   

Der Herbstpullover, fast fertig, sowie ein

Erdfarben/ Felsritzungs- Erinnerungsbild, fertig, aber noch die Endlösung,  eine Möglichkeit zum Hängen fehlt  -  Meine Gedanken kreisen darum herum ... und ja, vielleich wird es ein rundes Bild.:-) 


14. Oktober

Nun ist der Übeltäter unschädlich gemacht. Ein rebellierender Zahn musste gezogen werden. Ich erhole mich erstmal von der unerwarteten Tortur. Eine Ausstellung in der Residenz Hilpoldstein und ein langer  Stadtmauer Rundweg  verkürzten meine Wartezeit.   Vielleicht sollte ich an meinem  Erdfarbenprojekt endlich weiter arbeiten. Aber erst genieße ich mal die letzten Himbeeren aus dem Garten und kuriere meine dicke Backe aus  - und lege eine Pausenwoche ein. 


11./12. Oktober,

ein Wochenende zum Thema  " Spinnereien". Diesmal waren wir wenige Teilnehmer, aber wir waren doch sehr fleißig.  Die Spinnräder surrten, reger Austausch von Neuem und gutes Essen, begleitet von Musik ... was will man mehr?  Ravie hat jede Menge Knäuel Wolle gesponnen und ist dabei einen Pullover zu stricken. Mit der Handspindel, gleichmäßig und fein. Bernd wollte es auch mal probieren und wir setzten mal Grundlagen.  Wir vier "Mädels" spannen und strickten im Wechsel, Schafschatten filzte noch ein Hundehalsband. Nun. manchmal verselbstständigt sich  Geplantes. Für mich war es diesmal etwas schwierig  produktiv zu sein, quälten mich doch heftige Zahnschmerzen., gedopt mit Arnica überlebte ich aber Samstag und Sonntag. Bis zum nächsten Treffen im November werde ich aber doch  wohl wieder fit sein :-)

Unser spannendes Gemeinschaftsprojekt ...  es sieht aus, als  würde es schön werden. 

 


10. Oktober

Im Süden sollte die Sonne scheinen - also los geht's, früh aus den Federn und mit der Bahn in den Süden. Die Sonne hat sich schwer getan sich durch die Wolken zu quälen. Jedoch  war es ein trockener, schöner Tag. Habe im Zug an meinen Jackenärmel gestrickt  und später  meine Lieblingsgeschäfte besucht.  Die Asamhöfe, die Asamkirche,  der "Radspieler" und die Isar waren mein grobes Ziel. Ein Besucher der Asamkirche  bemerkte lakonisch: "From nothing too less". Das Radspielerhaus ist ein ehemaliges Palais mit einem hübschen Innenhof mitten in der Stadt. Gerne bummle ich durch's Radspielerhaus mit dem Interieur Geschäft, den edlen Details und einem irren Stoffangebot. Quer durch die Innenstadt zur Isar und über den Victualienmarkt zurück zum Bahnhof verlief meine Route. Ganze 10 km  hat meine "Wanderung, andere Art" zu Buche geschlagen. Da war dann auch noch ein Cafèhaus Besuch möglich zur Abrundung des Tages. ;-)

 


7. Oktober

Ganz im Trend der Jahreszeiten liegt meine neue Strickjacke. Falls sie denn noch im Herbst, der sich jetzt gerade in eben diesen Farben der Restewolle zeigt,  fertig werden sollte. Nun denn ... werde ich mal fleißig stricken und im Wechsel lesen, immer mit dem Blick aus dem Fenster, auf den rotgefärbten "Schneeball". Draussen ist es immer noch Grau in Grau und es regnet immer wieder, es ist schlicht  gesagt  -unwirtlich. Für eine "Runde" im Nebel reicht es dann wohl auch noch, denn der Tag ist ja lang genug ;-) und dann? Dann - mach ich mir den Nachmittag bzw die "Welt, wie sie mir gefällt" mit einem großen Cappuccino, mit Kakao, Amarettosirup und Arabischem Kaffeegewürz obenauf.  So kann gerne noch ein bisschen Schmuddelwetter sein.


4./5. Oktober

Was macht man nur mit einem verregneten Wochenende?  Zwischen Regengüssen, Windböen und Fröstelatacken die angenehmeren Augenblicke draußen  mit Ereignissen füllen und drinnen dann geniessen und abwarten, ist unsere Idee  ... an irgendeinem schönen Ort. Dieses Wochenende sind es  ein "Lost Place",  ein Cafè in einem "Bahnwagon" sowie in einem "Glascafè" oder im Museum. Lost places und Steinbrüche gibt es in meiner Umgebung . Cafès überall - spezielle muß man dann aber schon kennen ;-) vor Allem, wenn das Gebotene auch richtig lecker sein soll. ... Die Ausstellung mit Druckgraphik zum 100ertsten Geburtstag von Hans Brockhage stand schon lange auf meiner "to do" Liste. Im Kurhaus, Grafikmuseum, Bad Steben sind die Druckstöcke, Skulpturen und Grafiken  bestens präsentiert. - bis 9. Novembver noch zu sehen!  Kurpark und Skulpturenweg und das hübsche Bad Steben, jetzt im Herbst, versprechen  einen "schönen Tag". Speziell das kleine "Glascafè"! Diesen  Besuch werde ich wiederholen ... und in der Therme ein paar Stunden entspannen. 



3. Oktober

Im Februar 24 hatte ich am Webstuhl begonnen ein von langer Hand geplantes Projekt zu verwirklichen. Ein Körbchen mit im Laufe der Zeit gedrehten Schnüren aus Rhabarberschalen, Löwenzahnstengeln, Lilienblättern, Tang, Gräsern, Hanf, Nesseln ....  dazwischen immer wieder Leinengarn wartete auf ein neues Leben.  Heute nun habe ich das "Schnur-Bild" vom Webstuhl geschnitten. Ganz zum Schluß verließ mich die Geduld und ich wurde unaufmerksam, wurde im Gewebe straffer und enger ... Gut, daß ich seitlich die Schußfäden hängen ließ, da konnte ich noch ein wenig "zaubern" ... Mit "Nur" dieser  "Nachbearbeitung" habe ich dann den ganzen heutigen  Feier-Tag verbracht. Und  seit heute abend hängt es nun auch an der Wand. Ganz zufrieden bin ich noch nicht ...mal sehen was mir noch einfällt um das zu ändern.


                                                       1. Oktober 2025

 

Ja, doch ... ich habe wieder nach Hause gefunden. 5 Wochen war ich unterwegs, bin nordwärts gefahren auf bekannten und unbekannten Wegen. Wälder, Seen, Museen , Musen. Und immer wieder "mehr Meer". Habe unterwegs bekannte und unbekannte Menschen getroffen und anregende, intensive Gespräche ebenso wie einsame Stille genossen. Die Sonne hat mich oft hinter Wolken begleitet, aber hat mich auch immer wieder gewärmt. Ein ganz klein wenig habe ich auch Kreatives zustande gebracht ... aber meist war ich mit wandern, schauen, lesen, nachdenken und nix tun beschäftigt.   Tja, auch das muß mal sein.  Mein Zuhause für "unterwegs" hat mich auch treu und brav  von Ort zu Ort transportiert und an den jeweiligen Standorten mit Küche und Schlafplatz für mein Wohlgefühl gesorgt.

 

Nun hat mich mein eigentliches  "Zuhause" wieder voll im Griff und der Alltag ist eingekehrt. Garten, Haus und Herbstlaub, sowie Obsternte beschäftigen mich wieder voll und ganz.  

Und gestern bin ich mal wieder zu einer kleinen Bahnreise gestartet. In Sachen "Textil" -natürlich.  Plauen im Vogtland war mein Ziel. Zur "Fabrik der Fäden". Die "Plauener Spitze" ist weltberühmt und das Museum zeigt die Geschiche und Entstehung dieses Fadenwirrwars, mit dem zauberhafte Muster kreiert wurden. Bei mir war diese Spitze bisher ein unbeschriebenes Blatt, denn es passt nicht in meine Arbeit "von Hand'. Seit 2023 ist das renovierte, besondere Manufakturgebäude  aus dem Jahr 1777 nun Mueum und zeigt , wie diese spezielle Spitze hergestellt wurde. 

In Plauen selbst kann man sich ganz schnell verlaufen. Beim nächsten Besuch  kenne ich mich aber nun schon  ein bisschen aus :-) und werde das Vogtlandmuseum gut finden.


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